Kein anderer Hersteller hat in der Formel 1 so viel Geld verbrannt wie Honda

Formel 1 2010

— 19.01.2010

Analyse: Wie die Herstellerausgaben explodiert sind

Alleine in den vergangenen fünf Jahren haben die Formel-1-Hersteller fast so viel Geld ausgegeben wie in den 55 Jahren davor

Der Branchenmonitor 'Formula Money' hat Daten veröffentlicht, die eindeutig aufzeigen, wie die Formel-1-Budgets bis zu einem Punkt gestiegen sind, an dem im Vorjahr einige Automobilhersteller aussteigen mussten. Berechnungen ergeben, dass die sechs Hersteller, die in den vergangenen fünf Jahren im Grand-Prix-Sport aktiv waren, gemeinsam 4,4 Milliarden Euro ausgegeben haben. Das sind 45 Prozent der 9,5 Milliarden Euro, die alle Hersteller in der 60-jährigen Geschichte der Formel 1 investiert haben.

Größter Geldvernichter der vergangenen fünf Jahre war Honda mit einem Investment von 1,02 Milliarden Euro, doch Toyota folgt knapp dahinter mit 1,01 Milliarden Euro. Der Knackpunkt dürfte 2008 gewesen sein, als die Hersteller gemeinsam 947 Millionen Euro ausgegeben haben - mehr als je zuvor! Diese Summe fiel 2009 wegen des Honda-Ausstiegs und aufgrund der Wirtschaftskrise reduzierter Budgets um rund 30 Prozent auf 675 Millionen Euro.

Die Auswirkungen des Honda-Ausstiegs lassen sich daran ablesen, dass die Japaner der meistinvestierende Hersteller seit Beginn der Formel-1-Weltmeisterschaft im Jahr 1950 sind (siehe Tabelle). In 26 Jahren in der Formel 1 hat Honda schätzungsweise 1,93 Milliarden Euro ausgegeben. Dahinter folgen Mercedes und Renault. Renault-Motoren haben für 1,51 Milliarden Euro acht Konstrukteurs-WM-Titel gewonnen.

Es spricht Bände, dass Toyota, obwohl nur acht Jahre lang in der Formel 1, beinahe so viel ausgegeben hat wie Renault, ein Hersteller, der 1977 eingestiegen ist. Doch der Zusammenhang zwischen Dauer des Engagements und Ausgaben ist kein direkter, wie man am Beispiel Ferrari erkennen kann: Die Italiener fahren seit der ersten Saison 1950 in der Formel 1, liegen in der Ausgabenrangliste aber sogar hinter BMW auf dem sechsten Platz.

Ferrari hat so hohe Summen an Sponsoren- und Preisgeld eingenommen, dass die Mutterfirma nicht allzu viel Geld für das Formel-1-Budget beisteuern musste. Und mit Hauptsponsor Marlboro, dem bestbezahlenden Sponsor der Formel 1, und dessen Barcode-Lackierung, die Bestand hat, obwohl 2006 ein Tabakwerbeverbot eingeführt wurde, sollte Ferrari diesbezüglich auch in den kommenden Jahren am besten aufgestellt sein.

Die meistinvestierenden Hersteller von 1950 bis 2009*:

01. Honda (1,93 Milliarden Euro)
02. Mercedes (1,65 Milliarden Euro)
03. Renault (1,51 Milliarden Euro)
04. Toyota (1,46 Milliarden Euro)
05. BMW (1,08 Milliarden Euro)
06. Ferrari (1,00 Milliarden Euro)
07. Ford (659 Millionen Euro)
08. Peugeot (152 Millionen Euro)
09. Alfa Romeo (48 Millionen Euro)
10. Porsche (39 Millionen Euro)

* Quelle: 'Formula Money'

Fotoquelle: xpb.cc

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