Urgestein: Jackie Stewart kennt die Formel 1 und ihr Umfeld wie seine Westentasche

Formel 1 2010

— 09.01.2010

Stewart: Formel 1 war schon immer global

Der dreifache Weltmeister Jackie Stewart findet, dass sich die Formel 1 im Grunde genommen über all die Jahrzehnte nicht verändert hat

Jackie Stewart ist seit gut einem halben Jahrhundert eng mit dem Grand-Prix-Sport verbunden. In den 1960er- und 1970er-Jahren startete er bei insgesamt 99 Grand-Prix-Rennen und gewann zwischen 1969 und 1973 dreimal die Fahrer-Weltmeisterschaft. Nach seiner aktiven Karriere war er als Repräsentant und Berater verschiedener Firmen tätig, die sich in der Formel 1 engagierten. In den 1990er-Jahren besaß er zusammen mit seinem Sohn Paul sogar ein eigenes Team.

Stewart kennt sich also sehr gut aus und kann die gegenwärtige Lage der "Königsklasse" im Vergleich zu den vorangegangenen Jahrzehnten ganz gut einschätzen. Gegenüber 'Crash.net' beschreibt er die Formel 1 so: "Sie ist anders und doch nicht anders. Natürlich hat es die technologische Entwicklung immer gegeben. Wenn man sich die 1920er- und 1930er-Jahre ansieht, war das mit Mercedes-Benz und Auto Union, die Alfa Romeo und Bugatti ablösten, ebenfalls schon ein 'Krieg der Sterne'."

"Das Gleiche ist nach dem Zweiten Weltkrieg passiert, als Ferrari und Maserati die Welt anführten, und dann plötzlich Cooper und Lotus", fährt Stewart fort. "Die Technologie hat sich also immer weiterbewegt, aber das menschliche Element ist gleich geblieben. Ich denke nicht, dass Jenson Button oder Lewis Hamilton sich so sehr von Jim Clark, Jackie Stewart, Stirling Moss oder Juan-Manuel Fangio unterscheiden. Das sind alles dieselben Tiere."

Ebenso sei die Formel 1 schon immer ein globaler Sport gewesen. "Sie ist zum Beispiel schon in Australien, Neuseeland, Lateinamerika oder Argentinien gefahren - sogar in Kuba und in allen europäischen Ländern. Sie ist Dank des Fernsehens nur größer geworden." Dem Fernsehen sei es ebenfalls zu verdanken, dass sich so viele 'Global Player' in der Formel 1 engagiert hätten, seien es Automobilhersteller, Mineralölkonzerne oder Banken.

"Das macht es sogar noch globaler, denn die Starts und ihre Autos werden auf der ganzen Welt abgebildet. Man kann nach Malaysia kommen und sieht große Plakate mit Lewis Hamilton und einer Tag-Heuer-Uhr. Oder man schlägt 'Time' oder 'Newsweek' auf und sieht ab und zu eine Anzeige mit Jackie Stewart." Die kommerziellen Interessen hätten diesen Sport weiter als jeden anderen auf der Welt verbreitet, meint Stewart. "Es ist ein enormer Erfolg."

Fotoquelle: xpb.cc

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