Giancarlo Fisichella könnte 2010 bei Renault oder Sauber andocken

Formel 1 2010

— 13.01.2010

Fisichella hofft noch auf ein Renncockpit

Der langfristige Vertrag als Test- und Ersatzfahrer von Ferrari steht einem Rennvertrag nicht im Wege: Giancarlo Fisichella bei Sauber oder Renault?

Giancarlo Fisichella ist glücklich. Der Italiener hat nach 14 Jahren in der Formel 1 und insgesamt 231 Grands Prix einen Ferrari-Vertrag für mehrere Jahre sicher. Doch der Römer soll bei seinem Traumteam ins zweite Glied rücken und als Test- und Ersatzpilot agieren. Mit einem Auge schielt Fisichella allerdings noch auf die freien Plätze bei Renault und Sauber. "Sag niemals nie", so der 36-Jährige gegenüber 'Autosport'.

"So wie beim Ferrari-Vertrag. In den vergangenen Jahren war ich sicher, dass ich nie bei Ferrari fahren würde. Man darf aber niemals nie sagen", meint der Italiener, der sich nach schwachen Leistungen von Massa-Ersatzmann Luca Badoer plötzlich im roten Cockpit wiederfand. Doch auch Fisichella konnte den F60 nicht auf Anhieb bändigen, seiner Karriere hat der Deal 2009 möglicherweise eher geschadet.

"Wenn es für ihn eine Chance gibt, als Stammpilot zu einem anderen Team zu gehen, können wir darüber reden", sagt Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali und eröffnet seinem Schützling somit die Möglichkeit zur Fortsetzung seiner aktiven Karriere. "Wir hoffen, dass sich das in den nächsten Wochen klärt. Vor allem für ihn wäre das sehr wichtig", meint Domenicali weiter.

Spätestens nach der angebotenen Freigabe dürfte Fisichella ein ernsthafter Kandidat bei Renault und Sauber sein. In beiden Teams sucht man nach einem erfahrenen Mann. Ganz nebenbei könnte der Italiener noch Eindrücke und Wissen aus Maranello mit ins Team einbringen. Für Ferrari würde sich ein solcher Handel ebenfalls lohnen, solange man festschreibt, dass Fisichella im Falle eines Falles kurzfristig bei den Roten einspringen könnte.

Der 38-Jährige Grand-Prix-Veteran wäre auch 2010 im Rhythmus und hätte zumindest nicht das Problem, bei einem möglich Einsatz als Ersatzmann eines Ferrari-Stammfahrers zunächst wieder Tempo aufnehmen zu müssen. Doch dass der Sprung zwischen zwei Cockpits nicht leicht ist, hat das Beispiel 2009 gezeigt. Fisichella lieferte im Force India bessere Leistungen ab als im Ferrari...

"Ich hatte Probleme. Es gingen mir gleich zwei oder drei Zehntelsekunden pro Runde allein wegen der Konzentration verloren. Ich war daran gewöhnt, einfach nur das Auto zu fahren und nicht gleichzeitig so viele Knöpfe zu bedienen", beschreibt Fisichella, der sich im Ferrari F60 mit elektronischen Finessen und KERS anfreunden musste.

"Das Auto fuhr sich komplett anders als der Force India. Mit KERS muss man ganz anders fahren. Das war schwierig für mich, weil ich 15 Jahre lang nicht in solch einem Stil gefahren war. Vor allem beim Bremsen muss man aufpassen. Man muss später herunterschalten, damit die Hinterachse nicht blockiert. Dass es keine Tests gab, hat mir auch nicht gerade geholfen. Nur im zweiten Stint in Suzuka konnte ich bei freier Fahrt das Tempo von Kimi mitgehen. Das war ermutigend."

Er habe sich dennoch bei Ferrari auf Anhieb pudelwohl gefühlt, erklärt Fisichella, für den mit dem Wechsel ein Traum in Erfüllung ging. "Es ist ein Siegerteam mit einer tollen Atmosphäre, alles ist perfekt organisiert", beschreibt der Italiener, der bei Ferrari auf seinen ehemaligen Renningenier Rob Smedley traf. "Er ist einer der Besten. Mit ihm zusammen habe ich 2003 in Brasilien gewonnen." Auch bei Renault oder Sauber würde Fisichella auf alte Bekannte treffen, denn in beiden Teams war er bereits früher einmal engagiert.

Fotoquelle: xpb.cc

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