Formel 1 GP von Monaco 2009 Jenson Button vor Rubens Barrichello, Brawn GP

Formel 1 2009 GP von Monaco

— 25.05.2009

Brawn-Gala in Monte Carlo

Mit einem Doppelsieg – Button wieder einmal vor Barrichello – im Formel-1-Klassiker von Monte Carlo gelang dem Newcomer-Team von Ross Brawn der bestmögliche Monaco Einstand.

BrawnGP-Pilot Jenson Button hat mit seinem souverän herausgefahrenen Sieg beim Grand-Prix-Klassiker der Formel 1 in Monaco seine Solotour zum Titel fortgesetzt. Der Brite feierte in den Häuserschluchten von Monte Carlo bereits seinen fünften Saisonerfolg im sechsten Rennen und baute damit seine komfortable Spitzenposition weiter aus. "Super, super", jubelte Button nach seiner Gala über den Boxenfunk. "Davon träumt man schon als Kind." Teamkollege Rubens Barrichello machte am Sonntag als Zweiter den Triumph für BrawnGP perfekt. Die "Brawnies" konnten die schnellste Hafenrundfahrt der Welt nach einem geglückten Start entspannt genießen. Button verteidigte seine Pole-Position locker und Teamkollege Barrichello düpierte gleich den zweitplatzierten Räikkönen. Danach fuhr das Duo bis zum ersten Boxenstopp einsam vorneweg.

Die Brawn-Truppe feierte ausgelassen. Im ersten Rennen auf der engen Piste von Monte Carlo landeten sie einen Doppelsieg.

In der Gesamtwertung liegt Button nach sechs von 17 Läufen mit 51 Punkten souverän vor dem Brasilianer Barrichello (35). "Ich habe jetzt sicher einen Vorteil in der WM, aber es ist noch immer alles drin", sagte der Spitzenreiter. Dem Drittplatzierten Vettel (23 Zähler) hilft nur noch eine Ausfall-Serie der bärenstarken Brawn-Mannschaft, um seinen Traum verwirklichen zu können. Die Hoffnung hat der Hesse dennoch nicht aufgegeben: "Ich denke schon, dass die noch einzuholen sind. Die kommen auch nicht immer ins Ziel." Derzeit spricht aber nichts für ein Ende von Buttons alles erdrückender Dominanz, die immer mehr an die Glanzzeiten von Rekord- Champion Michael Schumacher erinnert.

Ein Sieg für die Formel-1-Analen

Davon hat Jenson Button schon als Kind geträumt: Den Formel-1- Siegerpokal aus der Hand des Fürsten von Monaco bekommen.

Nach den erneuten "Button-Festspielen" jubelte der Seriensieger noch mehr: "Hier zu gewinnen, ist großartig. Ich genieße diesen Moment. Fantastisch. Ich bin einfach nur glücklich." Der 29 Jahre hatte nach seinem Coup rund ums Casino sogar noch genug Kraft, um auf dem Kurs Richtung Fürstenloge zur Ehrung und Pokalübergabe zu joggen. "Es war ein außergewöhnliches Wochenende für Brawn, mich und Rubens. Das wird sicher in die Geschichte der Formel 1 eingehen: ein neues Team gewinnt in Monaco", betonte er. Button triumphierte auf dem spektakulären Stadtkurs nach 260,520 Kilometern überlegen. Dank seines Riesenvorsprungs konnte er schon früh das Tempo drosseln und den Erfolg beim prestigeträchtigsten Formel-1-Rennen im Spielerparadies an der Côte d'Azur locker nach Hause schaukeln. Barrichello wies 7,666 Sekunden Rückstand auf. "Jenson ist in Superform. Er macht keine Fehler", musste der Brasilianer die Vormachtstellung des Briten anerkennen.

Vettel crasht, gibt aber nicht auf

Parkplatz für abgestellte Träume. In Runde 16 musste Sebastian Vettel in der St. Devote Kurve seinen Red Bull unfreiwillig parken.

Die deutsche WM-Hoffnung Sebastian Vettel verbuchte einen herben Rückschlag im Titelrennen und schied nach einem selbst verschuldeten Unfall in Runde 16 aus. "Ich bin kollidiert und dann in die Mauer gekracht", schilderte der Red-Bull-Pilot frustriert seinen Aussetzer. Durch den dritten "Nuller" büßte der 21-Jährige im WM-Kampf weiter an Boden ein. Nico Rosberg holte als einziger des deutschen Fahrer-Quintetts Punkte. "Der sechste Platz ist super. Mehr war nicht drin", sagte der Williams-Pilot. Nico Rosberg ging in seiner Wahlheimat nach Buttons erstem Boxenstopp sogar in Führung, musste "P 1" nach nur einer Runde allerdings wieder an den Briten abgeben, weil er selbst zum Tanken abbog. Danach konnte der 23 Jahre alte Wiesbadener nicht mehr in den Kampf um die Podestplätze eingreifen: "Die vorne waren schneller."

Ferrari auf dem Vormarsch

Kimi Räikkönen gelang als Drittem das beste Saisonergebnis für Ferrari. Teamkollege Felipe Massa belegte Rang vier, so dass der Konstrukteurs-Weltmeister des Vorjahres erstmals beide Autos in den Punkten hatte. "Wir sind auf dem Weg zurück. Jetzt stimmt auch das Ergebnis", sagte der finnische Champion von 2007. Teamkollege Felipe Massa sieht Ferrari auf dem Weg zur zweiten Kraft: "Ich glaube, es braucht noch ein paar Rennen, bis wir wirklich sicher sein können, die zweite Kraft zu sein. Im Augenblick ist das nur schwer zu sagen. Wir haben fest vor, uns als zweites Team zu etablieren und in jedem kommenden Rennen um das Podium zu kämpfen."

Für Hamilton ist die Saison gelaufen

Lewis Hamilton sah Licht am Ende des Tunnels - 77 mal – aber nur kurz in jeder Runde des Rennens, ansonsten sieht es eher düster aus.

Vorjahressieger Lewis Hamilton musste wegen eines kurzfristigen Getriebewechsels von ganz hinten starten und hatte damit keine Chance mehr auf einen Podestplatz. Der britische McLaren-Mercedes-Pilot hat sich nach seinem zwölften Rang praktisch aus dem WM-Rennen verabschiedet. Besonders demütigend war für den Titelverteidiger, dass ihn sein wahrscheinlicher Nachfolger kurz vor Halbzeit des WM-Laufes wieder einmal überrundete: "Das ist schon hart." Das Debakel für die Silbernen machte der Finne Heikki Kovalainen mit seinem Abflug in die Mauer in der 53. Runde perfekt. "Die Brawn kann derzeit niemand schlagen", räumte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug ein und strich dabei den Anteil als Motorenlieferant heraus: "Fünf Siege von Brawn mit unserem Motor, davon drei Doppelerfolge - eine grandiose Bilanz."

BMW – Total von der Rolle

Auch in Monaco konnte sich die Boxen-Crew von BMW anstrengen wie sie wollte: Das Auto ist einfach nicht schnell genug.

Frust pur bei Nick Heidfeld und BMW: Der Mönchengladbacher belegte nur den elften Platz. Teamkollege Robert Kubica musste seinen BMW-Sauber bereits im 31. Umlauf wegen eines technischen Defektes in der Garage abstellen. "Die Enttäuschung ist natürlich sehr groß", gestand BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen nach der erneuten Pleite. "Das Auto ist nicht schnell genug. Wir müssen dieses Problem analysieren und dafür eine Lösung finden", so der Deutsche weiter. "Das Problem tritt natürlich auf anderen Strecken nicht so stark auf wie hier. Von der Charakteristik der Strecke her sollten wir in Istanbul in der Lage sein, die Reifen zum Arbeiten zu bewegen. Aber auch dort wird es so sein, dass wir einfach länger brauchen und uns deutlich schwerer tun, dies auf eine schnelle Runde zu schaffen."

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