Romain Grosjean setzte die übergroßen Renault-Logos in die Mauer

Formel 1 2009

— 25.09.2009

"Crashgate revisited": Grosjean in der Mauer!

Romain Grosjean flog im ersten Freien Training in Singapur ausgerechnet in Kurve 17 ab - Brawn-Piloten von Anfang an tonangebend

Ein Jahr nach dem erst kürzlich aufgeflogenen Manipulationsskandal um das Renault-Team beim Grand Prix von Singapur 2008 kam es im heutigen ersten Freien Training zur 2009er-Auflage des Nachtrennens zu einer kuriosen Situation: Romain Grosjean, Nachfolger von Nelson Piquet jun., lieferte ein Abziehbild des heiß diskutierten Unfalls vom Vorjahr!

Die Session war gerade mal 41 Minuten alt, als der von einer Lebensmittelvergiftung erholte Grosjean (20./+ 3,279/9 Runden) beim Herausbeschleunigen aus Kurve 17 das Heck seines Renault verlor und mit der Nase voran ganz leicht die Mauer berührte! Der Franzose musste nach dem Abziehbild des Piquet-Crashs aussteigen, die Session wurde für elf Minuten unterbrochen - und im Medienzentrum konnten sich viele Journalisten ein breites Grinsen nicht verkneifen...

Entschuldigung beim Team

"Sorry, Jungs, ich habe das Auto in Kurve 17 verloren", meldete Grosjean am Funk, ehe er hinter dem Zaun verschwand und wenig später - übrigens ohne Akkreditierung, weil er die im Cockpit klarerweise nicht umhängen hatte - wieder im Fahrerlager auftauchte. Der Rookie war aber nicht der einzige Fahrer, der sich Fehler erlaubte, sondern auf der rutschigen Piste musste auch so mancher Routinier die Limits austesten. Richtige Einschläge blieben aber aus.

Während Renault den Abgang der Sponsoren ING und Mutua Madrileña mit eigenen Logos kompensiert, zeigt Brawn-Mercedes einmalig den Canon-Schriftzug. Der erhielt gleich zu Beginn dieses Wochenendes ordentlich Promotion, denn Rubens Barrichello (1:50.179 Minuten/19 Runden) und Jenson Button (+ 0,177/22 Runden) setzten sich nach ihrem Doppelsieg in Monza auch in Singapur gleich mal an die Spitze des Klassements.

Sebastian Vettel (Red-Bull-Renault) nahm es mit der Schonung seines Motorenkontingents zunächst nicht so genau und absolvierte immerhin 16 Runden: "Singapur ist eine Strecke, auf der man fahren muss", erklärte er. "Wir müssen natürlich auf die Motoren schauen, aber auf Strecken wie hier braucht man als Fahrer ein bisschen Zeit. Wenn man nicht trainieren kann, bringt es nichts, den Motor zu schonen. Wir werden ein bisschen sparen, aber auch schauen, dass ich zum Fahren komme."

Vettel will angreifen

Der Deutsche meint, er habe "nichts mehr zu verlieren", setzt daher auf "volle Attacke". Unterm Strich landete er nach eineinhalb Stunden mit 0,435 Sekunden Rückstand auf dem fünften Platz. Zwischen Vettel und den führenden Brawn-Mercedes-Stars reihten sich noch Mark Webber (Red-Bull-Renault/+ 0,237/21 Runden) und Vorjahressieger Fernando Alonso (Renault/+ 0,388/16 Runden) ein, der von Anfang an einen grundsoliden Eindruck hinterließ.

Die mitfavorisierten McLaren-Mercedes-Piloten Heikki Kovalainen (+ 0,520/21 Runden) und Lewis Hamilton (+ 0,536/17 Runden), der die Strecke wieder einmal von oben herab auslotete und herzerfrischende Drifts hinlegte, sicherten sich die Positionen sechs und sieben. Robert Kubica (+ 0,636/15 Runden) wurde mit dem runderneuerten Paket des BMW Sauber F1 Teams, das den F1.09 angeblich um eine Sekunde schneller machen soll, lediglich Achter.

Noch schlechter lief es für Kubicas Stallgefährten Nick Heidfeld (14./+ 1,477/15 Runden), denn der Deutsche erlitt gleich zu Beginn einen Defekt des brandneuen Getriebes, das ausgewechselt werden musste. Heidfeld war damit zweitschlechtester Deutscher vor Timo Glock (15./Toyota/+ 1,904/20 Runden), der auf "ein kleines Rundumpaket" seines Teams spekuliert: "Ich hoffe, es bringt ein bisschen was, denn letztes Jahr haben wir hier gut ausgesehen."

Rosberg nicht in den Top 10

Nico Rosberg (Williams-Toyota/23 Runden) rechnet sich noch deutlich mehr aus: "Ich glaube, das wird richtig gut hier. Vielleicht geht sogar ein Podium", kündigte er im Vorfeld an. Nach dem ersten Training steht er mit 1,248 Sekunden Rückstand auf dem elften Platz, unmittelbar vor seinem Landsmann Adrian Sutil (12./Force-India-Mercedes/+ 1,365/14 Runden), von dem man in Singapur nicht so viel erwarten darf wie in Monza.

Ferrari-Solokämpfer Kimi Räikkönen (19 Runden) mischte als Achter mit nur 0,686 Sekunden Rückstand gut vorne mit, ohne wirklich Auffälliges zu zeigen, während Giancarlo Fisichella (17./+ 2,211/24 Runden) mit den vielen Kurven seine Probleme zu haben schien. Zu Beginn der Session setzte der Italiener mit dem Unterboden sehr stark auf, was darauf hindeutet, dass sein Basissetup weit vom Idealzustand entfernt war.

Interessant ist, dass fast fünf Sekunden (!) auf Hamiltons Freitagsbestzeit aus dem Vorjahr fehlten - ein Abstand, wie es ihn bisher in dieser Saison noch nicht gegeben hat. Zu erklären ist dies nur durch die extrem rutschige Fahrbahn und die leichten Modifikationen der Strecke. Außerdem wollte im ersten Training noch niemand weiche Reifen verwenden. Daher könnte sich am Abend schon wieder ein ganz anderes Bild ergeben.

Fotoquelle: xpb.cc

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