Lewis Hamilton fehlten im Verlauf des Rennens die KERS-Zusatz-PS

Formel 1 2009

— 04.10.2009

KERS als Anti-Turbo: Hamilton in Suzuka Dritter

Ohne einen KERS-Defekt wäre für Lewis Hamilton in Suzuka sogar der zweite Platz drin gewesen - Heikki Kovalainen außerhalb der Punkte im Ziel

Lange Zeit sah es danach aus, als könne Lewis Hamilton beim Großen Preis von Japan in Suzuka den zweiten Rang einfahren. Doch am Ende streikte das KERS im Auto des Briten, worauf er am Ende doch nicht hinter Jarno Trulli auf den dritten Platz zurück fiel. Teamkollege Heikki Kovalainen sah auf dem elften Rang die Zielflagge außerhalb der Punkte.

"Beim Start versuchte ich, sowohl Jarno Trulli als auch Sebastian Vettel zu überholen, aber es gelang mir nicht, die Führung zu übernehmen", so Hamilton. "Danach hatte ich einen guten Zweikampf mit Jarno, wir fuhren Runden wie im Qualifying und nahmen uns gegenseitig immer wieder ein paar Zehntelsekunden ab."

"Über die Renndistanz konnte mein Auto mit seinem aber nicht ganz mithalten. Als ich das Rennen nach meinem zweiten Boxenstopp wieder aufnahm, verlor ich etwa eine Sekunde wegen eines Getriebeproblems, sodass ich rund 100 Meter langsam durch die Boxenstraße rollte."

"Deshalb war es keine Überraschung, dass Jarno mich bei seinem letzten Stopp überholen konnte, denn wir brauchten jedes Zehntel um den Abstand zu halten und das schafften wir nicht ganz. Als wir hinter dem Safety Car fuhren fragte ich die Ingenieure über Funk, ob sich KERS reparieren ließ, um beim Neustart Jarno attackieren zu können, doch das war nicht möglich und ich kam auch nicht nahe genug an ihn heran, um es aus dem Windschatten heraus zu versuchen."

"Ich bin etwas enttäuscht über mein Ergebnis, aber ich fuhr absolut am Limit", so Kovalainen. "Uns fehlt in den Hochgeschwindigkeitskurven immer noch etwas Grip und deshalb konnte ich nicht härter attackieren, obwohl ich das vom Start bis ins Ziel versuchte."

"Als Adrian Sutil mich in der Schikane überholen wollte, schaffte er das nur halb und lenkte dann ein. Ich war bereits auf den Randstein und konnte nicht ausweichen; deswegen berührten wir uns und er drehte sich."

"Bei meinem zweiten Boxenstopp gab es ein Problem mit dem rechten Vorderrad, wir verloren etwas Zeit und Giancarlo Fisichella fuhr unmittelbar vor mir wieder los. Ich schaltete den Begrenzer für das Boxengassentempo etwas eher wieder aus, beschleunigte dank KERS sofort und er ließ mir Platz, sodass ich vorbei kam - es sah wohl dramatischer aus als es war."

"Suzuka ist für Fahrer und Ingenieure eine besonders fordernde Strecke", so Teamchef Martin Whitmarsh. "Deshalb können wir mit dem dritten Platz recht zufrieden sein. Vor allem wenn man bedenkt, wo wir mit unserer Leistungsfähigkeit auf Strecken mit ähnlicher Charakteristik noch vor wenigen Wochen standen."

"Lewis hatte die Hoffnung, Sebastian Vettel bis zur ersten Kurve überholen zu können, doch wir wussten von vornherein, dass das schwierig werden würde. Und so kam es - Sebastian verteidigte Platz eins und war für uns auch im weiteren Verlauf des Rennens nicht zu schlagen."

"Lewis konzentrierte sich deshalb darauf, Platz zwei gegen Jarno Trulli zu verteidigen. Leider hatte er nach dem zweiten Boxenstopp ein Problem mit KERS, das sich nicht beheben ließ. Er musste deshalb seinen Fahrstil daran anpassen, denn auch die Bremsbalance änderte sich durch den KERS-Ausfall. Er machte dabei einen fantastischen Job und hielt Kimi Räikkönen bis zur Zielflagge hinter sich."

"Heikki wurde in der Startaufstellung wegen des außerplanmäßigen Getriebewechsels um fünf Positionen zurück versetzt und gab alles, um sich von Startplatz elf zu verbessern. Doch Überholen ist in Suzuka ziemlich schwierig. Heikki ist enttäuscht, dass er nicht über Platz elf hinaus kam - aber er freut sich auch schon auf das nächste Rennen in Brasilien."

"Wir reisen nach Interlagos mit der Zielsetzung, dort so viele Punkte wie möglich zu holen, denn wir wollen die Konstrukteurs-WM auf Platz drei beenden", so der Brite abschließend.

"Erneut ein gutes Rennen von Lewis und 16 Punkte für ihn und das Team innerhalb von acht Tagen mit seinem Sieg in Singapur und dem dritten Platz hier in Suzuka", so Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Nach seinem zweiten Boxenstopp gab es an seinem KERS Hybrid vermutlich ein Problem mit der Isolierung, wir untersuchen noch den Grund dafür. Das System schaltete sich deshalb wie vorgesehen selbst ab und Lewis musste nach seinem zweiten Boxenstopp ohne KERS-Unterstützung fahren."

"Ohne KERS fehlte dann Zusatzleistung und die Bremsbalance war beeinträchtigt. Aber auch mit diesem Handicap war Lewis sehr gut unterwegs und verteidigte beim Neustart nach der Safety Car Phase Platz drei gegen Kimi."

"Heikkis Rennen wurde durch den Start von Platz elf beeinträchtigt; die Folge seiner Bestrafung wegen des Getriebewechsels, der durch seinen Crash im Qualifying nötig geworden war. McLaren-Mercedes holte in den letzten sechs Rennen seit Lewis' Sieg im Grand Prix von Ungarn Ende Juli 51 Punkte - mehr als jedes andere Team in diesem Zeitraum."

"Ich danke jedem in unserer Mannschaft in Woking, Brixworth und Stuttgart für die geleistete harte Arbeit, durch die wir uns nach der schlechten ersten Saisonhälfte, in der wir in neun Rennen 14 Punkte holten, deutlich steigerten. In den letzten sechs Rennen holten wir 51 Zähler - das fühlt sich auf jeden Fall besser an."

"Glückwunsch an Sebastian und Red Bull zu ihrem großartigen Sieg heute - dieses Ergebnis hält den Ausgang der Weltmeisterschaft offen", so der Deutsche abschließend.

Fotoquelle: xpb.cc

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