Jean-Francois Caubet muss sich nun um die zukünftige Finanzierung kümmern

Formel 1 2009

— 25.09.2009

Caubet: "Wir haben gelitten"

Renault-Teamdirektor Jean-Francois Caubet über die Nachwirkungen von "Crashgate", die Suche nach einem Teamchef und die wacklige Finanzierung

Das Formel-1-Team von Renault steht nach der "Crashgate"-Affäre vor einem Scherbenhaufen. Flavio Briatore und Pat Symonds sind mit Sperren belegt worden und wurden kurzfristig ersetzt, das Team kam mit einer Bewährungsstrafe davon. Doch die Auswirkungen sind dennoch deutlich zu spüren. Mit ING und Mutua Medrileña zogen sich gleich zwei große Sponsoren spontan zurück, die Finanzierung ab 2010 steht noch nicht und Superstar Fernando Alonso wird man wohl auch verlieren. Der neue Teamdirektor Jean-Francois Caubet nahm zu den wichtigsten Fragen Stellung.

Frage: "Jean-Francois, welche Veränderungen haben sie nach der Sitzung des FIA-Weltrats vorgenommen?"
Jean-Francois Caubet: "Wir wollten schnell reagieren und eine provisorische Struktur einführen. Zwei Leute sind nun verantwortlich: Bob Bell und ich. Das Team muss einfach weiter funktionieren. Natürlich hat unsere Mannschaft einen schmerzhaften und tiefgreifenden Schock erfahren, aber wir wollen weiter Rennen bestreiten. Zwei große Baustellen haben wir nun: Leistung und Finanzierung. Wir werden den aktuellen Wagen bis zum Saisonende weiter verbessern, aber unser größter Aufwand gilt dem Auto für 2010. Das Projekt ist schon sehr weit fortgeschritten und wird einen deutlichen technischen Sprung darstellen."

Frage: "Wie steht es um die Finanzierung?"
Caubet: "Das aktuelle wirtschaftliche Klima ist für Sponsoren sehr schwierig. Auch wenn die Kosten deutlich sinken werden, wird es nicht möglich sein, das 2010er-Budget des Team in ähnlichem Maße durch Sponsoren zu decken wie es 2009 der Fall ist. Wir müssen also nach anderen Wegen der Finanzierung suchen. Bevor wir das Ergebnis der Sitzung des FIA-Weltrates nicht hatten, konnten wir nichts tun, aber nun schreiten wir wieder voran."

Frage: "Welche Lehren ziehen sie aus dem Skandal?"
Caubet: "Das Team muss wieder die Kultur von Renault annehmen. Wir wollen zwar nicht wieder zu dem Szenario der 1980er-Jahre zurückkehren, als der Renault-Konzern das Team kontrollierte, aber wir wollen auch nicht noch einmal den Fehler machen, das Team zu 100 Prozent autonom laufen zu lassen."

Frage: "Warum haben sie die vakanten Positionen intern besetzt?"
Caubet: "Wir hatten nicht den Auftrag, nach einem neuen Teamchef zu suchen. Ich kann auch die ganzen Namen, die gehandelt wurden, nicht weiter kommentieren. Wir suchen uns jemanden, sobald wir die Aufgaben in der Position klar umrissen haben. Das kann im Dezember sein oder auch im Januar. Wir haben kurzfristig ohnehin kein Problem, sondern nur auf lange Sicht. Ein Teamchef muss langfristig denken."

Frage: "Wie sieht die Zukunft von Renault aus?"
Caubet: "Wir werden keine offiziellen Verlautbarungen herausgeben, denn das wäre dann das siebente Statement zu ein und derselben Sache. Seit 2002 bekommen wir diese Frage ohnehin alle drei Monate gestellt. In den vergangenen Wochen, als wir uns als schuldig bekannt hatten, hatten wir zwei Optionen: Entweder wird ziehen das durch, oder wir lassen es. Wir haben uns dafür entschieden, es durchzustehen. Wir haben ganz sicher darunter gelitten, auch das Image des Teams hat gelitten. Wir hatten sehr schlechte Presse in den vergangenen zwei Wochen, aber wir haben das überstanden und gehen nun voran."

Frage: "Wie ist die Atmosphäre im Team?"
Caubet: "Es gab viele Spannungen im Team. Aber seit dem 21. September, dem Tag der Weltrats-Sitzung, kehren die Stärken und die Zuversicht ins Team zurück. Heute betreiben wir einfach unseren Job ganz normal und stellen keine Fragen mehr. Natürlich sind wir aber in einer schwierigen Situation, weil ING uns verlassen hat, die Bereiche Sponsoring und Finanzierung sind schwierig und es stehen Entscheidungen über das Businessmodell für die zukünftigen Formel-1-Jahre an. Es geht dabei um sehr wichtige Fragen, um die wir uns kümmern müssen und wo wir Antworten finden müssen."

Fotoquelle: xpb.cc

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