Aufatmen bei Renault: Dem Team drohen keine ernsthaften Konsequenzen

Formel 1 2009

— 21.09.2009

Blaues Auge: Nur Bewährungsstrafe für Renault!

Der Motorsport-Weltrat hat entschieden: Zwei Jahre Strafe auf Bewährung für Renault, aber harte Sanktionen gegen Flavio Briatore und Pat Symonds

Das mit Spannung erwartete Urteil in der "Crashgate"-Affäre um die Manipulation des Nachtrennens in Singapur 2008 durch das Renault-Team steht fest: Wie die FIA heute Nachmittag in Paris bekannt gegeben hat, hat der Motorsport-Weltrat lediglich eine Bewährungsstrafe gegen Renault verhängt. Der französische Automobilhersteller ist also mit einem blauen Auge davongekommen.

Zwar wurde das Team erwartungsgemäß nach einer kurzen Anhörung von nur 90 Minuten Dauer schuldig gesprochen, gegen insgesamt fünf Artikel des FIA-Regelwerks verstoßen zu haben, doch die Strafe fiel anschließend recht mild aus: Eine Sperre bis Ende 2011, anzutreten allerdings nur, sollte bis dahin ein vergleichbarer Regelverstoß auftreten. Die FIA würdigt damit das einsichtige Verhalten des Rennstalls seit Bekanntwerden der Manipulationsaffäre.

Härter trifft es die Verschwörer Flavio Briatore und Pat Symonds, die selbst nicht in Paris waren. Briatore wurde mit einer lebenslangen Sperre für alle FIA-Veranstaltungen sanktioniert. Der Italiener darf in Zukunft auch keine Fahrer mehr managen. Symonds wurde mit der gleichen Strafe belegt, allerdings nur für einen Zeitraum von fünf Jahren. Dafür ausschlaggebend war, dass er dem Weltrat ausrichten ließ, er verspüre ob seiner Beteiligung "unendliches Bedauern und unendlichen Scham".

Da Briatore und Symonds keine offiziellen FIA-Lizenznehmer sind, musste die FIA für dieses Arbeitsverbot zu kreativen Mitteln greifen. Der Weltverband wird künftig keine Rennserien mehr sanktionieren, in denen die beiden in irgendeiner Form mitwirken, und jedem Team oder Fahrer, der mit Briatore oder Symonds in Verbindung steht, sofort die Lizenz entziehen. Zutritt zu FIA-Veranstaltungen wird ihnen nicht mehr gestattet.

Nelson Piquet jun., der "Crashgate" mit seiner eidesstattlichen Erklärung im Juli ins Rollen gebracht hat, wurde für sein Geständnis mit einer Immunitätsgarantie belohnt. Er hat keine weiteren Konsequenzen zu befürchten und darf theoretisch wieder Formel 1 fahren. Fernando Alonso, dem von Nelson Piquet sen. eine Beteiligung unterstellt wurde, wurde heute für unschuldig erklärt. Er darf damit auch den Sieg in Singapur behalten.

Renault nimmt das Urteil der FIA an: "Wir sind traurig, dass wir heute vor dem Motorsport-Weltrat erscheinen mussten. Auf Basis unserer eigenen Untersuchungen haben wir die FIA vergangene Woche informiert, dass wir uns gegen die Anschuldigungen nicht zur Wehr setzen würden. Wir haben innerhalb des Teams auch sofort entsprechende Maßnahmen gesetzt", spielt Vorstandsmitglied Bernard Rey auf die Entlassungen von Briatore und Symonds an.

Und weiter erklärt er: "Heute akzeptieren wir die Entscheidung des Rats. Wir entschuldigen uns vorbehaltslos bei der gesamten Formel-1-Gemeinde für dieses unentschuldbare Verhalten. Wir hoffen gleichzeitig aufrichtig, dass wir diese Angelegenheit schnellstmöglich hinter uns lassen und uns konstruktiv auf die Zukunft konzentrieren können. Innerhalb der nächsten paar Tage werden wir weitere Informationen bekannt geben."

Fotoquelle: Renault

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