Gary Anderson kritisiert die schmalen Vorderreifen: Überholen noch schwieriger?

Formel 1 2010

— 15.01.2010

Anderson: Regeländerung in die falsche Richtung

Ex-Formel-1-Designer Gary Anderson kritisiert den Schritt zu schmaleren Vorderreifen: "Überholen wird noch schwieriger"

Die Formel-1-Teams können einen Großteil der Erkenntnisse des Vorjahres in die Autos für 2010 einfließen lassen. Im Reglement gibt es vergleichsweise nur geringe Veränderungen: Nachtanken ist verboten, die Radkappen sind verbannt und die Vorderreifen werden schmaler. Doch jene Änderungen könnten deutliche Auswirkungen haben, auch auf die Überholchancen. Diese Meinung vertritt Ex-Jordan-Konstrukteur Gary Anderson.

"Die Verbesserungen bei der Aerodynamik werden den Verlust an mechanischem Grip deutlich übertreffen", erklärt der Ire gegenüber 'Autosport'. "Natürlich wird der Grip eines Autos über die gesamte Auflagefläche der Reifen bestimmt, aber die Aerodynamik der Autos wird sich deutlich verbessern. Ich denke, dieser Weg ist falsch", äußert Anderson Kritik an den neuen Regeln bezüglich der Reifen. Zwischen Reifen und Monocoque kann nun mehr Luft strömen. Dies erhöht den Apressdruck.

"Die FIA hat die ganze Zeit versucht, den Abtriebslevel der Autos zu verringern, um das Überholen zu vereinfachen. Wenn man nur die Vorderreifen schmaler macht, wird sich der Abtrieb der Autos erhöhen und das Überholen eher noch schwieriger", sagt der ehemalige Technikchef von Jordan, Stewart und Jaguar. Allerdings könne das Nachtankverbot für neue Spannung sorgen: "Eine ganz neue Herangehensweise ist im Qualifying und im Rennen gefragt."

"Die Piloten müssen nun mehr auf die Reifen achten, weil man deutlich längere Stints mit einem Reifensatz bewältigen muss", erklärt der Ingenieur. "Das wird sicherlich interessant. Diese Regeländerung kann viel bewirken, denn das verändert alles, was die Teams in den vergangenen 15 Jahren gelernt haben. Und die Rennstrategie ist oft ein entscheidender Faktor auf dem Weg zum Sieg gewesen."

Auch wenn die Piloten schonend mit den Pneus umgehen müssen, das Gesamtgewicht der Fahrzeuge in der ersten Rennhälfte enorm höher ist, so rechnet Anderson dennoch mit deutlichen Fortschritten bei den Rundenzeiten. "Ich gehe davon aus, dass die Autos deutlich schneller werden. Ich wäre nicht überrascht, wenn sie eine halbe Sekunde schneller sind. Einige Piloten werden jedoch überrascht sein, wie es sich anfühlt, mit 220 Liter Benzin an Bord zu fahren."

Fotoquelle: GP2

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