Eddie Irvine hält Flavio Briatore für eine wichtige Persönlichkeit in der Formel 1

Formel 1 2010

— 07.01.2010

Irvine: "In der Formel 1 hat jeder betrogen"

Der frühere Rennfahrer Eddie Irvine spricht über das neue Urteil zur "Crashgate"-Affäre und den ehemaligen Renault-Teamchef Flavio Briatore

Vor einigen Monaten erschütterte der "Crashgate"-Skandal die Formel 1, nun wurde der Fall vor einem französischen Gericht noch einmal aufgerollt - mit einem etwas überraschenden Ergebnis: Die Richter erachteten die vom Automobil-Weltverband (FIA) gegen Flavio Briatore und Pat Symonds ausgesprochenen Strafen für ungültig und hoben die Sperren gegen das Ex-Renault-Duo auf.

Der ehemalige Ferrari-Pilot Eddie Irvine begrüßt diese neue Entwicklung, wie er gegenüber 'ESPN' zu Protokoll gibt: "Ich freue mich darüber, dass das Gericht die Strafe gegen Flavio annulliert hat. Eine lebenslange Sperre für den Sport ist meiner Meinung nach etwas zu viel des Guten gewesen", sagt Irvine, der seine Rennfahrerkarriere nach der Saison 2002 beim Jaguar-Team beendet hatte.

"Max Mosley ist ein cleverer Bursche und er hat die Formel 1 so geleitet, als wäre sie sein Privatbesitz. Ich glaube, da standen persönliche Themen deutlich mehr im Vordergrund, als die Leute vielleicht denken", meint der Nordire und fügt an: "Bis zu einem gewissen Grad hat doch jeder in der Formel 1 betrogen. Wir alle haben es an einem bestimmten Punkt getan", hält Irvine fest.

"Die Frage ist nur, wo man einen Strich zieht. Jemanden auf die Strecke zu schicken, damit er verunfallt und das Safety-Car auf den Plan ruft, ist vielleicht ein Schritt zu weit", so Irvine. "Aber wie oft haben wir es erlebt, dass ein Pilot im Rennen dazu aufgefordert wurde, zur Seite zu fahren und seinen Teamkollegen passieren zu lassen? Ist das nicht auch Betrug? Wo setzt man die Grenze an?"

"Crashgate" hin und her - für den früheren Ferrari-Fahrer ist Briatore noch immer ein wichtiger Bestandteil des Formel-1-Puzzles. Irvine: "Die Formel 1 braucht Persönlichkeiten und Flavio war großartig für den Sport. Es spricht doch für sich, dass er in diesem Sport möglicherweise der berühmteste Kerl war, nachdem Michael zurückgetreten war - und Flavio war ein Teamchef!"

"Andere Teamchefs wie Ron Dennis und Jean Todt haben vielleicht etliche Stunden in der Fabrik zugebracht und manchmal arbeitend die Nacht zum Tage gemacht. Auf der anderen Seite gab es Flavio, der mit Models abhängt, Champagner trinkt und dennoch Weltmeisterschaften gewinnt. Es war einfach brillant", sagt Irvine. "Ich mag ihn sehr und wurde ihn gerne wieder in der Formel 1 sehen."

Fotoquelle: xpb.cc

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