Aufstieg: Simon Roberts nahm in Belgien und Italien viele Gratulationen entgegen

Formel 1 2009

— 29.09.2009

Force India: Wie McLaren-Mercedes hilft

Welche Zutaten Betriebsdirektor Simon Roberts von McLaren-Mercedes mit zu Force India brachte: Mit kleinen Anpassungen zum Erfolg

Sogar in der Formel 1 passieren manchmal noch Wunder. Die neuen Regeln in der Königsklasse haben dafür gesorgt, dass die alte Hackordnung 2009 nicht mehr besteht. Mehr noch: Gab es in den vergangenen Jahren immer mehr oder weniger deutlich dominierende Teams, zeigen sich in der laufenden Saison immer mal wieder andere Mannschaften an der Spitze. Spektakulärstes Beispiel war das Team Force India, das in Spa-Francorchamps und Monza sensationell weit vorne fahren konnte.

"Es ist schön, wenn man mal voller Stolz durch die Boxengasse gehen darf und von allen Seiten Gratulationen kommen", beschreibt Force-India-Betiebsdirektor Simon Roberts im Interview mit 'formula1.com'. Der britische Techniker war im Zuge des umfassenden Deals zwischen den Indern und McLaren-Mercedes vor Saisonbeginn von Woking nach Silverstone gewechselt.

"Es war klar, dass bei Force India sehr gute Leute arbeiten und sie alle nötigen Voraussetzungen mitbringen", meint Roberts, der erst gar nicht versuchte, die McLaren-Philosophie auf Force India zu übertragen. Ein solches Vorgehen wäre ohnehin sicherlich nicht klug gewesen, denn der indische Rennstall ist sowohl bei Ressourcen und Manpower als auch im Bereich Budget nicht mit dem silbernen Topteam vergleichbar. Hinzu kommt: Teamchef Vijay Mallya legt größten Wert darauf, dem Team eine indische Identität zu verleihen.

"Es ging eigentlich nur darum, hier und dort geringe Anpassungen einzuführen und die Kommunikation zu verbessern. Jeder muss stets wissen, was im Unternehmen vor sich geht", beschreibt Roberts seine Herangehensweise. Inwieweit der aktuell als bestes Aggregat der Formel 1 geltende Mercedes-Motor geholfen hat, mag der Brite nicht feststellen: "Ich kann die Motoren nicht vergleichen. Aber fest steht, dass wir einen starken, zuverlässigen Motor haben und uns keine Gedanken darüber machen müssen."

Force India bezieht vom Technikpartner nicht nur das Triebwerk, sondern auch Getriebe und die komplette Hydraulik. "Wir konnten uns dann allein auf Dinge konzentrieren, die für die Performance relevant sind. Vor allem um das Zusammenspiel von Chassis und Aerodynamikteilen. Wir sind glücklich. Wir konnten um das Technikpaket ein schnelles Auto herum konstruieren. Nur eines zählt am Ende: das Gesamtpaket."

Zu diesem Gesamtpaket gehören auch die Fahrer. Nachdem sich Giancarlo Fisichella seit Monza seinen Ferrari-Traum verwirklichen darf, fährt Vitantonio Liuzzi an der Seite von Adrian Sutil. "Wir waren beeindruckt, welche Leistung er gebracht hat, als er nach 18 Monaten Pause wieder ins Cockpit geklettert ist", lobt Roberts den Italiener, der in Monza nur von einem Technikproblem von Punkten abgehalten wurde.

Liuzzi soll angeblich bereits einen Rennvertrag für 2010 in der Tasche haben. Dies mag Roberts zwar noch nicht bestätigen, aber er erklärt: "Wir sind mit beiden Fahrern zufrieden. Aber wir konzentrieren uns derzeit darauf, diese Saison mit guten Leistungen abzuschließen." Nachdem man in Singapur aufgrund der Streckencharakteristik wieder im hinteren Feld zu finden war, rechnet sich Force India in Suzuka gute Chancen aus, denn in Japan ist wieder Highspeed gefragt.

Fotoquelle: Force India

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