Alte Freunde wieder vereint: Adrian Sutil und Lewis Hamilton in der ersten Reihe

Formel 1 2009

— 12.09.2009

Hamilton & Sutil: Alte Freunde in Reihe eins!

Mit einer Topleistung verhinderte Lewis Hamilton in Monza eine Sensation durch Adrian Sutil - Kimi Räikkönen guter Dritter - Sebastian Vettel auf Platz neun

Aus der Ferrari-Pole in Italien ist nichts geworden, aber die zahlreich erschienenen Tifosi, die im Königlichen Park von Monza für eine tolle Stimmung sorgten, bekamen dennoch ein spannendes Qualifying geboten. Allzu stark getrübt dürfte ihre Vorfreude auf das morgige Rennen ohnehin nicht sein, denn Kimi Räikkönen hat als Dritter noch alle Chancen auf den Sieg.

Die Schlagzeilen schrieb diesmal aber nicht das "Cavallino Rampante", sondern Mercedes, denn der deutsche Motorenhersteller brachte auf der schnellsten Strecke der Formel 1 alle sechs Autos unter die besten Sieben! Sportchef Norbert Haug freute sich natürlich am meisten über die Pole-Position von Lewis Hamilton, denn der McLaren-Mercedes-Star hat nun alle Chancen auf den Sieg: "Die Pole ist wichtig, aber man muss auch clever sein", so Haug.

Zwei Freunde in der ersten Reihe

Hamilton setzte sich im Top-10-Finale zunächst an die Spitze, wurde dann jedoch von Adrian Sutil im Force-India-Mercedes verdrängt - und konnte erst mit der letzten Runde noch einmal kontern! "Es war sehr eng zwischen uns", so der Weltmeister. "Ich freue mich wirklich, dass Adrian neben mir sitzt, denn wir kennen uns schon seit der Formel 3. Es ist eine Weile her, dass wir zusammen in einer Pressekonferenz gesessen sind! Ich habe diese eine Runde einfach auf den Punkt bekommen."

Sutil fehlten unterm Strich 0,195 Sekunden auf die erste Pole-Position seiner Karriere. Trotzdem leuchteten seine Augen wie ein Weihnachtsbaum, als er um seine Bilanz gebeten wurde: "Ein toller Moment! Das ganze Wochenende lief klasse, das Auto ist verblüffend schnell. Nach dem Erfolg von Spa geht es hier weiter. Wir sind einfach konkurrenzfähig - und das ist für einen Fahrer ein gutes Gefühl. Ich genieße jede Sekunde davon und freue mich sehr, dass ich hier neben Lewis sitzen darf."

Nach seinen zwei Trainingsbestzeiten schien es im ersten Abschnitt des Qualifyings so, als würde Force India die Performance nicht mehr reproduzieren können. Sutil klagte über keinen Grip, der VJM02 übersteuerte - "aber als dann mehr Gummi lag, ging es wieder besser", so der Deutsche. Als Siebenter überstand er die erste Phase unbeschadet, in der zweiten reichte es zu Platz vier - und im Finale kämpfte er gegen Hamilton um die Pole.

Schumacher mit Ferrari zufrieden

Als Dritter betrieb Räikkönen Ehrenrettung für Ferrari, allerdings hatte der Finne schon knapp eine halbe Sekunde Rückstand auf die Spitze. "Für uns ist das ein gutes Ergebnis", meinte Ferrari-Berater Michael Schumacher. "Wir haben KERS, das hilft am Start. Okay, Hamilton hat es auch, aber ein Platz ist da gleich mal drin. Und dann sehen wir weiter." Außerdem hängt wie immer viel von den Startbenzinmengen ab, die die FIA erst später veröffentlichen wird.

Der Liebling der Herzen, Giancarlo Fisichella, erlebte bei seiner Ferrari-Premiere einen schwierigen Samstag: Erst der Unfall am Vormittag, dann der harte Konkurrenzkampf im Mittelfeld - nach der überstandenen ersten Phase war in der zweiten als 14. Endstation. Aber sein Renningenieur Rob Smedley lobte am Funk: "Das ist gut für morgen, gut gemacht!" Auf den Teamkollegen büßte der laut Schumacher "bemühte" Neuzugang nur knapp eine halbe Sekunde ein.

Die in der Weltmeisterschaft führenden Brawn-Mercedes-Piloten sicherten sich hinter Heikki Kovalainen (McLaren-Mercedes/+ 0,779) die dritte Startreihe, wobei Rubens Barrichello (+ 0,949) neuerlich um 15 Tausendstelsekunden schneller war als Jenson Button. Button hatte im zweiten Qualifying noch Bestzeit erzielt, was den Verdacht nahe legt, dass die Strategen von Ross Brawn wegen des fehlenden KER-Systems mehr Benzin nachgefüllt haben könnten.

KERS zählt in Monza doppelt

Denn KERS ist in Monza noch wichtiger als anderswo: Im Qualifying konnte das System genutzt werden, um aus der Parabolica raus Schwung zu holen, dann noch einmal auf der eigentlichen schnellen Runde. Im Rennen wird es sich auf der langen Start- und Zielgerade enorm lohnen. Man muss davon ausgehen, dass die Ferrari-, McLaren-Mercedes- und Renault-Piloten auf dem Weg bis zur ersten Kurve einige Plätze gutmachen werden.

Während Fisichella-Nachfolger Vitantonio Liuzzi (7./Force-India-Mercedes/+ 0,977) eine Superleistung brachte und nur knapp an der zweiten Startreihe vorbeischrammte, setzte es für Sebastian Vettel eine Enttäuschung: Der Red-Bull-Renault-Pilot landete - immerhin gut eine Zehntelsekunde vor seinem Teamkollegen Mark Webber - auf Position neun und war nach dem Qualifying so sauer, dass er sogar einige Interviews verweigerte.

Red Bull zitterte sich irgendwie durch Q1, war dann ab Q2 plötzlich voll da und lag kurz vor Ende von Q3 sogar vor Brawn, aber im Finish reichte es nur für die beiden undankbarsten Plätze des Top-10-Finales. Noch dazu droht von hinten Gefahr - weniger durch Jarno Trulli (11./Toyota) als vielmehr durch den grundsoliden Renault-Rookie Romain Grosjean (12.), der am Start dank KERS beide "Bullen" auf die Hörner nehmen könnte.

Peinliches Doppel-K.O. für BMW

Das BMW Sauber F1 Team wirkte an diesem Wochenende ähnlich konkurrenzfähig wie zuletzt in Spa-Francorchamps, doch technische Defekte bei Robert Kubica (13.) und Nick Heidfeld (15.) in der zweiten Phase sorgten im Endeffekt für eine Enttäuschung. "Vom Gefühl her denke ich, dass es der Motor war", bestätigte Heidfeld den Eindruck seines Stallgefährten. BMW Motorsport Direktor Mario Theissen gab zu: "Wir sind jetzt zehn Jahre im Geschäft, aber so etwas gab es noch nie..."

Timo Glock (16./Toyota) und Nico Rosberg (18./Williams-Toyota) hatte es bereits im ersten Qualifying erwischt - wobei Glock gegen seinen Teamkollegen nur um 22 Tausendstelsekunden den Kürzeren zog. Ebenfalls in Q1 ereignete sich ein Zwischenfall mit Hamilton und Sébastien Buemi (19./Toro-Rosso-Ferrari), als Buemi in der Rettifilio-Schikane nicht einlenken konnte, weil Hamilton die Ideallinie nicht räumte. Das könnte von den Rennkommissaren noch untersucht werden.

Ein interessanter Nebenaspekt des heutigen Qualifyings ist, dass stets gleich mehrere Runden am Stück gefahren wurden, was auf eine gute Konstanz der Reifen hindeutet. Außerdem lagen die Topspeeds aller 20 Fahrer innerhalb von sieben km/h (!) - nicht gerade ein gutes Omen für viele Überholmanöver. Spannung ist aber auf jeden Fall garantiert, wenn (nicht nur) die Weltmeister Hamilton und Räikkönen versuchen werden, eine Sensation durch Sutil zu verhindern...

Fotoquelle: xpb.cc

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