Ein Brite unter Deutschen: Nick Fry (r.) und die neue Mercedes-Mannschaft

Formel 1 2010

— 25.01.2010

Junges Naturtalent und erfahrener Rekordweltmeister

Geschäftsführer Nick Fry über die beiden Mercedes-Fahrer Nico Rosberg und Michael Schumacher - Rein deutsches Team eher "ein glücklicher Zufall"

Nico Rosberg steht im Schatten seines übermächtigen Teamkollegen - seit bekannt wurde, dass Michael Schumacher beim neuen Mercedes-Team anheuern könnte, drehten sich fast alle Schlagzeilen um den Rekordweltmeister. Doch beim Team wird betont: Rosberg und Schumacher sind gleichberechtigt. Zudem wurde der junge Deutsche schon sehr früh unter Vertrag genommen - damals noch beim Brawn-Team.

Und das hatte laut Geschäftsführer Nick Fry durchaus seine Gründe: "Meine Geschichte mit Nico reicht schon etwa zwei Jahre zurück. Wir haben oft über die Möglichkeit gesprochen, dass er in unser Team kommt. Und in diesem Jahr hat sich erstmals die Gelegenheit dazu geboten", sagte Fry bei der heutigen Mercedes-Präsentation in Stuttgart.

"Ich denke, dass er wirklich viel Naturtalent hat. Er ist aber auch sehr intelligent, er arbeitet gut mit den Ingenieuren zusammen", lobt Fry den jungen Deutschen. "Trotz seines jungen Alters hat er in den vergangenen vier Jahren schon viel Erfahrung in der Formel 1 gesammelt. Deshalb ist er für uns ein großer Gewinn. Er hat die Erfahrung und wird extrem gut mit Michael zusammenarbeiten."

Rosberg könne mit einem siebenmaligen Weltmeister an seiner Seite viel lernen, fuhr der Geschäftsführer fort: "Sie werden sich gegenseitig pushen und für Nico ist das auch eine große Chance. Weil er ein sehr intelligenter junger Mann ist, wird er die Chance mit beiden Händen ergreifen und seine Fähigkeiten noch steigern. Dass wir einen älteren Fahrer mit so viel Erfahrung wie Michael haben und einen viel jüngeren, der seine Karriere weitgehend noch vor sich hat, ist großartig für uns."

Es ist eine deutsch-deutsche Fahrerpaarung in einem deutschen Team. Daimler-Chef Dieter Zetsche sprach schon von den "neuen Nationalfarben Schwarz-Rot-Silber". Und in den englischen Medien wird bereits der 'britisch-deutsche Krieg' zwischen Mercedes und dem rein britischen McLaren-Team heraufbeschworen. Fry steht - wie Teamchef Ross Brawn - mittendrin, und zwar als Brite auf der deutschen Seite.

Doch er betont, dass einfach die Umstände zu dieser Konstellation geführt haben. "Wie ich schon sagte, kennen wir Nico schon lange und sprechen schon lange mit ihm. Dass jetzt alles so zusammenpasst, ist ein glücklicher Zufall", erklärte Fry. "Nico hat bereits unterschrieben, bevor wir mit Mercedes zusammengegangen sind. Sie hatten keinerlei Verbindung zueinander. Wenn das Team weiter Brawn geblieben wäre, wäre Nico für Brawn gefahren. Das stand schon alles fest."

Dann bot sich für das Team die Möglichkeit, Schumacher auch noch an Bord zu holen. Das war eine Riesenchance, die man sich in Brackley und Stuttgart nicht entgehen lassen wollte. "Er ist einfach der beste Fahrer, der zur Verfügung steht. Es war also keine Absicht, sondern hat sich durch die Umstände so entwickelt", schloss Fry.

Fotoquelle: xpb.cc

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