Bernie Ecclestone lässt mit seinem neuesten Vorschlag aufhorchen

Formel 1 2010

— 13.01.2010

Revolution: Ecclestone fordert Überhol-Abkürzungen!

Mit einer unkonventionellen Idee, wie man mehr Überholmanöver forcieren könnte, sorgt Bernie Ecclestone für hochgezogene Augenbrauen

Seit Jahren befassen sich die schlauesten Köpfe der Formel 1 mit der Frage, wie man wieder mehr Überholmanöver forcieren könnte. Die Arbeitsgruppe Überholen entwickelte mit Riesenaufwand ein umfangreiches Konzept mit reduziertem Anpressdruck, verstellbarem Frontflügel und dem Energierückgewinnungssystem KERS, doch die Auswirkungen während der Saison 2009 waren minimal.

Bernie Ecclestone geht einen etwas anderen Weg als die Experten: Der 79-Jährige verirrt sich nicht in den Lehren der Aerodynamik oder anderen wissenschaftlichen Überlegungen, sondern geht an das Thema Überholen ganz pragmatisch heran. Daher unterbreitete er in den vergangenen Wochen Vorschläge, die jedoch allesamt abgelehnt wurden: "Ich denke nicht, dass wir auf diesem Gebiet Fortschritte machen", so Ecclestone in Madonna di Campiglio. "Ich wollte die Teams zu einigen Maßnahmen drängen."

"Ich stelle mir zum Beispiel auf jeder Strecke eine Abkürzung vor, die jeder Fahrer pro Rennen fünfmal verwenden darf", sagt der Brite über seinen unkonventionellen Vorschlag und erklärt: "Dann würde niemand mehr hinter langsameren Autos feststecken. Das wäre auch gut für das Fernsehen." Bereits vor mehreren Jahren war Ross Brawn für diese Idee jedoch bestenfalls milde belächelt worden. Nun scheint auch Ecclestone damit abzublitzen.

"Die andere Sache, für die ich mich eingesetzt habe, ist", ergänzt der Grand-Prix-Promoter, "dass die Bremsen viel zu effizient geworden sind. In den 70ern und 80ern wurde immer vor den Kurven auf der Bremse überholt. Das passiert heute nicht mehr. Außerdem war es in den 70ern so, dass von den vorderen Sechs von der Halbzeit bis zur Ziellinie mindestens drei Fahrer ausgeschieden sind. Auch das gibt es nicht mehr."

Außerdem ist er mit dem veränderten Punktesystem unzufrieden: "Ich denke, dass wir sehr clever waren, denn das vereinbarte Punktesystem macht im Vergleich zum Vorjahr überhaupt keinen Unterschied - es ist genau gleich! Meine Idee wäre gewesen, den Abstand zwischen dem Ersten und Zweiten und dem Zweiten und Dritten zu vergrößern, um den Anreiz zu erhöhen, für einen Sieg zu überholen", so Ecclestone.

Fotoquelle: xpb.cc

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