Dieter Zetsche und Michael Schumacher, der "zur alten Liebe" zurückgekehrt ist

Formel 1 2010

— 25.01.2010

Zetsche: "Wir wollen Weltmeister werden!"

Daimler-Chef Dieter Zetsche hofft, dass der "Mercedes-Stern auf der globalen Bühne leuchtet" - Neue deutsche Nationalfarben: Schwarz-Rot-Silber

Daimler-Chef Dieter Zetsche waren die Freude und der Stolz anzumerken, als er heute im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart die Gäste und Journalisten zur Silberpfeil-Präsentation begrüßte. Mit einer emotionalen Rede stimmte Zetsche auf die bevorstehende Saison mit Michael Schumacher und Nico Rosberg ein. Gleichzeitig rechtfertigte er die Entscheidung von Daimler, ein eigenes Formel-1-Team an den Start zu schicken und mit Michael Schumacher einen Superstar zu verpflichten.

600 geladene Gäste und 250 Journalisten - die heutige Präsentation sei wohl die "begehrteste Pressekonferenz, die je im Mercedes-Benz-Museum stattgefunden hat", so Zetsche: "Wenn wir allen hätten Platz bieten wollen, die heute gern live dabei gewesen wären, dann hätten wir wahrscheinlich auf die andere Straßenseite ins Stadion gehen müssen. Schon das spricht Bände, was die Anziehungskraft unseres neuen Formel-1-Teams angeht."

In seiner Rede sprach Zetsche fünf Punkte an, die ihm besonders wichtig sind. "Erstens: Es gibt nicht viele deutsche Weltstars, und zwei von denen, die es gibt, tun sich 2010 zusammen: Michael Schumacher und Mercedes-Benz", so der Daimler-Boss, der anfügte, dass auch Nico Rosberg "bereits das Zeug zum Weltstar hat." Und weiter: "Gemeinsam machen sie die deutsche Nationalmannschaft der Formel 1 perfekt. Nie zuvor wurden beide Silberpfeile von deutschen Piloten gesteuert. Für manch hiesigen Motorsportfan stehen die neuen Nationalfarben damit fest: Schwarz-Rot-Silber. Das zeigt, was für ein Wir-Gefühl der Sport auslösen kann. Und ich denke, ein bisschen Nationalstolz ist berechtigt."

Superstar Schumacher kehre "gewissermaßen zu seiner ersten Liebe zurück", schwärmte Zetsche: "Bei Mercedes hat er im Alter von 21 Jahren als Werksfahrer begonnen. Und für Mercedes steigt er mit 41 Jahren und als siebenfacher Weltmeister nochmals in ein Formel-1-Cockpit."

Er betonte aber auch, dass "unsere Nationalmannschaft" ohne die internationalen Partner nicht existieren könne: "Es gäbe sie nicht ohne unsere Mitinvestor Aabar aus Abu Dhabi, es gäbe sie ebenso wenig ohne ihren englischen Teamchef Ross Brawn, das Superhirn der Formel 1, oder den Geschäftsführer Nick Fry oder das gesamte Team in Brackley. Es gäbe sie definitiv nicht ohne unseren langjährigen Motorsportchef Norbert Haug, einen badischen Schwaben, also ein ganz komplizierter Fall."

"Last but not least gäbe das Team zumindest in dieser Form nicht ohne unseren Titelsponsor Petronas, Hauptsitz in Kuala Lumpur, ein Partner für Kooperationen auch jenseits der Rennstrecke. Alle zusammen machen diese Mannschaft aus", so Zetsche. Deshalb sei die Mannschaft "also eher eine Weltauswahl", erklärte der Daimler-Chef, der bekannte: "Was mich betrifft, habe ich dem Beginn einer Formel-1-Saison selten so entgegengefiebert wie diesmal."

Der zweite Punkt in Zetsches Aufzählung: "Wir haben ein denkbar einfaches Ziel - wir wollen Weltmeister werden. Wir wollen der Welt die besten Fahrer im besten Auto präsentieren." Das bedeute jedoch ausdrücklich nicht, dass es bereits im ersten Jahr klappen müsse: "Wir sind ein neues Team, geben Sie uns also ein bisschen Zeit. Die Sinnhaftigkeit unseres Formel-1-Engagements hängt weder finanziell noch anderweitig vom Titelgewinn 2010 ab. Wobei ich es dennoch verkraften würde, wenn es eher früher als später passiert."

Zetsche versprach "sportliche Hochspannung, fahrerische Spitzenleistungen und technische Perfektion am Limit". Zu allen drei Punkten wolle das Team maßgeblich beitragen: "Der Sonntagnachmittag aller Motorsportfans ist gesichert."

Die Entscheidung, Brawn zu kaufen, ein eigenes Formel-1-Team an den Start zu schicken und Schumacher ein geschätztes Jahresgehalt von sieben Millionen Euro zu zahlen, war auch hausintern nicht unumstritten. Chef Zetsche rechtfertigte dies jedoch im dritten Punkt seiner Rede: "So reizvoll die sportliche Herausforderung ist, so eindeutig hätte sich Mercedes gegen die Formel 1 entschieden, wenn es nur um Motorsport ginge."

Doch es gehe nicht nur um den Motorsport: "Es geht auch um Markenpflege und Imagewerbung. Es geht um die Chance, den Mercedes-Stern auf einer globalen Bühne leuchten zu lassen. Gerade in den großen, wachstumsstarken Zukunfstmärkten der Automobilindustrie ist das Interesse an der Formel 1 riesig. Wer hier um den Sieg fährt, betreibt vorausschauende Kundenakquise. Das sichert Arbeitsplätze, und zwar garantiert nicht nur in der Motorsportabteilung."

Punkt vier: Zetsche betonte, dass sich der "Führungssanspruch von Mercedes-Benz" nicht nur auf die Formel 1, sondern auch auf die "Formel grün" beziehe: "Dort gibt es zwar keine Fahrer-WM, höchstens einen inoffiziellen Konstrukteurstitel. Ich kann Ihnen aber versichern: Wir nehmen keinen Wettbewerb ernster als diesen. Deshalb präsentieren wir heute nicht nur das Farbdesign der neuen Silberpfeile, wir zeigen auch das von uns entwickelte Modell eines Null-Emissions-Fahrzeugs mit Brennstoffzelle. Aus heutiger Sicht ist diese Technologie der einzige Weg zum langstreckentauglichen Elektroauto. Und Mercedes ist der einzige europäische Premiumhersteller, der die Brennstoffzellentechnik beherrscht. Keine Frage also: Wir wollen auch in der 'Formel grün' Weltmeister werden."

Er rechnete vor, dass Mercedes sein Formel-1-Budget in den kommenden beiden Jahren "auf nicht einmal ein Viertel des Niveaus der vergangenen Jahre" reduzieren werde: "Gleichzeitig werden unsere Investitionen in die 'Formel grün' massiv erhöht. Damit beträgt unser jährliches Formel-1-Budget weniger als 1/70, also weniger als 1,4 Prozent unseres jährlichen Forschungs- und Entwicklungsbudgets."

Der fünfte Punkt, der dem Daimler-Chef wichtig ist, ist die Mitarbeitermotivation. " Neuer Schwung und Aufbruchsstimmung - das sind Emotionen, die unser neues Formel-1-Team auch bei vielen Daimler-Mitarbeitern verstärkt hat. Und natürlich tut das der Moral der Truppe im Jahr eins nach der Wirtschaftskrise insgesamt gut", gab er zu bedenken. "Es war uns deshalb wichtig, 200 der rund 600 Gästeplätze heute für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Daimler-Standorte zu reservieren."

Einhundert Tickets gingen an Mitarbeiter, "die eine wirklich herausragende Leistung erbracht haben und denen wir auch auf diese Weise unsere Wertschätzung zeigen möchten". Einhundert weitere Tickets wurden im Daimler-Intranet ausgeschrieben: "Es hat gerade einmal 21 Sekunden gedauert, bis die Tickets restlos vergriffen waren. Auch diese Zeit ist formel-1-verdächtig", so Zetsche.

Fotoquelle: xpb.cc

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