Adrian Newey sieht im Doppeldiffusor keinen "Überholkiller"

Formel 1 2010

— 15.01.2010

Newey übt Kritik an den Regeln

Red-Bull-Designer Adrian Newey macht sich um neueste Tendenzen beim Reglement Sorgen: Alles nicht richtig durchdacht

Kaum ein technisches Detail ist in der vergangenen Saison dermaßen heftig diskutiert worden wie der Doppeldiffusor. Jenes Luftleitelement, welches den Abtrieb über eine Beschleunigung der Luft am Heck deutlich erhöht, hatten Toyota, Williams und Brawn zu Beginn der Testfahrten vor der Saison präsentiert. Nach erfolglosen Protesten der anderen Teams, die einen Verstoß gegen die Regeln sahen, wurde der Doppeldiffusor von allen Teams gebaut.

Die Kritik an dem aerodynamischen Bauteil hat sich bis heute gehalten, die Teams diskutieren daher ein Verbot des Doppeldiffusors ab 2011. Nicht Regelstreitigkeiten sind hierfür der Grund, sondern vielmehr die Eigenschaften des Bauteils und dessen Auswirkungen. Der Doppeldiffusor verwirbelt die Luft am Heck eines Formel-1-Wagens dermaßen, sodass das Überholen wiederum schwieriger wurde.

"Ich bin aber nicht der Meinung, dass dadurch das Überholen beeinflusst wurde", hält Red-Bull-Stardesigner Adrian Newey dagegen. "Wir haben dadurch mehr Abtrieb und die Autos wurden so etwa eine Sekunde schneller. Aber es ändert nichts daran, ob man mit einem Auto überholen kann oder nicht. Die Luftströme haben sich kaum verändert. Das ist es aber, was Überholen erschwert oder erleichtert."

Newey warnt vor neuen Eingriffen in das Formel-1-Reglement. Man dürfe nicht wieder in eine Phase kommen wie in den Jahren zwischen 1998 und 2008, wo die Regeln jährlich in vielen Bereichen verändert wurden. "Die Regeln für 2009 waren das Ergebnis der 'Overtaking Group' der FIA. Ob dies alles funktioniert hat oder nicht, sei dahingestellt. Aber der Prozess war genau richtig", meint der prominente Konstrukteur.

"Jetzt fängt man vielleicht schon wieder mit stetigen kleinen Änderungen an, will die Doppeldiffusoren und Bargeboards verbieten. Das ist für mich wirklich frustrierend", spricht Newey in ungewohnter Offenheit. "Man braucht ein klares Ziel und einen sauberen Weg dorthin." Aus Sicht des britischen Hobbyrennfahrers gelte es in erster Linie, sich die Layouts einiger Strecken genauer anzuschauen.

Auch am neuen Tankverbot übt Newey Kritik: "Das ist ein weiteres Beispiel. Vielleicht wird es für die Rennaction gut sein, aber auch das ist nicht durchdacht. Einige Leute denken, dass sie durch den entfallenen Transport der Tankanlagen durch die ganze Welt vielleicht 100.000 Pfund sparen können. Falls aber das Spektakel weniger wird, die Rennen vielleicht langweiliger werden und die Leute den Fernseher abschalten, dann sind diese 100.000 Pfund nicht sehr gut eingespart."

Fotoquelle: xpb.cc

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