Ross Brawn ist sehr zufrieden mit seinen beiden Fahrern für diese Saison

Formel 1 2010

— 27.01.2010

Brawn: "Nico hat den Speed und das Talent"

Ross Brawn schwärmt von "Rohdiamant" Nico Rosberg und erinnert sich noch einmal an die Vertragsverhandlungen mit Michael Schumacher

Nach Meinung vieler Experten läuft Nico Rosberg 2010 Gefahr, an der Seite von Michael Schumacher bei Mercedes unterzugehen. Zwar besteht am fahrerischen Können des 24-Jährigen nach dessen Williams-Auftritten kaum noch ein Zweifel, doch sich gegen einen siebenfachen Weltmeister zu behaupten, der sportlich wie politisch mit allen Wassern gewaschen ist, ist ein anderes Paar Schuhe.

Seitens des Teams wird Rosberg gleiches Material versprochen - und Ross Brawn lässt auch keinen Zweifel daran, dass er den jungen Deutschen hoch einschätzt: "Nico hat den Speed und das Talent, aber er hat noch kein Rennen gewonnen. Diese Hürde muss er erst einmal nehmen", so der Teamchef am Rande der Präsentation in Stuttgart. "Aber ich sehe keinen Grund, weshalb Nico nicht konkurrenzfähig sein sollte."

Rosberg schon lange Wunschfahrer

"Wir haben Nico zuerst unter Vertrag genommen und wollten ihn schon seit ein paar Jahren verpflichten. Vor zwei Jahren haben wir mit ihm intensiv verhandelt", berichtet Brawn. "Wir sehen ihn als großes Talent, aber der Feinschliff fehlt ihm noch. Er hat noch kein Rennen gewonnen, auch wenn er schon mal knapp dran war, und ich denke, dass die Partnerschaft zwischen Michael und ihm fantastisch werden könnte."

Das klingt dann doch ein bisschen so, als würde man Schumacher in Brackley mehr zutrauen als Rosberg, auch wenn offiziell klipp und klar gesagt wird, dass zumindest am Saisonbeginn keine Hierarchie geplant ist. Erst wenn sich nach einigen Rennen eine Konstellation ergeben sollte, in der nur noch ein Fahrer realistische WM-Chancen hat, könnte man umdenken. Vor allem soll Rosberg laut Brawn aber versuchen, möglichst viel von Schumacher zu lernen.

"Ich sehe es so: Michael soll Nico helfen", sagt der Brite. "Michael kommt aus der Rente zurück, aber irgendwann wird er endgültig aufhören müssen. Dann haben wir Nico. Sie müssen alles geben, um sich gegenseitig zu schlagen, aber wenn sie das mit der richtigen Einstellung tun, dann können sie beide enorm voneinander profitieren. Ich sehe sie als aufregende Fahrerkombination und ich bin sehr froh, dass Nico ein Teil davon ist."

Gleichzeitig macht er keinen Hehl daraus, dass er sich Schumacher besonders nahe fühlt, schließlich waren die beiden zwischen 1991 und 2006 bei Benetton und Ferrari mit nur einem Jahr Unterbrechung ein absolutes Dreamteam. Insofern war es auch nicht weiter verwunderlich, dass er seinen alten Freund zu einem Comeback in der Formel 1 überreden konnte, obwohl es zunächst kaum jemand wahrhaben wollte.

Kontaktaufnahme im Sommer 2009

"Als sich Felipe verletzt hat, konnte ich Michaels Enthusiasmus und seine Leidenschaft sehen, als er die Chance hatte, wieder zu fahren. Da wurde mir klar, dass er noch den Wunsch hat, Formel 1 zu fahren", lächelt Brawn. "Irgendwann wurde klar, dass wir uns mit Jenson nicht einigen würden, also nahm ich zu Michael Kontakt auf. Nach ein paar Tagen willigte er zumindest mal ein, über eine mögliche Lösung zu sprechen."

"Zunächst musste er herausfinden, ob er überhaupt noch will. Dafür benötigte er ein paar Tage, was absolut korrekt war, und dann kam er zurück und teilte mir mit, dass er wieder Lust hat. Daran arbeiteten wir dann drei oder vier Wochen und dann wurden wir uns einig. Zu dem Zeitpunkt - das war Ende November - war ich im Urlaub, also musste ich die Verhandlungen am Telefon führen. Kurz vor Weihnachten konnten wir es offiziell bekannt geben", erinnert sich der 55-Jährige.

Genau wie Mercedes-Sportchef Norbert Haug möchte auch Brawn den WM-Titel 2010 nicht garantieren, aber ein wenig Optimismus klingt in seiner Stimme schon mit, wenn er sagt: "Es gibt in der Formel 1 viele starke Teams und Fahrer, aber Michael hat die notwendige Erfahrung, um Weltmeister zu werden, und auch das Talent und das Können. Er hat das früher schon mehrfach erreicht und er weiß genau, was dafür nötig ist."

Fotoquelle: Brawn

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