Ross Brawn hat gut lachen: Seine erste Hand liegt schon am WM-Pokal an...

Formel 1 2009

— 13.09.2009

"Perfekter Tag" für Brawn - Red Bull frustriert

Ross Brawn denkt nach dem Doppelsieg in Monza erstmals an den WM-Titel, während Christian Horner trotz aller Enttäuschung nicht aufgeben will

26 Punkte Vorsprung hat Jenson Button in der Fahrer-WM auf den drittplatzierten Sebastian Vettel, das Brawn-Team liegt bei den Konstrukteuren sogar um 40,5 Zähler voran. Mit dem heutigen Doppelsieg in Monza hat die Truppe von Ross Brawn wahrscheinlich eine Vorentscheidung in beiden Weltmeisterschaften herbeigeführt.

"Es war ein perfekter Tag", strahlte der britische Teamchef, der angesichts der Fast-Nullnummer von Red Bull - Vettel erbte in der letzten Runde gerade noch einen Punkt - erstmals offen an den WM-Titel denkt. Auf die Frage, wie wichtig das heutige Ergebnis für den Titelkampf war, entgegnete er nämlich ehrlich: "Sehr, sehr wichtig - das hilft natürlich. Es sind nur noch vier Rennen zu fahren. Heute ist ein toller Tag für uns. Super!"

Während der Brillenträger am Kommandostand genüsslich zwei Bananen verdrückte und seinen Fahrern beim Siegen zusah, herrschte bei Red Bull Katerstimmung: "Das war sicherlich unser schlechtestes Rennen der Saison, was die Konkurrenzfähigkeit angeht. Wir sind wirklich sehr enttäuscht, aber es hat sich schon am Freitag abgezeichnet, dass uns diese Strecke nicht liegt", seufzte Teamchef Christian Horner.

Dem 35-Jährigen ist bewusst, dass beim letzten Saisonrennen in Europa eine Vorentscheidung gefallen ist: "Heute haben sie einen mächtigen Schritt gemacht, keine Frage, besonders in der Konstrukteurs-WM. Aber solange noch nichts endgültig entschieden ist, geben wir nicht auf. In dieser WM ist es schon so oft auf und ab gegangen, daher geben wir weiterhin alles, denn wer weiß, was noch alles passiert?"

Das Manko sei an diesem Wochenende "der Speed auf den Geraden" gewesen, räumte Horner ein - ein Grund mehr, sich einen neuen Motorenhersteller zu suchen. Aber gleichzeitig ist er überzeugt, dass das Auto im Vergleich zur Konkurrenz nicht generell langsamer geworden ist: "Monza ist ja eine ganz eigene Strecke. Ich bin mir sicher, dass wir auf dem Nürburgring auch heute noch schnell wären, wenn wir in zwei Wochen dort fahren würden."

Für Brawn hieß der Gegner diesmal nicht Red Bull, sondern Lewis Hamilton. Der Weltmeister setzte auf zwei Stopps, Rubens Barrichello und Button auf nur einen: "Es war ein bisschen nervenaufreibend, mit dieser Strategie ein Fernduell auszutragen, aber es hat funktioniert", strahlte Brawn, der seinen Fahrern freies Geleit erteilte: "Ich verlange von ihnen nur, dass sie fair bleiben und sich nicht gegenseitig ins Auto fahren. Sie sind alt genug, um den Rest unter sich auszumachen."

"Es war ein sehr schwieriges Rennen. Lewis war sehr stark. Sie haben einen Mercedes-Motor, genau wie wir. Es war nicht einfach, ihn in Schach zu halten, aber unsere Fahrer sind ein perfektes Rennen gefahren", lobte Brawn. Zum Hamilton-Crash am Ende sagte er: "Lewis hat es krachen lassen. Es ist an Jensons Stelle schwierig, in so einer Situation die Nerven im Zaum zu halten, aber wir mussten einfach das tun, was wir auch sonst immer tun."

Fotoquelle: Brawn

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