Norbert Haug schürt vor Saisonbeginn keine allzu hohen Erwartungen

Formel 1 2010

— 21.01.2010

Haug relativiert Schumachers WM-Ansage

Mercedes-Sportchef Norbert Haug will sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und spricht über das Stallduell Schumacher vs. Rosberg

"Wir haben ein klares Ziel: Wir wollen die WM-Titel holen. Darum werden wir von Anfang an kämpfen. Das ist auch mein persönlicher Anspruch", sagt der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher selbstbewusst - und legt sich damit die Messlatte für seine Comebacksaison nach drei Jahren Pause in der Formel 1 denkbar hoch.

Eine Ansage, mit der Norbert Haug nicht allzu viel Freude hat: "Von Mercedes-Benz-Fahrzeugen erwartet der Kunde zurecht, dass sie die besten im Konkurrenzvergleich sind", hält der Mercedes-Sportchef im 'dpa'-Interview zwar fest, lässt aber im gleichen Atemzug durchblicken, dass es so etwas wie eine WM-Garantie nicht geben kann. Denn was passiert, wenn Mercedes im Jahr eins als modernes Silberpfeil-Werksteam Niederlagen einstecken muss?

Haug schließt Niederlagen nicht aus

"Klar gibt es diese Möglichkeit", gesteht Haug, "gerade in der so hart umkämpften Formel 1. McLaren-Mercedes war als amtierender Weltmeister im letzten Jahr während der ersten Saisonhälfte am Start meist im letzten Drittel des Feldes zu finden. In den letzten acht Rennen - in der zweiten Saisonhälfte also - holte dann keiner mehr Punkte als Lewis Hamilton. Wichtig ist, wie schnell man wieder steht und weiterkämpft, sollte man mal angeknockt sein."

"In den letzten zwölf Jahren, seit unserem ersten Titelgewinn mit McLaren und Mika Häkkinen 1998, haben Brawn, Schumacher sowie Mercedes-Benz samt Partner McLaren zusammengezählt neun von zwölf möglichen Formel-1-Fahrerweltmeisterschaften geholt", rechnet der Deutsche, der im Fahrerlager für seine statistischen Zahlenspiele bekannt ist, vor. "Eine Garantie für zukünftige Titel ist dies aber noch immer nicht."

Die Voraussetzungen für die Saison 2010 könnten jedoch besser kaum sein: Mit Schumacher und Nico Rosberg verfügt man über eine der anerkannt besten Fahrerpaarungen, der Mercedes-V8-Motor gilt seit 2009 als Maßstab in der Formel 1 und das ehemalige Brawn-Team mit Sitz in Brackley ist amtierender Weltmeister. Eine der vielleicht schwierigsten Aufgaben wird es daher wohl sein, die beiden Fahrer kollegial zu handhaben.

Zerbricht Rosberg an Schumacher?

Einige Experten befürchten, dass Rosberg, der eigentlich die Hoffnung hatte, als Teamleader an Bord zu kommen, untergehen könnte, aber Haug behauptet: "Nico hat seine Wunschkonstellation gefunden", so der 57-Jährige. "Er wollte immer in den Formel-1-Silberpfeil und wünschte sich Michael als Teamkollegen - hört sich vielleicht an wie eine märchenhafte PR-Aussage, ist aber exakt die Wahrheit, deshalb kann ich nichts anderes erzählen."

Die Wahrheit ist laut Haug auch, dass es bei Mercedes keine interne Hackordnung mit einer Nummer eins und einer Nummer zwei geben wird. Allerdings wurde dem abergläubischen Schumacher bereits die niedrigere Startnummer drei zugestanden, die eigentlich für Rosberg vorgesehen war - ein erster Psychotrick im Stallduell der Generationen? Geschenkt wird Schumacher jedenfalls nichts, heißt es offiziell.

"Ich bin sehr sicher, dass Michael seine sieben Titel nicht geholt hat, weil seine Teamkollegen sagten oder den Auftrag hatten 'Ich bremse für Schumacher'. Nummer eins im Team kann man nicht 'par ordre de mufti' werden, sondern nur durch außerordentliche Leistung", stellt Haug klar. "Und genau diese traue ich unseren beiden Fahrern dann zu, wenn wir ihnen ein sehr gutes Auto geben - sonst hätten wir weder den einen noch den anderen verpflichtet."

Fotoquelle: xpb.cc

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