Sekundärziele von Lotus: Die Teams vereinen und Asien erobern

Formel 1 2010

— 04.01.2010

Fernandes fordert mehr Kameradschaft

Tony Fernandes beobachtet mit Sorge die nie enden wollenden Streitigkeiten zwischen den Teams und spricht über die Grundphilosophie von Lotus

Der malaiische Lotus-Boss Tony Fernandes hofft, dass die neuen Teams Lotus, Virgin, Campos und USF1 frischen Wind in die Formel 1 bringen: Zu lange schon ist der schnellste Zirkus der Welt verkrusteten Strukturen ausgesetzt, wo man einander nicht die Butter auf dem Brot gönnt. Als Beispiel könnte man die Rivalität zwischen Ferrari und McLaren nennen, die 2007 in einem handfesten Skandal und 100 Millionen Dollar Strafe für das Team aus Woking gipfelte.

Das gefällt Fernandes gar nicht: "Die Teams stehen zwar miteinander im Wettbewerb, sie tun es aber auf eine blöde Art und Weise: Sie versuchen sich gegenseitig zu töten und das hilft niemandem. Das offenbart auch eine mangelnde Professionalität", wird der verärgerte Neueinsteiger von 'Autosport' zitiert.

Dadurch, dass jetzt viele neue private Teams die Szene betreten haben, die bewusst eine gewisse Lockerheit ausstrahlen, soll dem entgegen gewirkt werden. Man erinnere sich nur an die witzige Wette zwischen Virgin-Chef Richard Branson und Fernandes, so was ist im Zeitalter der wolkenkratzer- und palastartigen Motorhomes fast undenkbar gewesen.

"Vielleicht wird das ein wenig diese Wettbewerbsfokussierung aufheben, vielleicht wird etwas Kameradschaft entstehen. Ich will nicht immer dieses gegenseitige 'Hey, ich liebe dich' und als nächstes hat man ein Messer im Rücken. Man wird den Wettbewerb nie ganz zurückdrängen können, das wird auch bei uns nicht anders sein. Wir wollen ja alle gewinnen, sonst wären wir nicht in diesem Sport involviert."

Fernandes will kein Messer im Rücken

"Ich denke aber, dass wir mehr erreichen können, wenn wir zusammenarbeiten, die FOTA ist dazu ein guter Ansatz", fährt der Malaye fort. "Die FOTA ist aber nicht dazu da, Kreativität zu unterdrücken. Eine marxistische Formel 1, wo jeder allem zustimmt und alle das Gleiche denken, funktioniert nicht. Man braucht auch etwas Individualismus. Es muss eine gesunde Balance zwischen diesen beiden Ansätzen herrschen."

Doch Friede, Freude, Eierkuchen soll nicht der einzige erhoffte Effekt von Lotus sein. Fernandes gibt ein weiteres Ziel vor: "Wir wollen siegen, aber natürlich wollen wir die Formel 1 in Asien etablieren." In gleichem Atemzug formulierte Fernandes daraus folgend einen interessanten Denkansatz.

"Vielleicht können wir eines Tages die Verhältnisse umdrehen und aus Silverstone wird ein Nachtrennen machen, weil Milliarden Menschen in Asien die Formel 1 am Nachmittag verfolgen wollen. Wozu veranstalten wir überhaupt Nachtrennen? Weil wir dem europäischen Publikum dienen. Das ist aber nicht global."

"Die Formel 1 muss ein wirklich globaler Sport werden und wir wollen unseren bescheidenen Teil dazu beitragen", so Fernandes, der den vorläufigen Stützpunkt seines Teams in Großbritannien aufgebaut hat, bevor der Rennstall langfristig nach Malaysia übersiedeln will. Durch die Piste von Sepang hat der asiatische Staat mittlerweile eine gewisse Formel-1-Tradition erhalten, jetzt sollen auch ein einheimisches Team und Fahrer dazu kommen.

Fotoquelle: Lotus F1

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