Nelson Piquet Jr. zeigte sich nach dem FIA-Urteil erleichtert

Formel 1 2009

— 21.09.2009

Piquet-Statement: Die Abrechnung mit Briatore

Nelson Piquet Jr. war einer der Hauptbeteiligten am "Crashgate"-Skandal - hier seine Reaktion auf das heutige FIA-Urteil im Wortlaut

Nelson Piquet Jr. nahm das Urteil zum "Crashgate"-Skandal mit Erleichterung zur Kenntnis, und schilderte als Hauptbeteiligter in einem Statement seine Sicht der Dinge, die einer Abrechnung mit Flavio Briatore glichen. Hier die Piquet-Erklärung im Wortlaut.

"Ich bin erleichtert, dass die FIA-Untersuchung nun beendet ist. Diejenigen, die das Renault-F1-Team nun führen, haben, genau wie ich, beschlossen, dass es besser ist, die Wahrheit ans Licht zu bringen und die Konsequenzen zu akzeptieren. Das Positivste an dieser Sache ist, dass, nachdem die Angelegenheit nun die Aufmerksamkeit der FIA erhielt, so etwas nie mehr passieren wird."

"Ich bedauere meine Aktionen, den Befehlen zu folgen, zutiefst. Ich wünsche mir jeden Tag, es nicht getan zu haben. Ich weiß nicht, wie weit meine Erklärungen gehen müssen, um den Leuten klar zu machen, dass es für mich ein Privileg war und ist, ein Rennfahrer zu sein. Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass sich meine Situation bei Renault in einen Alptraum verwandelte."

Deutliche Worte in Richtung Briatore

"Ich habe immer davon geträumt, ein Formel-1-Fahrer zu werden und habe sehr hart dafür gearbeitet, um dorthin zu kommen. Dann fand ich mich in einer Lage wieder, in der ich von Herrn Briatore abhängig war. Sein wahrer Charakter, der zuvor nur denjenigen bekannt war, die er genauso behandelte, ist nun allseits bekannt."

"Herr Briatore war mein Manager und Teamchef. Er hatte meine Zukunft in seinen Händen, aber das hat ihn nicht interessiert. Zum Zeitpunkt des Singapur-Grand-Prix hatte er mich isoliert und mich auf den Tiefpunkt meines bisherigen Lebens geführt. Nun, da ich aus dieser Situation herausgekommen bin, kann ich es nicht glauben, dass ich diesem Plan zugestimmt habe. Aber als man mir das alles präsentierte, befand ich mich nicht in einer Situation, in der ich 'Nein' sagen konnte."

"Wenn ich mir nun Herrn Briatores Reaktion auf meinen Crash und seine Kommentare, die er in den vergangenen beiden Wochen in der Presse von sich gab, betrachte, dann ist es mir klar, dass ich ganz einfach von ihm missbraucht, ausrangiert, und danach der Lächerlichkeit ausgesetzt wurde."

Karriere-Neustart bei Null

"Ich musste in den vergangenen zwölf Monaten einige schwierige Lektionen lernen und musste darüber nachdenken, was im Leben wirklich zählt. Was sich jedoch nicht geändert hat, ist meine Liebe zur Formel 1 und der Hunger, wieder Rennen zu fahren. Mir ist jedoch klar, dass meine Karriere nun wieder bei Null beginnen wird."

"Ich kann nur hoffen, dass ein Team erkennen wird, wie schlecht ich bei Renault behandelt wurde, und dass mir die Gelegenheit gegeben wird, das zu zeigen, was ich in der Formel 3 und der GP2 versprochen habe. Was sicher ist: Es gibt in der Formel 1 keinen anderen Fahrer, der so entschlossen ist wie ich, sich zu beweisen."

"Zum Abschluss möchte ich wiederholen, dass es mir für alle Leute, die in der Formel 1 arbeiten (dazu gehören auch die vielen guten Leute bei Renault), für die Fans und für die Organisatoren leid tut. Ich erwarte nicht, dass man mir das alles vergibt oder vergisst. Aber nun können die Menschen zumindest ihre eigenen Schlüsse auf der Basis ziehen, was wirklich passiert ist."

Fotoquelle: xpb.cc

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