Alain Prost ist in Frankreich so etwas wie der "Monsieur Formule 1"

Formel 1 2009

— 20.09.2009

Prost steht als Briatore-Nachfolger bereit

Vieles deutet darauf hin, dass Alain Prost Nachfolger von Flavio Briatore als Renault-Teamchef wird - "Formel 1 muss Moral wiedergewinnen"

Erst morgen tagt in Paris der FIA-Motorsport-Weltrat, um über mögliche Strafen für das Renault-Team in der "Crashgate"-Affäre zu beraten. Schon vor dem Urteilsspruch steht aber fest, dass Flavio Briatore und Pat Symonds, die mutmaßlichen Drahtzieher des Manipulationsskandals von Singapur 2008, nicht mehr dem französischen Rennstall angehören.

Die beiden wurden nach einer Krisensitzung mit Renault-Vorstandsmitgliedern in Enstone bestimmt hinauskomplimentiert und werden aller Voraussicht nach nicht in Paris erscheinen - dazu verpflichtet sind sie jedenfalls nicht. Selbst bei Nelson Piquet jun. und sen. ist unklar, ob sie sich dem Weltrat stellen werden, schließlich hat Renault in Frankreich wegen Verleumdung und versuchter Erpressung Strafanzeige gegen die beiden erstattet.

Variante Prost macht Sinn

Was ein angesehener Automobilhersteller nun braucht, ist Integrität - denn nichts wäre schlimmer, als die Formel 1 als Betrüger zu verlassen. Da ist das Gedankenspiel erlaubt, einen integren Sportsmann als neuen Teamchef einzusetzen und erst recht weiterzumachen. Und wenn man die Worte Frankreich, hohes Ansehen und Formel 1 in einen Topf wirft, dann kommt man sehr schnell auf den früheren Nationalhelden Alain Prost.

Der kann sich offenbar vorstellen, den Job zu übernehmen. Zumindest bringt er sich dafür schon mal vorsorglich in Position: "Während meiner ganzen Karriere habe ich mit Integrität gearbeitet und die Formel 1 muss dringend ihre Moral wiedergewinnen", lässt sich der vierfache Weltmeister von der 'Mail on Sunday' zitieren. Auch wenn er nicht direkt über den Renault-Posten spricht: Dementis klingen anders...

"Was passiert ist, ist unglaublich", sagt er, "und ich will gar nicht daran denken, was als Konsequenz alles hätte passieren können." Außerdem ist Prost davon überzeugt, dass die Karrieren von Briatore und Symonds damit beendet sein müssten: "Es sollte für sie schwierig werden, einen Weg zurück in die Formel 1 zu finden, aber in diesem Sport weiß man nie. In einer moralischen Welt sollte es ihnen jedenfalls nicht möglich sein."

Fehler im System

Der Haken an der Sache ist, dass die FIA nur ihre eigenen Lizenznehmer vorladen kann. Das sind zum Beispiel Teams oder die Fahrer, die bekanntlich eine Superlizenz brauchen, um in der Formel 1 an den Start gehen zu dürfen. Sonstige Mitarbeiter von Rennställen muss man jedoch nur feuern - und schon ersparen sie sich jede FIA-Anhörung. Das ist ein Zustand, der in Fachkreisen derzeit für Gesprächsstoff sorgt.

Prost findet es außerdem merkwürdig, dass Briatore Piquet jun. psychologisch unter Druck setzen konnte, was vor allem deswegen möglich war, weil der Ex-Renault-Teamchef gleichzeitig auch Manager seines damaligen Fahrers war: "Das Problem beginnt, wenn du einen Teamchef hast, der ein großes Werk repräsentiert, einen großen Hersteller wie Renault, und der noch dazu Manager eines Fahrers ist", kritisiert er.

"Man muss verstehen, dass ein junger Fahrer wie Piquet sehr zerbrechlich ist und unter großem Druck stand. Piquet ist zu weit gegangen, aber das ist etwas, was es nicht mehr geben sollte. Es ist nicht fair. Wenn du die Hersteller in der Formel 1 halten willst, dann braucht es einen sauberen Sport mit mehr Integrität. Teamchefs sollten keine Fahrer managen", erläutert Prost, der selbst keinen Fahrer unter Vertrag hat...

Fotoquelle: xpb.cc

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