Martin Brundle wünscht sich vor allem im Hinblick auf junge Fahrer mehr Tests

Formel 1 2010

— 17.01.2010

Brundle wünscht Ausweitung der Formel-1-Testfahrten

Wer nicht testen kann, wird nicht schnell sein: Aus diesem Grund fordert Ex-Rennfahrer Martin Brundle einige Veränderungen der Testregeln

Seit dem vergangenen Jahr sind Formel-1-Testfahrten zu einer Seltenheit geworden. War es bis vor wenigen Saisons noch üblich, während des Rennjahres tausende Probekilometer abzuspulen, so setzte die FIA diesem Treiben einen Riegel vor. Sehr zum Leidwesen der Nachwuchspiloten, die nun auf wichtige Erfahrungswerte verzichten müssen und zuweilen "ins kalte Wasser" geworfen werden.

Dass diese Rahmenbedingungen dem Wettbewerb auf der Rennstrecke nicht unbedingt zuträglich sein müssen, wurde in der abgelaufenen Rennsaison mehrfach deutlich: Jaime Alguersuari und Romain Grosjean taten sich sichtlich schwer, als sie zur Jahresmitte ins Stammcockpit befördert wurden - und auch der langjährige Test- und Ersatzfahrer Luca Badoer hatte seine liebe Not.

Damit soll nun Schluss sein, meint der ehemalige Formel-1-Pilot Martin Brundle und fordert ein Umdenken der Verantwortlichen. "Bei dieser Sache gilt es zwei Aspekte zu beachten: Zum einen, dass man diese Jungs zu früh ins Rampenlicht stellt. Sie sind einfach noch nicht bereit dafür", erläutert der britische TV-Kommentator im Rahmen der Autosport International Show in Birmingham.

"Alguersuari hat nicht einmal annähernd genug Erfahrung, um mit dem Fahren eines Formel-1-Autos klarzukommen. Das ist nicht, wie wenn man einen Formel-3-Dallara pilotiert, der quasi auf dich zugeschneidert ist", so Brundle. "Ein Formel-1-Auto wird vom Team gebaut und alle diese Fahrzeuge sind Prototypen. Es ist sehr schwierig zu lernen, wie man seinen Rennwagen schneller macht."

Keine Fahrpraxis, keine Leistung

"Du brauchst einiges an Erfahrung und Wissen, um diese Aufgabe zu bewerkstelligen und das Beste aus den Ingenieuren herauszuholen. Dass die Jungs dann nicht einmal auf die Strecke dürfen, gibt ihnen den Rest. Sie haben schlichtweg keinen Plan", gibt Brundle zu Protokoll und plädiert für eine Neuregelung der Testbestimmungen: "Dieses System muss unbedingt verändert werden", so Brundle.

"Die Situation ist genau gleich, wenn du de la Rosa oder Gary Paffett bist - eben ein Ersatzfahrer. Wie willst du den bloß deine Nackenmuskulatur fit halten? Als Felipe Massa seinen Unfall hatte, brauchte Ferrari seinen Ersatzpiloten, doch Badoer hatte überhaupt keine Fahrpraxis", sagt Brundle im Hinblick auf die vergangene Rennsaison. "Er war auch nicht schnell genug, was ein weiteres Problem war."

"Aber wie willst du denn deine Piloten bei der Stange halten, wenn sie nicht auf die Strecke dürfen?", stellt Brundle vor Beginn der Wintertests in den Raum und fügt abschließend an: "Das kann doch keine Kostenersparnis sein, weil es letztendlich halt doch Geld kostet", meint Brundle. Doch Abhilfe ist in Sicht: Eine Ausweitung der Testfahrten steht bereits auf der Agenda der Formel-1-Rennställe.

Fotoquelle: BAR

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