Heikki Kovalainen und Jarno Trulli haben 2010 mit Lotus ambitionierte Ziele

Formel 1 2010

— 10.01.2010

Gascoyne: Fahrerpaarung unterstreicht Lotus' Ziele

Lotus-Chefingenieur Mike Gascoyne ist der Meinung, dass die Verpflichtung Jarno Trullis und Heikki Kovalainens sehr mutig sei

Von allen vier Neueinsteigern scheint das Lotus-Team in seiner Entwicklung am weitesten zu sein. Zumindest Chef-Ingenieur Mike Gascoyne lässt seit Wochen keine Gelegenheit aus, um zu betonen, wie gut das malaysische Team von Tony Fernandes aufgestellt sei. So peile man direkt im ersten Jahr einen Platz im Mittelfeld der Formel 1 an und das beste Rookie-Team wolle man sowieso werden.

Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, hat sich Lotus offenbar von Anfang an auch um entsprechend renommierte Fahrer bemüht. Mit Jarno Trulli und Heikki Kovalainen konnte Fernandes zwei Grand-Prix-Sieger verpflichten, die zuletzt noch bei großen Werksteams unter Vertrag standen.

"Für diesen Mut muss ich Tony riesigen Respekt zollen", sagte Gascoyne gegenüber 'Autosport'. "Ich denke, dass dies eine klare Aussage bezüglich unserer Absichten ist." Dabei war sich Gascoyne, im Gegensatz zu Fernandes, zunächst gar nicht sicher, ob man an Fahrer dieses Kalibers überhaupt herankäme. "Tony sagte von Anfang an: 'Warum nicht Jarno und Heikki?' Und ich sagte: 'Ja, ja, ja - vergiss es!'"

Neue Teams - oder welche, die sich am hinteren Ende des Formel-1-Feldes bewegen - sind häufig auf Fahrer angewiesen, die im besten Fall nichts kosten. Noch besser ist es, wenn sie Sponsorengelder mitbringen, welche die Finanzierung des Projekts zu gewährleisten. Bruno Senna, bislang einziger bestätigter Pilot bei Campos, bezeichnet sich selbst als "kostenneutral".

Die Ergebnisse stehen an erster Stelle

Lotus hat sich offensichtlich für einen anderen Weg entschieden. "Tony ist außergewöhnlich mutig, indem er die Finanzierung des Teams gewährleistet und dabei keine kurzfristige Lösung wählt und sagt: 'Lasst uns einen Kerl nehmen, der mir drei oder fünf Millionen Euro bringt.' Er hat den umgekehrten Weg eingeschlagen und sagt: 'Lasst uns jemanden holen, der das ganze Team nach vorne bringt, der Ergebnisse liefert.'"

Sollte diese Strategie aufgehen, wäre sie durchaus als löblich zu bezeichnen. Zunächst sportlich zu überzeugen und dadurch das nötige Geld zu verdienen, ist allerdings riskant. Fernandes sei laut Gascoyne jedoch davon überzeugt, dass man infolgedessen "vielleicht Sponsoren anlocke, die zehn oder 20 Millionen Euro einbringen".

Unsicherheit in der Formel 1 hat Lotus geholfen

Bei der Suche nach geeigneten Fahrern habe Lotus aber auch die außergewöhnlich große Unsicherheit geholfen, die seit dem Ende der vergangenen Saison in der Formel 1 zu beobachten ist. "Mit Saubers Ausfall, dem Rückzug von Toyota, den Problemen bei Renault und dem ganzen Drumherum, gab es einfach viel Verunsicherung", so Gascoyne. Zusätzlich sei durch Michael Schumachers Comeback und Jenson Buttons Wechsel der Fahrermarkt "sehr seltsam" gewesen.

All dies habe letztlich dazu geführt, dass Lotus plötzlich als eines der besten Teams dastand, bei denen man als Pilot landen könne. "Okay, es ist zwar ein neues Team, aber mit Tony an Bord und mir, der die technische Seite leitet, scheinen uns viele Leute zu vertrauen." Tatsächlich hat sich Kovalainen erst vor wenigen Tagen entsprechend geäußert und Lotus als seine "beste Möglichkeit" bezeichnet.

Fotoquelle: Lotus

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