Von der 2009er-Klasse haben bisher nur sechs Fahrer einen Platz sicher

Formel 1 2009

— 26.10.2009

Transfermarkt: Wer fährt 2010 für welches Team?

Vor dem letzten Saisonrennen sind zumindest offiziell noch 20 Formel-1-Cockpits für 2010 frei - Übersicht über den Stand der Verhandlungen

Wer geglaubt hat, dass mit der Bekanntgabe des schon lange geplanten Wechsels von Fernando Alonso zu Ferrari auch alle weiteren Mosaiksteinchen der Reihe nach auf ihren Platz fallen würden, der lag falsch. Sechs Tage vor dem letzten Rennen der Saison 2009 sind nur sechs von 26 Formel-1-Cockpits (Qadbak nicht eingerechnet) offiziell vergeben.

Als abgeschlossen können das Fahrerthema derzeit nur Red Bull und Ferrari betrachten, wobei es hinter den Kulissen möglicherweise auch bei anderen Teams schon abgeschlossene Deals gibt, die nur noch nicht kommuniziert wurden. Gewartet wird derzeit wohl auf die Entscheidung von Kimi Räikkönen, der als ehemaliger Weltmeister natürlich ein begehrtes Transferobjekt ist. Auch die insgesamt acht Cockpits bei neuen Teams bringen Spannung in diese Frage.

Brawn:

Das frischgebackene Weltmeisterteam musste unmittelbar nach dem Titelgewinn von Jenson Button in São Paulo fürchten, den Briten mit der Startnummer eins zu verlieren. Button-Manager Richard Goddard forderte für seinen Klienten eine saftige Gehaltserhöhung. Geschäftsführer Nick Fry sagte von Anfang an, die Brücke zwischen den beiden Seiten sei überwindbar, und scheint damit richtig gelegen zu sein: Wie man hört, haben sich Button und Ross Brawn auf eine Gage von gut acht Millionen Euro geeinigt.

Das zweite Cockpit soll laut verschiedenen Quellen bereits fix an Nico Rosberg vergeben sein. Der hat bei Williams bereits gekündigt und wird 2010 auf jeden Fall Mercedes fahren - wenn nicht bei Brawn, dann bei McLaren. Die Variante Räikkönen wird von Insidern als unwahrscheinlich eingeschätzt.

Red Bull:

Auch wenn sie von offizieller Seite stets dementiert wurden, entbehrten die Gerüchte um einen Wechsel von Räikkönen zu Red Bull nicht jeder Grundlage. Wie 'Motorsport-Total.com' aus dem Umfeld des Ex-Weltmeisters erfahren hat, gab es lose Kontakte, die sich aber nicht materialisiert haben. 2010 werden erneut Sebastian Vettel und Mark Webber in den beiden Cockpits sitzen.

McLaren-Mercedes:

Lewis Hamilton hat einen Vertrag bis Ende 2012 und ist für die kommende Saison gesetzt. Heikki Kovalainen ist zwar Wunschkandidat des einflussreichen Managervaters Anthony Hamilton, doch die realistischen Chancen des Finnen auf eine Weiterverpflichtung sind minimal.

Als Favorit auf den Platz wird Räikkönen gehandelt. Daran, Weltmeister Button ins Team zu holen, soll Hauptsponsor Vodafone interessiert sein. Button würde die Startnummer eins nach Woking mitbringen. Gegen ein Dreamteam Hamilton/Button spricht jedoch, dass es zwischen dem neuen Champion und Brawn eine deutliche Annäherung gegeben haben soll.

Ferrari:

Bei den Italienern ist alles klar: Fernando Alonso kommt neu ins Team, Felipe Massa wird beim Saisonauftakt in Bahrain sein Comeback geben.

Toyota:

Der nicht ganz unumstrittene Teampräsident John Howett hat den Poker um Robert Kubica gegen Renault verloren, träumt aber von einer weiteren großen Nummer: Räikkönen. Das Management des Finnen missbraucht Toyota aber angeblich nur, um den Preis für andere Teams in die Höhe zu treiben.

Der Vorstand in Japan wünscht, dass Kamui Kobayashi nach seinem ansprechenden Debüt in São Paulo auch 2010 im Auto sitzt. Das könnte durchaus passieren, weil Toyota auf den Wunschzetteln der absoluten Topfahrer nicht ganz oben steht. Timo Glock hat sich geistig schon aus Köln verabschiedet, Jarno Trulli pokert darauf, dass Howett ohnehin keinen anderen Spitzenmann finden wird.

Doch der Markt ist noch stark in Bewegung, sodass auch andere Namen bei Toyota landen könnten. Wegen seiner Erfahrung wäre Nick Heidfeld ein logischer Kandidat, der von McLaren-Mercedes aussortierte Kovalainen gilt ebenfalls als theoretische Möglichkeit.

Williams:

Offiziell kommuniziert ist zwar noch nichts, doch die Option auf Nico Hülkenberg wurde bereits eingelöst und auch mit Rubens Barrichello soll längst alles klar sein. Laut Informationen von 'auto motor und sport' verfügt der Brasilianer aber über eine Ausstiegsklausel aus dem Williams-Vertrag, sollte er wider Erwarten doch auch bei Brawn weiterhin erwünscht sein, wo ihm Rosberg wohl den Platz weggenommen hat.

Beinahe wäre Frank Williams zu einem absoluten Superstar gekommen, denn als klar war, dass sich Ferrari von Räikkönen trennen würde, fanden Gespräche mit dem Ex-Weltmeister statt. Ob man dessen Gehaltsforderungen überhaupt erfüllen hätte können, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Renault:

Kubica ist fix. Was das zweite Cockpit angeht, so bemühen sich die Franzosen weiterhin um die Dienste eines Deutschen: Glock und Heidfeld sollen zu den bevorzugten Optionen gehören. Romain Grosjean könnte an Bord bleiben, wenn die Verhandlungen mit den eigentlichen Wunschfahrern scheitern. Als wahrscheinlich gilt dies aber nicht, weil der Franzose als Überbleibsel aus der Ära Briatore/Symonds betrachtet wird. Mit der möchte die neue Teamführung eigentlich am liebsten abschließen - vielleicht eine Chance für Bruno Senna?

Force India:

Bei den in Silverstone stationierten Indern bewerben sich zahlreiche Piloten, darunter auch der Schweizer Neel Jani und Karun Chandhok. Doch Neo-Betriebsdirektor Otmar Szafnauer, der die operative Führung in São Paulo von Simon Roberts übernommen hat, möchte unbedingt an Adrian Sutil und Vitantonio Liuzzi festhalten. Mangels Alternativen werden die beiden Piloten wohl auch tatsächlich bleiben.

Toro Rosso:

Teamchef Franz Tost war von Anfang an darauf eingestellt, mit Sébastien Buemi und Jaime Alguersuari weiterzumachen. Daran hat sich in den vergangenen Wochen eigentlich nichts geändert, obwohl die beiden Youngsters seit Suzuka viel Schrott produziert haben - zu viel, wie manche finden. Aber mangels ernsthafter Alternativen aus den eigenen Red-Bull-Reihen erscheint ein Wechsel nicht logisch.

Campos:

Adrian Campos möchte unbedingt einen Spanier im Team haben. Hierfür drängen sich nur Pedro de la Rosa und Marc Gené wirklich auf. De la Rosa zögert aber mit der Unterschrift, weil er nicht seinen Testvertrag bei McLaren-Mercedes kündigen möchte - er fürchtet, dann am Ende mit leeren Händen dazustehen, sollte das Campos-Projekt komplett platzen, wie nicht wenige Insider vermuten.

Von den weiteren Kandidaten besitzt wohl Vitaly Petrov die besten Chancen. Der Russe gilt zwar nicht unbedingt als angehender Weltmeister, doch sein prall gefülltes Geldköfferchen mit Sponsorenmillionen könnte ihn zu einem interessanten Mann für Campos machen.

Manor:

Dass das Team von John Booth nächstes Jahr unter dem Namen Virgin an den Start gehen wird, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Das bedeutet, dass auch die Finanzierung kein Problem sein sollte. Somit ist man für die vielen noch auf dem Markt befindlichen Fahrer wahrscheinlich die attraktivste Adresse unter den vier Neulingen.

Gute Chancen auf eine Verpflichtung besitzt dem Vernehmen nach mit Glock ein Deutscher. Auch die GP2-Rennsieger Lucas di Grassi und Adam Carroll gehören zum engeren Kandidatenkreis.

US F1:

Ken Anderson und Peter Windsor wollten ursprünglich Alexander Wurz als erfahrenen Teamleader holen, der Österreicher soll jedoch den Glauben an das Projekt verloren und abgesagt haben. Überhaupt kämpft US F1 mit einem schlechten und unseriösen Ruf, obwohl das Team von allen neu eingeschriebenen WM-Teilnehmern bisher am meisten öffentlich kommuniziert und mit YouTube-Mitgründer Chad Hurley einen renommierten Geschäftsmann als Investor gewonnen hat.

Die einem jungen Amerikaner zugedachte Rolle der Nummer zwei könnte zum Beispiel auf Jonathan Summerton entfallen. Die Vision, einen großen NASCAR-Namen - etwa Kyle Busch - unter Vertrag zu nehmen, ist zumindest für 2010 nicht realistisch. Sollte das Team seine Versprechungen aber halten und nächste Saison konkurrenzfähig in der Formel 1 mitfahren, dann könnte die Attraktivität von US F1 sehr schnell steigen.

Lotus:

Das Team um Technikchef Mike Gascoyne gilt dank der Unterstützung der malaysischen Regierung als seriös. Teamchef Tony Fernandes hat mehreren erfahrenen Piloten ein Angebot unterbreitet, darunter auch Trulli. Die Variante, mit Senna den Neffen desjenigen Fahrers zu holen, der 1987 den letzten Grand-Prix-Sieg für das alte Lotus-Team gefeiert hat, hat ebenfalls Charme.

Der malaysische Flügel träumt von einem Malaysier im Cockpit. Dafür scheint im Moment noch niemand weit genug zu sein. Die Teamführung gibt jedoch offen zu, dass man den ehemaligen A1GP-Piloten Fairuz Fauzy gerne eine Chance als Testfahrer geben möchte.

Qadbak:

Das bald ehemalige BMW Sauber F1 Team hat immer noch keinen Startplatz für 2010. Langsam läuft den Verantwortlichen die Zeit davon. Sollte der Rennstall trotzdem in Bahrain am Start sein, dann eventuell mit Heidfeld oder Christian Klien. Auch der Kontakt zu Glock ist noch nicht komplett abgerissen. Doch solange die Existenzfrage nicht geklärt ist, sind alle Fahrerspekulationen eigentlich überflüssig.

Fotoquelle: xpb.cc

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