Glückliche Gesichter: Nico Rosberg, Lewis Hamilton und Sebastian Vettel

Formel 1 2009

— 26.09.2009

Hamilton nach Barrichello-Unfall auf Pole

Sebastian Vettel war in Singapur unterwegs zur Bestzeit, als rote Flaggen all seine Hoffnungen beendeten - Pole-Position für Lewis Hamilton

Ein ungewöhnliches Ende nahm heute Nacht das Qualifying zum Grand Prix von Singapur: Weil Rubens Barrichello seinen Brawn-Mercedes eine halbe Minute vor Ablauf der Zeit in die Mauer donnerte, wurden die Top-10-Finalisten um ihren letzten Run gebracht - und das könnte Lewis Hamilton die Pole-Position gerettet haben.

Der McLaren-Mercedes-Pilot lag nach dem ersten Run der letzten zehn Minuten mit einer Bestzeit von 1:47.891 Minuten in Führung und bestätigte damit seine Favoritenrolle, die er sich im Verlauf des Wochenendes aufgebaut hatte. Doch der zu jenem Zeitpunkt zweitplatzierte Sebastian Vettel (Red-Bull-Renault) befand sich auf einer sehr schnellen Runde, ehe die Session abgebrochen und damit de facto beendet wurde.

Abbruch wegen Barrichello

Barrichello, in der Endabrechnung mit 0,937 Sekunden Rückstand Fünfter, kam in einer schnellen Rechtskurve von der Ideallinie ab und rutschte auf der dreckigen Spur in die Mauer, beschädigte dabei die linke Seite seines Fahrzeug. Aus Sicherheitsgründen musste die Session sofort abgebrochen werden. Bitter für Vettel, denn der Deutsche war gerade auf einer schnellen Runde und hatte die Unfallstelle sogar schon passiert!

Vettel hatte im ersten Sektor eine absolute Bestzeit markiert und hätte die notwendigen 0,313 Sekunden vielleicht gefunden, die ihn auf die Pole-Position gebracht hätten: "Es wäre spannend geworden, denn Sebastian hatte Bestzeit im ersten Sektor und war gut drauf", gab sogar Mercedes-Sportchef Norbert Haug zu. Aber: "Ich glaube, Lewis hätte noch einmal kontern können. Es ist die dritte Pole im vierten Rennen. Darüber freuen wir uns natürlich sehr."

Umso größer ist die silberne Freude, als bei Hamilton über Nacht wegen eines kleinen Defekts das komplette Chassis ausgetauscht werden musste: "Die Jungs sind wach geblieben, haben die ganze Nacht gearbeitet - und das anscheinend gut", lobte der Polesetter. "Das Auto wurde das ganze Wochenende immer besser, je mehr Grip auf der Strecke lag. Meine Runde war dann ganz locker und ich hätte sogar noch schneller fahren können."

Vettel nicht unzufrieden

Angesichts eines solchen Selbstbewusstseins wollte Vettel die Pole-Position nicht für sich beanspruchen: "Keine Ahnung, ob es gereicht hätte. Der erste Run war schon recht gut, aber dann kam die rote Flagge. So locker wie bei Lewis war es bei mir nicht, aber das Wichtigste ist, dass ich so weit vorne stehe, denn man kann auf dieser Strecke nicht gut überholen. Wir haben gepusht und ich muss sagen, mit diesem Ergebnis kann ich gut leben."

Vor allem deswegen, weil sein Titelrivale Jenson Button (Brawn-Mercedes) mit "Übersteuern und Bremsproblemen" zu kämpfen hatte ("Das Auto fuhr sich ganz einfach schlecht") und als Zwölfter schon im zweiten Abschnitt aufgeben musste. Auch Barrichello, der bereits in Q2 die Mauer touchiert hatte, aber weiterfahren konnte, wird morgen nur als Zehnter ins Rennen gehen, weil er wegen eines Getriebewechsels eine Strafversetzung kassiert hat.

Wenn man bedenkt, dass Überholen in Singapur denkbar schwierig ist, dann könnte Vettel morgen gute Punkte aufholen und zumindest noch einen letzten WM-Funken Spannung aufrechterhalten. Auch sein Teamkollege Mark Webber erfüllte heute als Vierter mit 0,831 Sekunden Rückstand seine Pflicht. Ob der Australier auf einer anderen Strategie als Vettel ist, wird erst die Bekanntgabe der Startbenzinmengen durch die FIA zeigen.

Rosberg auf den Punkt schnell

Die Überraschung inmitten der Topstars war Nico Rosberg (Williams-Toyota/+ 0,457) als Dritter: "Es war ein wirklich guter Tag", sagte der Deutsche, der ähnlich wie Vettel schon auf einer schnellen Runde war, als Barrichello crashte. "Nach den Trainings haben wir einiges am Setup verändert und dadurch ist das Auto besser geworden. Ehrlich gesagt war ich mir zu Beginn des Qualifyings nicht sicher, ob wir es ins dritte Segment schaffen würden, aber ab Q2 lief es auf einmal deutlich besser."

Vorjahressieger Fernando Alonso (Renault/+ 1,163) wurde im Rahmen seiner Möglichkeiten guter Sechster, gefolgt von Timo Glock (Toyota/+ 1,289), der seinen Teamkollegen Jarno Trulli (15.) klar in den Schatten stellen konnte, und den beiden BMW Sauber F1 Team Piloten Nick Heidfeld (1,416) und Robert Kubica (+ 1,623). Abgerundet wurden die Top 10 vom Finnen Heikki Kovalainen (McLaren-Mercedes/+ 1,887).

Im BMW Sauber F1 Team freute man sich darüber, dank diverser Modifikationen beide Autos in die Top 10 gebracht zu haben: "Das Ergebnis entspricht in etwa unseren Erwartungen, auch wenn der Verlauf des Qualifyings turbulent war. Die ersten 15 lagen innerhalb von acht Zehntelsekunden. Das hat es glaube ich noch überhaupt nie gegeben", so BMW Motorsport Direktor Mario Theissen, der sich darüber ärgerte, dass seinen Fahrer den aufgesparten letzten Reifensatz nicht mehr nutzen konnten.

Ferrari enttäuschend

Ferrari ließ im Qualifying zwischenzeitlich Potenzial aufblitzen, letztendlich setzte sich dann aber doch der bescheidene Trend der Freien Trainings fort: Kimi Räikkönen wurde Zwölfter, Giancarlo Fisichella 18. Letzterer war in Q1 um eine Sekunde langsamer als die finnische Nummer eins im Team. Solide dafür der mit Ferrari-Motoren ausgestattete Toro-Rosso-Pilot Sébastien Buemi, der überraschend eine Runde überstand und schlussendlich 14. wurde.

Adrian Sutil (Force-India-Mercedes), zuletzt in Monza noch unter den Allerschnellsten, klagte wie erwartet über zu wenig Anpressdruck - für das kleinste Team der Formel 1 ist der Alltag zurückgekehrt. Sutil sicherte sich den 16. Startplatz vor Jaime Alguersuari (Toro-Rosso-Ferrari), Fisichella, Romain Grosjean (Renault) und Schlusslicht Vitantonio Liuzzi (Force-India-Mercedes). Am Aufstieg ins zweite Segment war keiner aus diesem Quintett auch nur annähernd dran.

Beim morgigen Nachtrennen, das um 20:00 Uhr Ortszeit (14:00 Uhr MESZ) gestartet wird, hat nun Red Bull die Riesenchance, in der Weltmeisterschaft Boden gutzumachen. Barrichello wird nur als Zehnter und Button als Zwölfter ins Rennen gehen. Durch die Barrichello-Strafversetzung rücken übrigens Alonso, Glock, Heidfeld, Kubica und Kovalainen um je eine Position auf. Die Reihung außerhalb der Top 10 bleibt unangetastet.

Fotoquelle: xpb.cc

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