Jean-François Caubet will die Formel 1 mit neuen Ideen attraktiv gestalten

Formel 1 2009

— 29.09.2009

Renault plant alternative Sponsoringkonzepte

Nach dem Verlust von zwei Großsponsoren wegen "Crashgate" überlegt sich Renault völlig neue Wege, um zu Geld zu kommen

Infolge der "Crashgate"-Manipulationsaffäre haben Renault-Hauptsponsor ING und Mutua Madrileña ihre Engagements wegen des Imageschadens mit sofortiger Wirkung beendet. Zum Hintergrund sei allerdings festgehalten, dass die niederländische Großbank ING sowieso nicht vorhatte, ihren am Saisonende auslaufenden Dreijahresvertrag zu verlängern.

ING und Mutua Madrileña kam "Crashgate" also möglicherweise gar nicht ungelegen, denn man konnte sich mit der vorzeitigen Trennung noch einmal werbewirksam in den Schlagzeilen positionieren - und möglicherweise ersparte man sich sogar die eine oder andere Rate an Renault, die sonst fällig gewesen wäre. Außerdem wird Fernando Alonso 2010 für Ferrari fahren - und ohne den zweifachen Weltmeister ist der PR-Wert des Teams natürlich deutlich geringer.

Die beiden Abgänge reißen ein Loch von knapp 50 Millionen Euro ins Budget der Franzosen, wobei etwa 45 Millionen auf das Konto von ING gegangen sein dürften. Ein herber Verlust, mit dem Jean-François Caubet aber leben kann: "Die Entscheidung von ING stand ja schon seit einem halben Jahr fest. Die weltweite Kommunikation war unangenehm für uns, aber finanziell hat es keine Auswirkungen", erklärt der Interimsteamchef, der Renault gemeinsam mit Bob Bell leitet.

"Ich glaube nicht, dass es uns gelingen wird, wieder einen so großen Sponsor wie ING zu finden", meint Caubet. "Früher gab es die Tabakindustrie, aber diese Zeiten sind vorbei. Das ist ein wichtiges Problem der Formel 1. Die Kosten gehen runter, die Sponsoreneinnahmen auch, die Beiträge der Hersteller ebenso. Wenn man also einen Sponsor verliert, verliert man normalerweise auch an Performance. Aber das wird bei Renault nicht der Fall sein."

Der Franzose will sich daher für alternative Sponsoringmodelle in der Formel 1 einsetzen, die seiner Meinung nach zukunftsträchtiger sind: "Wir beginnen damit, uns mit B2B-Modellen auseinanderzusetzen. Wenn jemand ein Partner von Renault ist, kann er auch Sponsor des Teams werden. Aber Sponsoringmodelle wie in der Vergangenheit wird es glaube ich nicht mehr allzu lange geben. Das gilt für andere Hersteller wie Mercedes oder Toyota genauso."

Was er mit B2B-Modellen meint, erläutert Caubet nicht im Detail, denkbar wäre aber beispielsweise folgendes Szenario: Autoradiohersteller X stattet standardmäßig alle neuen Renault-PKWs aus, tut dies zu besonders günstigen Konditionen und bekommt dafür im Gegenzug Werbeflächen auf dem Formel-1-Auto. Das bringt einen ganz konkreten Kostengewinn für den Renault-Konzern, der dann entgangene Sponsoreneinnahmen leichter selbst abfedern kann.

Fotoquelle: Renault

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