Flavio Briatore sieht in Ex-FIA-Präsident Max Mosley den Urheber seines Übels

Formel 1 2010

— 06.01.2010

Briatore: "Eine Sache zwischen mir und Herrn Mosley"

Der frühere Renault-Teamchef Flavio Briatore ist zufrieden mit dem neuerlichen Urteil und behält sich vor, weitere rechtliche Schritte einzuleiten

Flavio Briatore fühlt sich wieder wohl in seiner Haut, nachdem ein französisches Gericht am Dienstag die Bannstrafe des Automobil-Weltverbandes (FIA) für ungültig erklärte. Briatore und der frühere Technikchef von Renault, Pat Symonds, waren im Rahmen der Betrugsaffäre um den Großen Preis von Singapur 2008 auf Lebenszeit beziehungsweise für fünf Jahre von FIA-Events verbannt worden.

Hat der italienische Lebemann seinen Gerichtserfolg wenigstens ordentlich gefeiert und mit einem guten Tropfen auf den Sieg gegen die FIA angestoßen? "Nein, ich habe eine Cola getrunken, weil ich auf Diät bin", gibt Briatore in der 'Gazzetta dello Sport' zu Protokoll und fügt an: "In den vergangenen drei Monaten habe ich wirklich viel Mist gegessen" - und nicht alles war leicht zu verdauen.

Briatore: "Crashgate" als Privatfehde

Vor allem nicht die Strafe, die Briatore im Zuge der "Crashgate"-Affäre vorgesetzt wurde. Für den 59-Jährigen ist klar, wer ihm diese Suppe eingebrockt hat: "Es ging Mosley einzig und alleine um Rache", sagt Briatore. "Er hat die FIA und den Weltrat stets so gemanagt, als wären sie sein Privatbesitz. Er versicherte mir, dass sie verstanden hatten, dass ich nichts mit dieser Geschichte zu tun hatte."

"Dann kam das Urteil. Das war eine unehrenhafte Sache nach 18 Jahren in der Formel 1", hält der frühere Teamchef von Renault rückblickend fest. "Erst hat Mosley versucht, mir die Titel wegzunehmen - mit 'Schumi' und später mit Alonso. Schließlich wollte er mich durch diese Geschichte zerstören", meint Briatore und merkt an: "Das ist eine Sache zwischen mir und Herrn Mosley."

Gleichwohl hatte die Bestrafung durch die FIA große Auswirkungen auf das Geschäftsleben des Fahrermanagers Briatore - auf Druck des Automobil-Weltverbandes wandten sich viele seiner Schützlinge von ihm ab. Ein Umstand, den der Italiener nun einer eingehenden Überprüfung unterziehen will. Rechtliche Schritte schließt das langjährige Teamoberhaupt derzeit nicht aus.

Folgen weitere gerichtliche Auseinandersetzungen?

"Mit Ausnahme von Kovalainen und di Grassi hat sich meine Beziehung zu den anderen Fahrern niemals verändert", erklärt Briatore und kündigt an: "Gemeinsam mit unseren Anwälten werden wir nun die Lage analysieren und schauen, ob wir gerichtliche Schritte gegen jemanden einleiten werden, der vertragsbrüchig geworden ist." Auch mit den Piquets könnte sich Briatore auseinander setzen.

Der frühere Formel-1-Weltmeister Nelson Piquet und sein Sohn Nelson jr. hatten die FIA im vergangenen Jahr auf die Vorgänge von Singapur 2008 aufmerksam gemacht und so den "Crashgate"-Stein überhaupt erst ins Rollen gebracht. Briatore bezeichnet ein mögliches gerichtliches Vorgehen gegen die Brasilianer als "sehr wahrscheinlich", ohne in dieser Sache deutlicher zu werden.

So viel lässt sich Briatore aber einen Tag nach dem neuen Urteil entlocken: "All das Schlechte, was man mir angetan hat, wird sicherlich nicht binnen eines Tages vergessen sein", meint der 59-Jährige, der in Kürze Nachwuchs erwartet. Wie der Sprössling heißen wird, steht aber noch in den Sternen: "Wir haben uns noch nicht auf einen Namen geeinigt. Sicherlich wird das Kind aber nicht Max heißen!"

Fotoquelle: xpb.cc

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