So sieht die Lackierung des neuen Silberpfeil-Werksteams für 2010 aus

Formel 1 2010

— 25.01.2010

Mercedes-Präsentation: Aufbruch in eine neue Ära!

Mercedes bekennt Farbe: In Stuttgart wurde heute das Team um Comeback-Superstar Michael Schumacher, aber noch nicht das neue Auto präsentiert

Im passenden Rahmen, im Mercedes-Museum in Stuttgart, wurde heute Vormittag der neue Silberpfeil für die Formel 1 vorgestellt. Nach der Trennung von McLaren und dem Einstieg als 45,1-Prozent-Teilhaber beim amtierenden Weltmeisterteam Brawn schickt Daimler damit erstmals seit 55 Jahren wieder ein eigenes Werksteam an den Start.

Heute wurde lediglich die Lackierung präsentiert. Die wurde bewusst als Hommage an die alten Silberpfeile gestaltet: "Am Ur-Silberpfeil von 1934 wurde der Lack abgekratzt, weil das Auto etwas zu schwer war", erinnert Mercedes-Sportchef Norbert Haug an die Idee des legendären Rennleiters Alfred Neubauer. "Wenn man jetzt den Lack herunternimmt, kommt die Kohlefaser hervor. Es gibt Stellen am Auto, die die Kohlefaser zeigen."

Auf den Spuren von Alfred Neubauer

"Wir sind sehr stolz darauf. Ich glaube, dass es sehr, sehr gelungen ist", sagt der Deutsche über das neue Design. Dass zunächst nur ein 2009er-Chassis im neuen Gewand gezeigt wurde und noch nicht das neue Auto, das nächste Woche in Valencia debütieren wird, sei kein Anlass zur Sorge: "Wir sind vollkommen im Plan. Wenn man am 1. Februar testet und das Auto schon eine Woche vorher fertig ist, dann nutzt man die Zeit nicht richtig."

Um genau 11:14 Uhr wurde der Silberpfeil vor 625 Medienvertretern und 200 Daimler-Mitarbeitern von zwei jungen Damen und zwei jungen Herren in die Halle gerollt, dahinter marschierten die beiden Fahrer ein - mit einem erwartungsvollen Lächeln im Gesicht. Das Farbschema ist keine allzu große Überraschung: Wie erwartet wurden viele Werbeflächen für Hauptsponsor Petronas reserviert - und insgesamt kommt die Lackierung heller rüber, als das von manchen erwartet wurde.

Die alles überstrahlende Erscheinung des Tages ist aber nicht die ohnehin schon geschichtsträchtige Rückkehr der "echten" Silberpfeile in die Formel 1, sondern vielmehr das Jahrhundert-Comeback von Michael Schumacher. Der siebenfache Weltmeister hatte heute seinen ersten öffentlichen Auftritt in Silber, seit er Ferrari nach 14 Jahren verlassen hat. Trotz seiner 41 Jahre wirkte er dabei motiviert wie ein Jungspund.

Deutscher Weltstar im deutschen Auto

"Es gibt nicht viele deutsche Weltstars, aber zwei von denen, die es gibt, tun sich 2010 zusammen: Michael Schumacher und Mercedes-Benz. Michael kehrt zu seiner ersten Liebe zurück", so Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche in seiner Ansprache. Er sprach von einem "deutschen Nationalteam", was zeigt, "was für ein Wir-Gefühl die Formel 1 auslösen kann. Ich denke, ein bisschen Nationalstolz ist berechtigt." Allerdings verweist er auch auf die Internationalität des Rennstalls.

"Die Konstellation, die wir hier haben, ist schon sehr einmalig - mit Ross (Brawn; Anm. d. Red.) und seinem Weltmeisterteam, mit dem Know-how von Mercedes, mit dem momentan besten Motor -, und die wollen wir natürlich nutzen", schwärmt Schumacher und fügt selbstbewusst an: "Wir haben ein klares Ziel: Wir wollen die WM-Titel holen. Darum werden wir von Anfang an kämpfen. Das ist auch mein persönlicher Anspruch."

Geht es nach Bernie Ecclestone, dann wird zwar ein Deutscher Weltmeister, aber nicht Schumacher - der Formel-1-Geschäftsführer tippt auf Sebastian Vettel im Red Bull. Haug kontert: "Ich habe gehört, dass Bernie schon weiß, wer Weltmeister wird. Im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt wusste er nicht, dass Brawn und Jenson Button Weltmeister werden. Das zeigt nur, wie überraschend diese Formel-1-Welt ist. Deshalb schauen Millionen zu."

Rosberg strotzt vor Optimismus

"Wir werden sicher alles geben, um Bernie zu widerlegen", meint auch Nico Rosberg, neben Schumacher zweiter Fahrer bei Mercedes. "Red Bull hat sicher ein starkes Auto, aber ich bin davon überzeugt, dass wir das stärkere haben werden." Das hofft er nach dem Weggang von Williams vor allem für sich selbst: "Ich bin jetzt vier Jahre in der Formel 1. Jetzt habe ich endlich ein Topauto. Ich hoffe, dass ich bald den ersten Sieg einfahren kann. Das wäre eine super Sache. "

"Das Auto hat letztes Jahr die WM gewonnen. Also sind unsere Ziele sehr hoch. Persönlich möchte ich am Anfang der Saison Rennen gewinnen. Das wäre sehr, sehr cool", sagt Rosberg, dessen bestes Ergebnis bisher ein zweiter Platz in Singapur 2008 war und der das Rollout mit dem neuen Auto absolvieren darf: "Es ist natürlich eine große Ehre für mich, die ersten paar Meter mit dem neuen Silberpfeil zu fahren. Das wird ein super Moment!"

Der 24-Jährige sieht sich selbst als "Herausforderer" Schumachers ("Er ist einer der besten, wenn nicht der beste Fahrer aller Zeiten!"), aber nicht als Nummer zwei: "Ich freue mich, dass er mein Teamkollege ist. Etwas Besseres hätte mir nicht passieren können. Er bringt dem Team viel, kann mit seiner Erfahrung dabei helfen, das Auto weiterzuentwickeln. Es wird schwierig gegen ihn, aber dennoch interessant. Ich glaube, es wird eine sehr gute Zusammenarbeit."

Erinnerungen an die 1950er-Jahre

Einen deutschen Fahrer in einem "reinrassigen" Mercedes-Silberpfeil, das hat es übrigens seit Karl Kling in Monza 1955 nicht mehr gegeben. Kling schied damals beim Saisonfinale auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke aus, während sein Teamkollege Juan Manuel Fangio Weltmeister wurde. Anno 2010 werden gleich drei deutsche Fahrer Silber tragen: Nick Heidfeld steht als Test- und Ersatzfahrer in den Startlöchern.

"Es ist 55 Jahre her, dass Mercedes ein eigenes Grand-Prix-Team hatte. Es ehrt mich, nun ein Teil davon zu sein. Ich hatte bisher schon eine sehr privilegierte Karriere, aber das jetzt ist etwas ganz Besonderes", zeigt sich Teamchef Brawn überwältigt. Sein Geschäftsführer Nick Fry fügt an: "Unsere Mitarbeiter sind sehr stolz darauf, nun Teil von Mercedes zu sein. Sie können es kaum noch erwarten, dass es im Februar endlich losgeht."

Natürlich träumt Formel-1-Deutschland davon, dass Mercedes schon in der kommenden Saison den WM-Titel nach Stuttgart holen wird. Konzernchef Zetsche weiß aber, dass die Formel 1 kein berechenbares Geschäft ist, sondern ein völlig unberechenbarer Sport. Den WM-Titel möglichst früh, am besten 2010, zu gewinnen, sei das Ziel, aber: "Geben Sie uns ein bisschen Zeit! Ich würde es verkraften, wenn es ein bisschen später passiert..."

Fotoquelle: xpb.cc

Weitere Formel 1 Themen

News

Rosberg-Rücktritt & Co.: Der Freitag in der Chronologie

News

Nico Rosberg: Die schönsten Jubelfotos

News

Formel-1-Titel, die nicht verteidigt wurden

News

Formel-1-Live-Ticker: Droht Hamilton eine Suspendierung?

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.