Eric Boullier möchte dem Renault-Team das Selbstvertrauen zurückgeben

Formel 1 2010

— 06.01.2010

Boullier: "Das Team braucht Selbstvertrauen"

Renaults neuer Teamchef Eric Boullier ist überzeugt, dass das Team sehr kompetent ist: "Es muss ihnen nur jemand etwas Mut machen"

Das Renault-Team hat turbulente Monate hinter sich. Die Saison 2009 verlief aus Sicht der Franzosen nicht nur sportlich enttäuschend - der Skandal um Flavio Briatore und den angeblich fingierten Unfall von Nelson Piquet in Singapur 2008 war der Tiefpunkt schlechthin in der Geschichte des Herstellers und zudem ein Image-Desaster ersten Ranges. Teamchef Briatore und Technik-Direktor Pat Symonds wurden gefeuert, Ex-Weltmeister Fernando Alonso wechselte zu Ferrari.

In der Folge erwog Renault den kompletten Ausstieg aus der Formel 1, nimmt nun aber nach dem Verkauf von Teamanteilen an den luxemburgischen Geschäftsmann Gerard Lopez und dessen Unternehmen Genii Capital vorerst weiterhin an der Weltmeisterschaft teil. Neuer Teamchef, und damit Nachfolger von Interims-Boss Bob Bell, wird Eric Boullier. Der Geschäftsführer des Management-Unternehmens Gravity Sport ist ein Vertrauer Lopez'.

Boullier ist zwar ein Formel-1-Neuling, aber in Sachen Motorsport durchaus erfahren. In der Vergangenheit war der junge Franzose unter anderem als A1GP-Teamchef und Technischer Direktor des DAMS-Teams aktiv. Nun soll er das strauchelnde Renault-Werksteam wieder nach vorne bringen. Dazu sei vor allem jemand gefragt, der der ehemaligen Weltmeistermannschaft das Selbstvertrauen zurückgebe, so Boullier gegenüber 'Autosport'.

Das Team habe einiges vorzuweisen, "das sollten wir nicht vergessen. Außerdem wäre es dumm von mir, wenn ich, ohne Formel-1-Erfahrung, hier alles auf den Kopf stellen würde. Das Team ist sehr kompetent. Es muss ihnen nur jemand Mut machen." Seine mangelnde Erfahrung stelle dabei keinen Nachteil dar, im Gegenteil. "Es wird eine Hilfe sein, denn es ist gut, einen frischen Geist dabeizuhaben. Vor allem weil ich ein Rennsport-Typ bin. Ob es nun Formel 1 oder Sportwagen sind, es sind immer noch Autorennen."

Zweiter Fahrer wird noch gesucht

Die Summe der Anforderungen sind aber nirgendwo so groß wie in der "Königsklasse" des Motorsports, das weiß auch Boullier. "Es wird anstregend, denn ich trage hier mehr Verantwortung - gegenüber Sponsoren, dem Hersteller und den Mitarbeitern. Außerdem steht man in Kontakt mit der FOTA, der FIA und anderen Teams. Es ist also alles etwas umfangreicher."

Wer der zweite Fahrer neben Robert Kubica wird, vermag der neue Teamchef noch nicht zu sagen. Die Suche nach der Nummer zwei könne noch drei Wochen in Anspruch nehmen. Zunächst sei man bei Renault froh, dass sich Kubica zum Team bekannt habe. "Er ist einer der Schlüsselfahrer auf dem Markt", so Boullier. "Er hat sein Talent und seine Leidenschaft schon oft unter Beweis gestellt. Er gibt immer 100 Prozent. Ich freue mich darauf, mit ihm zusammenzuarbeiten."

Fotoquelle: Drew Gibson/LAT/Renault

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