Die Fans von Jenson Button haben den Glauben an den Titel nie verloren

Formel 1 2010

— 17.01.2010

Button: "Ich war noch nie in einer solchen Position"

Jenson Button erklärt seinen Durchhänger gegen Saisonmitte 2009 und kündigt ein ganz besonderes Musikalbum an

Die Situation ist noch wohlbekannt: Während in den ersten paar Saisonrennen Jenson Button und das Brawn-Team alles niederwalzten, was es zum niederwalzen gab, hechelte man, je näher die Meisterschaftsentscheidung heranrückte, immer mehr hinterher. Einzig Buttons haushoher Punktevorsprung hielt die guten Meisterschaftschancen intakt.

In dieser Phase hagelte viel Kritik auf Button ein, er sei kein Kämpfer, sondern ein Sparer und lebe nur entspannt von seinem prall gefüllten Punktekonto. Der Druck schien mehr abseits der Piste zu herrschen, als in den Rennen. Der Weltmeister aber erklärt, dass der finale Meisterschaftskampf auch für ihn eine besondere Situation war, deren Umgang er erst noch erlernen musste. Man wollte nicht durch eine zu übertriebe Attacke alles riskieren.

"Es ist uns nicht in den Schoß gefallen", erläuterte Button gegenüber 'Autosport'. "Einige Rennen lang prasselte keine gute Publicity auf uns ein, wir haben aber immer daran gedacht, dass wir in der Meisterschaft eine haushohe Führung inne hatten." Und diese galt es mit behutsamen Schritten zu hegen und zu pflegen.

Wie geht man mit der Situation in der Meisterschaft um?

"Alle drei Jahre zuvor wurde die Meisterschaft immer durch ein oder zwei Pünktchen entschieden, es fühlt sich also etwas seltsam an, wenn man weiß, dass man etwas konservativ arbeiten muss und vielleicht agiert man dann etwas zu konservativ", so Button, der seinen hohen Punktevorsprung von 14 Zählern betonte. Eine aggressivere Herangehensweise birgt immer das Risiko eines Ausfalls in sich.

"Es ist eine Lernkurve und man lernt so viel, wenn man in einer solchen Lage ist. Das bedeutet, dass ich dieses Jahr als ein noch stärkeres Individuum zurückkehre, nicht nur als Fahrer", so der Brite. Im Gegensatz zu einigen seiner Kontrahenten im Feld hat er sich noch nie in einem Titelduell gemessen, eher stand das Aufpicken von Brotkrümeln der Top-Teams auf dem Programm. Entsprechend hoch war der Lernbedarf.

"Ich war noch nie in einer solchen Position. Das musste ich im Saisonverlauf erst lernen und man glaubt nicht, wie viel man lernt, wenn man um die Meisterschaft kämpft, eine Meisterschaft, die so wichtig für einen selber ist. Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen. Vor Brasilien haben wir gemerkt, dass wir wieder etwas aggressiver werden und kämpfen müssen."

Druck von anderer Qualität, als in den Jahren zuvor

Der Druck, den Button bislang kannte, war ein anderer: Der Druck eines Fahrers, der unbedingt Erfolg will und hoffnungslos im hinteren Mittelfeld festgekettet ist. Der Weltmeister betonte, auch in den mageren BAR- beziehungsweise Honda-Jahren nie den Kopf hängen gelassen zu haben. Das sei so wichtig, "wenn man mit einem so großen Team arbeitet."

"Wenn du den Kopf hängen lässt, dann machen das die 700 Leute, mit denen du arbeitest, auch. Du bist schließlich einer der höchsten Repräsentanten des Teams. Das ist viel Druck auf den Schultern, besonders wenn man jung ist." Das betreffe auch jeden anderen Fahrer, der für ein großes Team antritt."

Nach der Zieldurchfahrt in Interlagos 2009 brach aber aller Druck weg und Button tat das, was wohl schon viele Formel-1-Weltmeister getan haben, er sang oder brüllte viel mehr aufgewühlt vor Freude den ewigen Queen-Klassiker "We are the Champions" und andere Siegeshymnen. "Die Darbietung war nicht schlecht", schmunzelte Button und kündigte an: "Ich werde ein Album herausgeben: 'Songs aus dem Inneren meines Helms'. Darauf freue ich mich schon."

Fotoquelle: xpb.cc

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