Jenson Button stellt sich als Champion dem Duell mit Lewis Hamilton

Formel 1 2010

— 16.01.2010

Warum Button zu McLaren ging

Jenson Button hat sofort nach seinem Titelgewinn eine neue Herausforderung gesucht: "Eigentlich hätte ich den Moment genießen sollen"

Im zehnten Formel-1-Jahr hat es endlich geklappt. In seinem 169. Grand Prix fuhr Jenson Button in Brasilien über die Ziellinie und sicherte sich 2009 endlich den Weltmeistertitel. "We are the champions" sang der Brite anschließend in den Helm, die eigene Party am Abend verließ er jedoch nach rund fünf Minuten. "Es geht mir nicht um Aufmerksamkeit oder so etwas", sagt Button, der aktuell auf der Autosport International Show in Birmingham zu Gast ist.

Er habe sich nach dem Titelgewinn schnell in sein Hotelzimmer zurückgezogen und drei Stunden lang nur über das Erreichte nachgedacht. "Es geht um das Gefühl, nach 17 Rennen als Weltmeister die Linie zu überqueren. Das macht es aus. Deswegen möchte ich auch in diesem Jahr wieder darum kämpfen. Das wird nicht einfach, aber das ist das Ziel", formuliert der amtierende Champion offensiv. Leicht wird dies nach seinem Wechsel zu McLaren-Mercedes voraussichtlich wirklich nicht.

"Die Leute fragen mich oft, warum ich mir das nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft antue. Ich kann nur sagen, dass ich 21 Jahre lang auf dieses Ziel hingearbeitet habe und auch jetzt noch diesen Siegeshunger verspüre. Nachdem ich in Brasilien den Titel gesichert hatte, wollte ich mir etwas anderes suchen. Ich hatte mein Ziel erreicht. Ich fragte mich dann: Und was kommt jetzt? Eigentlich hätte man den Moment genießen sollen, aber man denkt oft zu weit voraus."

Britische Meisterschaft: Button gegen Hamilton

"Mir war schon klar, dass der Wechsel zu McLaren-Mercedes an die Seite von Lewis Hamilton eine riesige Herausforderung wird. Aber es ist eine Herausforderung, auf die ich mich freue. Ich hänge mich voll in die Arbeit, das ist mir sehr wichtig", erklärte Button genau drei Tage vor seinem 30. Geburtstag. "Zusammen mit Brawn den Titel zu holen war sehr wichtig. Wir haben so lange zusammengearbeitet. Nun aber für McLaren zu starten, einem Team mit großartiger Rennsportgeschichte, ist ein absolutes Privileg für mich."

Das britische Duell im britischen Team dürfte es in sich haben. "Lewis hat innerhalb kürzester Zeit so viel erlebt in der Formel 1. Er hat viele Hochs und Tiefs gehabt. Eigentlich hat er innerhalb von drei Jahren all das erlebt, was ich in der gesamten Karriere bisher erfahren habe. Wir haben also viel Erfahrung", meint Weltmeister Button. "Wenn wir gut zusammenarbeiten, werden wir ein phänomenales Auto haben und ebenfalls eine schöne Saison."

Sowohl das Team als auch beide Piloten legten größten Wert auf die Feststellung, dass beim britischen Traditionsrennstall 2010 keinerlei Einfluss auf das teaminterne Duell genommen wird. Eine Schlacht mit gleichen Waffen. "Jeder Pilot hat bei uns zwei Ingenieure. Zum einen ist das der Renningenieur, mit dem man die meisten Dinge bespricht. Außerdem gibt es je einen Dateningenieur, der meist in die Tasten haut, aber natürlich noch viel mehr macht."

Techniker und Fahrer im Flirt

"Da spielt der persönliche Draht immer eine wichtige Rolle. Mit meinem vorherigen Ingenieur habe ich sieben Jahre lang zusammengearbeitet, wir waren uns sehr nahe", so Button, dessen Techniker Andrew Shovlin ab sofort bei Mercedes für Michael Schumacher arbeitet. "Man muss eine Beziehung aufbauen. Als ich erstmals bei McLaren war dachte ich, dass es knifflig werden könnte. Aber ich habe mit meinen beiden Ingenieuren viel im Simulator gearbeitet. Es lief bestens."

"Ich war erstaunt, wie schnell wir uns angenähert haben. McLaren hat das Glück, einen Simulator zu haben, der weit über die Qualität eines Computerspiels hinausgeht. Viele Teams haben bessere Computerspiele, aber unser Simulator ist unglaublich nah an der Realität, näher geht es nicht. Wir haben Setuparbeit erledigt, haben neue Reifen ausprobiert. Die Jungs saßen während der Tests hinter mir", beschreibt Button die Szenerie in Woking.

Die Versuche im Simulator seien von der gesamten Atmosphäre mit Tests in Jerez, Barcelona und Co. vergleichbar. "Ich spreche auch bei solchen Tests die ganze Zeit mit ihnen, wie bei echten Testfahrten auch. So haben wir uns gut kennen und verstehen gelernt. Das ist innerhalb eines Teams sehr wichtig. Du kannst den besten Fahrer der Welt und den besten Ingenieur der Welt haben, aber wenn sie nicht zusammenarbeiten, wenn es nicht passt, dann funktioniert es nicht. Bei uns hat es aber bereits 'Click' gemacht."

Fotoquelle: Brawn

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