Lewis Hamilton verunfallte in Italien noch auf der letzten Rennrunde und schied aus

Formel 1 2009

— 14.09.2009

Hamilton: "Ich wollte gewinnen"

McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton im Interview über das Rennen in Monza, seinen schweren Abflug und seine Mentalität beim Rennfahren

Weltmeister Lewis Hamilton war beim Großen Preis von Italien auf Kurs zu einem sicheren dritten Rang, verschenkte die sechs WM-Punkte aber noch auf der letzten Runde: Ohne Not jagte Hamilton Jenson Button hinterher und verlor in der ersten Lesmo-Kurve die Kontrolle über seinen Rennwagen. Im Interview spricht der Titelverteidiger über seinen Crash und die verlorenen Zähler aus Monza.

Frage: "Lewis, was hast du aus der Enttäuschung von Monza gelernt?"
Lewis Hamilton: "Manche Rennen gewinnst du, manche Rennen verlierst du. Der Grand Prix an sich verlief eigentlich recht gut. Ich hatte keine optimale Strategie und musste daher sehr pushen, um meine Zweitstoppstrategie aufgehen zu lassen. Ich habe jedes Zehntel aus dem Auto gequetscht. Dabei sein mir keine Fehler unterlaufen - bis zur letzten Runde jedenfalls."

"Solche Dinge passieren eben. Wir kämpfen im Augenblick ja nicht um die Weltmeisterschaft, also ist es leichter zu verdauen. Dennoch ist so etwas natürlich nicht akzeptabel. Aus solchen Fehlern musst du deine Lehren ziehen. Ich muss immer möglichst hart pushen, auf jeder einzelnen Runde. Solche Dinge passieren dann eben."

Frage: "Wie sehr hattest du es in der Schlussphase auf den zweiten Rang abgesehen?"
Hamilton: "Eigentlich bist du immer am Pushen. Im Rennen musst du dich allerdings stets etwas unterhalb des Limits bewegen, um die Reifen zu schonen, den Motor und den Wagen. Wir standen zwar auf der Pole-Position, doch uns war klar: Wir hatten keine Siegstrategie. Daher musste ich vor meinem ersten Boxenstopp einen Vorsprung von etwa 15-20 Sekunden auf die Zweistopper herausfahren. Da war Vollgas angesagt."

"Mein Ingenieur hat mir über Funk gesagt, dass wir nun acht Qualifikationsrunden einlegten müssten. Das habe ich gemacht und trotzdem fanden wir uns im letzten Stint hinter den Brawns wieder. Ich denke wirklich, dass ich Jenson noch gekriegt hätte. Ich fühlte es. Und so fahre ich eben Rennen. Ich gebe niemals auf. Würde ich die Meisterschaft anführen oder um den Titel kämpfen, dann wäre die Situation vielleicht eine andere."

"Dann hätte ich mich wahrscheinlich darauf beschränkt, die Punkte mitzunehmen. Das haben wir in der Vergangenheit gelernt. Trotzdem wollte ich gewinnen. Ich wollte sie noch ein- und überholen. Ich habe alles gegeben und war im ersten Sektor der letzten Runde noch einmal der Schnellste. Dann kam ich auf dem Kerb etwas zu weit raus und es drehte mich. Der Aufprall war recht heftig, aber solche Dinge passieren eben."

Frage: "Diesen Randstein hast du am vergangenen Wochenende sicherlich mindestens 100 Mal mitgenommen..."
Hamilton: "Das ist es ja gerade. Es ist halt ein schmaler Grat. Ich war vielleicht nur ein paar Zentimeter neben der der Linie, das Auto schlägt durch und bricht aus. Ich kann nur sagen, wie leid es mir tut für das Team. Sie kennen mich und wissen auch, dass ich absolut alles dafür gebe, um Rennen für sie zu gewinnen."

"Sie haben an diesem Wochenende wieder einen fantastischen Job gemacht. In 99 von 100 Fällen beende ich dieses Rennen. Hin und wieder scheint in meiner Karriere zwangsläufig ein Fehler zu passieren. Dieser Schnitzer ist aber sicherlich nicht so tragisch, als wenn ich die WM anführen würde. Ich bin jedenfalls wütend darüber und schaue schon nach vorne."

Frage: "Ist es Teil deiner DNA, niemals aufgeben zu wollen?"
Hamilton: "Ich bin nur ein Rennfahrer. Wahrscheinlich bin ich viel mehr ein Hardcore-Fahrer, als die Leute denken. Wenn ihr euch die Rundenzeiten anschaut, dann werdet ihr verstehen, was ich meine."

Fotoquelle: xpb.cc

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