Hinter dem neuen Eigentümer des BMW Sauber F1 Teams steht ein Fragezeichen

Formel 1 2009

— 24.09.2009

BMW: Investoren bleiben ein Rätsel

Qadbak, der neue Eigentümer des BMW Sauber F1 Teams, bleibt ein Mysterium - Mario Theissen: "Bestimmte Informationen sind bekannt"

Auch wenn die FIA Lotus den 13. Startplatz gegeben und für das BMW Sauber F1 Team nur unter Vorbehalt einen 14. Startplatz reserviert hat, scheint die Zukunft des Hinwiler Rennstalls gesichert zu sein. Davon ist zumindest BMW Motorsport Direktor Mario Theissen überzeugt: "Wir sind sehr zuversichtlich, nächstes Jahr auf dem Grid zu sein."

"Der neue Investor ist sehr stark und möchte das Team als starkes Team fortführen. Das ist eine exzellente Perspektive, die wir nicht erwarten konnten. Daher ist die Moral hoch", betont der Deutsche und erklärt, dass das Ruder in Hinwil erst nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi übergeben wird: "Wir leiten das Team noch, aber alle Entscheidungen werden in Absprache mit dem neuen Eigentümer getroffen."

Um wen es sich beim mysteriösen Investor Qadbak aus dem Mittleren Osten handelt, bleibt aber weiterhin ein Mysterium. Selbst bei BMW scheint sich der Wissensstand in Grenzen zu halten: "Bisher hat Qadbak seinen Hintergrund noch nicht ans Team kommuniziert. Sie wollen das vertraulich halten", so Theissen. Auf die Frage, wie viele Leute im Team Kenntnis besitzen, entgegnet er: "Bestimmte Informationen sind einzelnen Leuten bei BMW bekannt. Mehr kann ich dazu nicht sagen."

Neue Eigentümer bringen sich bereits ein

Die neuen Investoren kennen sich aber "sehr gut" mit der Formel 1 aus, unterstreicht der BMW Motorsport Direktor und sagt: "Ihre Vorstellungen sind klar, aber noch nicht sehr detailliert - aber schon so, dass ich sagen kann: Der neue Eigentümer will das Team nicht als Mitläufer fahren, sondern wirklich als starkes Team. Sie sind bereit, solche Ressourcen einzusetzen."

Auf die konkrete Frage, ob hinter Qadpak Personen stehen, die schon einmal in der Formel 1 engagiert waren, antwortet Theissen: "Wir sprechen mit Personen, die sehr wohl wissen, was auf sie zukommt." Und weiter: "Sie sind mit der Formel 1 vertraut. Ob und wann sie welche Rolle gespielt haben, weiß ich nicht. Aber es sind keine Personen, die irgendwo mal Teamchef waren." Namen will er derzeit keine nennen.

Erleichtert ist er darüber, dass die Übernahme von einer Konzernabteilung in München unter Dach und Fach gebracht werden konnte: "Wir haben seit dem 29. Juli sehr hart dafür gearbeitet - bewusst hinter den Kulissen. Das war sicher einer der wesentlichen Gründe, warum der Verkauf in dieser Form gelungen ist." Warum Qadbak ausdrücklich noch nicht öffentlich in Erscheinung treten möchte, bleibt schleierhaft.

Qadbak will im Hintergrund bleiben

Theissen weiter: "Es hat am Anfang den Eindruck gemacht, dass BMW nicht wirklich am Verkauf und Weiterbestand des Teams interessiert ist. Dazu muss ich sagen, dass die Arbeit in den letzten Wochen sehr intensiv war und ganz klar auf dieses Ziel losging. Der Eindruck war damals also eindeutig falsch. Es war sicher richtig, die Absichten und die Vorgangsweise und auch die Gesprächspartner nicht in der Öffentlichkeit zu diskutieren."

"Bis Saisonende" möchte der 57-Jährige die neuen Strukturen in Hinwil geklärt wissen. Aller Voraussicht nach wird Peter Sauber ein Teil davon sein, heißt es in den Medien. Sauber habe "eine wesentliche Rolle" gespielt, sagt Theissen: "Gar nicht so sehr für die Identifikation und Umsetzung des Käufers, sondern mehr für die Aufbereitung des Umfelds, also FIA und FOM. Wir haben noch einige Aufgaben zu lösen, bis das Team am Start ist, und da ist er sehr stark involviert."

Sauber selbst kann sich eigenen Angaben nach sogar eine Rückkehr an den Kommandostand vorstellen, auch wenn das nicht sein Wunschszenario ist. Dem Ruf von Qadbak würde er aber folgen. Bisher hielt er ja 20 Prozent am BMW Sauber F1 Team. Wie die Anteile in Zukunft verteilt sein werden, bleibt unklar: "Diese Aufteilung ist nicht automatisch die neue", meint Theissen und setzt sein "redendes Schweigen" fort: "Das ist vertraulich."

Sauber Rolle vorerst noch unklar

Auf die Frage, ob BMW die 20 Prozent von Sauber erst gekauft und dann weiterverkauft hat, entgegnet er nur: "Dazu kann ich keine Aussage machen." Saubers zukünftige Rolle im Team sei aber "offen" - genau wie seine eigene. Die will Theissen erst nach Saisonende kommunizieren. Vorerst habe Priorität, einen festen Startplatz zu gewinnen, was von Insidern auch außerhalb Münchens als sehr wahrscheinlich eingestuft wird.

Dass die FIA Lotus als 13. Team fast zeitgleich bekannt gegeben hat wie BMW die Übernahme, sei laut Theissen "reiner Zufall" gewesen: "Die Verhandlungen waren schon seit einigen Tagen am Laufen. Der Käufer war sich der Situation in Bezug auf die Einschreibung bewusst. Es war Zufall, dass beides zur gleichen Zeit veröffentlicht wurde." Frage: Hätte eine frühere Einigung einen Unterschied für den Startplatz gemacht? "Ich weiß es nicht. Das kann nur die FIA beantworten", so Theissen.

Auf jeden Fall kann BMW viel Formel-1-Material ins Museum in München stellen, denn nach der Übergabe des Teams werden Motoren und Co. ausrangiert. Auch das millionenschwere Hybridsystem KERS wird wohl nicht übergeben: "Davon ist nicht auszugehen, denn das Team wird sich dagegen aussprechen, KERS im nächsten Jahr einzusetzen", bestätigt Theissen. Zumindest so viel ist über Qadbak schon bekannt...

Fotoquelle: xpb.cc

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