Als Junior gegangen, als siebenfacher Weltmeister zurück: Michael Schumacher

Formel 1 2010

— 26.01.2010

Schumacher und Mercedes: Der logische Weg

Warum es früher oder später zur Formel-1-Ehe zwischen Mercedes und Michael Schumacher kommen musste: 1992 war gemeinsamer Einstieg geplant

Michael Schumacher kommt zurück in die Königsklasse - mit Mercedes! Viele deutsche Formel-1-Fans sind entzückt, nicht wenige reiben sich noch jetzt verwundert die Augen. Doch die Rückkehr des siebenfachen Weltmeisters mit der Stuttgarter Nobelmarke ist ein logischer Schritt. Der Kontakt des Kerpeners zu Mercedes war seit seinen Tagen als Mitglied des Juniorteams gemeinsam mit Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger nie abgerissen.

Der frühere Mercedes-Rennleiter Joachen Neerpasch hatte für 1992 große Pläne. Der Vorgänger von Norbert Haug wollte mit Mercedes werksseitig in die Formel 1 einsteigen, ein umfassendes Vorbereitungsprogramm wurde aufgelegt. "Deshalb haben wir auch Nachwuchspiloten gefördert, damit wir für den Einstieg deutsche Fahrer an Bord haben", sagt der heute 70-jährige Neerpasch im Gespräch mit der 'Autobild motorsport' .

Das schnelle junge Trio wird von Mercedes konsequent gefördert, im Formelsport und bei Einsätzen im Sportwagenprogramm von Sauber-Mercedes. "Schumacher hat sich schnell als derjenige herauskristallisiert, der all seine anderen Interessen dem Motorsport untergeordnet hat. Deshalb haben wir uns entschieden mit ihm und einem Senior 1992 in die Formel 1 einzusteigen", sagt Neerpasch rückblickend. Doch zu diesem Einstieg kam es nie.

Der Formel-1-Silberpfeil wurde 1991 mit großem Aufwand vorbereitet. Man hatte sich unter anderem die Dienste der namhaften Techniker Harvey Postlethwaite und Mike Gascoyne gesichert. Als bei Jordan der Platz von Bertrand Gachot kurzfristig vakant wurde, weil der Belgier wegen Handgreiflichkeiten ins Gefängnis musste, sicherte man dem Talent Schumacher das Cockpit, um ihm erste Erfahrungen zu ermöglichen.

"Es war meine Aufgabe den Deal mit Eddie Jordan für Spa zu verhandeln. Den Scheck hat zwar Peter Sauber unterschrieben, aber das Geld stammte aus dem Mercedes-Budget", berichtet Neerpasch. Dass sich Schumacher dermaßen gut präsentieren würde, hatte niemand geahnt. "Jordan wollte Michael vertraglich weiter binden, aber uns erschien ein Wechsel zum stärkeren Benetton-Team sinnvoller. Damit wollten wir Michael die Möglichkeit geben, sich in einem größeren Team zu etablieren und besser zu sein für den Moment, in dem Mercedes einsteigt."

Doch der Einstieg kam nicht zustande. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten war ein teures und aufwändiges Formel-1-Programm bei Mercedes nicht zu rechtfertigen. Der damalige Vorstand Jürgen Hubbert stoppte das Projekt im Herbst 1991. Im Hinterkopf wurde der Plan jedoch behalten. "In dem Moment, wo Mercedes doch noch einsteigt, hätten wir Michael zurückholen können", erzählt der ehemalige Rennleiter. "1993 hat Peter Sauber deshalb versucht, ihn für das private Sauber-Mercedes-Programm zu gewinnen."

Doch Sauber blitzte mit seinem Ansinnen ab. Schumacher hatte sich innerhalb kurzer Zeit einen großen Namen in der Formel 1 gemacht. Die Aussichten im Team Benetton waren für ihn deutlich verlockender als der Aufbau des neuen Sauber-Rennstalls. "Deshalb hat Mercedes-Vorstand Jürgen Hubbert auf Michael verzichtet. Er wollte ihm keine Steine in den Weg legen", sagt Neerpasch. Die Ehe Benetton-Schumacher wurde schließlich mit zwei Titeln gekrönt.

Der Kontakt zu Mercedes riss gleichzeitig nie ab. "Mercedes hat ihm 1991 den Formel-1-Einstieg ermöglicht, das hat er nie vergessen. Für ihn ist es eine Art Happy End", sagt Schumachers langjähriger Manager Willi Weber, der seinem Schützling ein "Elefantengedächtnis" attestiert. 1995, 1998 und 2006 gab es ernsthafte Versuche, Schumacher zu Mercedes zu locken, doch die Pläne scheiterten. 2010 passt offenbar nun alles perfekt zusammen, der Kreis mit dem Stern schließt sich.

Fotoquelle: xpb.cc

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