Seit 2009 leitet Martin Whitmarsh die Geschicke von McLaren-Mercedes

Formel 1 2009

— 07.10.2009

Whitmarsh: "Vielleicht habe ich das unterschätzt"

Martin Whitmarsh über seinen Aufstieg zum Teamchef bei McLaren-Mercedes und den neuen Wind, der seit Saisonbeginn bei Silber weht

Unmittelbar vor dem Auftakt zur neuen Formel-1-Saison machte Ron Dennis einen Schritt zurück und Platz für seinen Nachfolger als Teamchef von McLaren-Mercedes. Seither ist Martin Whitmarsh die Person, die am Kommandostand der Silbernen die Fäden in der Hand behält. Dass diese Aufgabe nicht gerade einfach ist, musste der Brite bereits beim Testen vor dem Saisonauftakt erfahren.

"Der Tiefpunkt war sicherlich die elfte Woche des Jahres, als wir in Barcelona feststellten, dass wir zweieinhalb Sekunden hintendran lagen. Das war schockierend", so Whitmarsh rückblickend gegenüber 'Formula1.com'. "Wir mussten auf Rennställe aufholen, die ihrerseits ebenfalls Fortschritte machten. Wir mussten uns also deutlich schneller verbessern als sie - und das ist uns gelungen."

Genau wie sein Team, so wuchs auch Whitmarsh an seinen Aufgaben: "Ich habe gelernt, dass die Rolle des Teamchefs viel bedeutender ist, als ich erwartet hätte", meint das Oberhaupt der Silberpfeile. "Ich bin schon 20 Jahre bei diesem Team und hatte das Glück, Führungspositionen inne zu haben. Als ich zum Teamchef bestellt wurde, hielt ich das eher für eine symbolische Angelegenheit."

"Vielleicht habe ich das unterschätzt - und vielleicht auch den Druck", so Whitmarsh. "Ron wurde 30 Jahre lang mit diesem Team in Verbindung gebracht. Viele Leute dachten daher, dass ich sein Klon sein würde. Vielleicht haben die Leute mittlerweile festgestellt, dass das nicht der Fall ist. Wir haben nun einen anderen Stil, die Dinge anzupacken", erläutert der Teamchef von McLaren-Mercedes.

"Hoffentlich haben wir noch die klassischen Stärken, die McLaren schon immer hatte. Wir versuchen aber auch, einige Dinge besser zu machen, in denen wir in der Vergangenheit nicht gut waren", sagt Whitmarsh und gesteht: "Seit 1993 durfte ich für das Team auf das Podium steigen und Pokale entgegennehmen. In Ungarn dort zu stehen war ein viel größerer Augenblick, als ich mir das vorgestellt hatte."

Fotoquelle: xpb.cc

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