So sieht der neue Ferrari F10 für die kommende Formel-1-Saison aus

Formel 1 2010

— 28.01.2010

Ferrari-Präsentation: Zurück in die Zukunft

In Maranello hat Ferrari den neuen F10 für Fernando Alonso und Felipe Massa vorgestellt - Wichtige Saison für den Traditionsrennstall

Das Jahr eins nach Michael Schumacher: Zwischen 1996 und 2006 gewann der Deutsche fünf WM-Titel für Ferrari, bis Ende 2009 stand er dem Team noch als Berater zur Verfügung - doch jetzt beginnt in Maranello eine neue Zeitrechnung! Dieses Kapitel wurde mit der heutigen Präsentation des 2010er-Boliden quasi offiziell eröffnet.

Enthüllt wurde der neue Ferrari F10, der nur in der Entwicklungsphase 281 genannt wurde, im zweiten Stock des Gebäudes, in dem normalerweise die Straßenfahrzeuge zusammengeschraubt werden. Auf diese Weise will Ferrari den Technologietransfer zwischen Formel 1 und Serie demonstrieren. Außerdem flankierten den F10 bei der Enthüllung ein California und ein 458 Italia - ebenfalls aus dem gleichen Grund.

Von Red Bull abgeschaut?

Optisch erinnert der neue Ferrari teilweise an den 2009er-Red-Bull, vor allem mit den seitlichen Höckern auf der generell sehr hoch ausgelegten Nase. Etwas bulliger, aber dennoch sehr kompakt kommt die Motorabdeckung daher, die so flach ist, dass oben eine schmale Lippe eingesetzt werden musste, um die vorgeschriebene Höhe zu erreichen. Erhalten blieb trotz des größer gewordenen Benzintanks, dafür aber ohne KERS auch die Taillierung der Seitenkästen.

Das Motto des heutigen Tages könnte durchaus "Zurück in die Zukunft" lauten: Zurück zu früheren Erfolgen, aber mit dem Blick nach vorne gerichtet - in einem neuen Jahrzehnt. Präsident Luca di Montezemolo hat vor nicht allzu langer Zeit das Ziel ausgegeben, dass Ferrari in den nächsten zehn Jahren achtmal Weltmeister werden soll. Alleine diese ehrgeizige Ankündigung zeugt schon davon, welcher Druck auf dem Team lastet.

Erklärtes Saisonziel von Ferrari ist, das sportliche Tief von 2009 abzuschütteln und endlich wieder zur Spitze aufzuschließen, im Idealfall Weltmeister zu werden. Das ist seit Kimi Räikkönens WM-Titel im Jahr 2007 beziehungsweise dem Sieg in der Konstrukteurswertung 2008 nicht mehr gelungen. Teamchef Stefano Domenicali fordert daher: "Wir haben in den vergangenen Monaten hart gearbeitet und das müssen wir auch durch die Saison ziehen."

Gerüchten zufolge soll man bei Ferrari jedoch bereits Angst haben, dass man der Konkurrenz zunächst hinterherfahren könnte - nach dem schlechtesten Saisonauftakt aller Zeiten im Vorjahr, als die ersten drei Rennen kein einziger Punkt gesammelt wurde, verständlich. Medienberichten zufolge soll sogar schon eine B-Version des F10 geplant sein. Nur: Das ist keineswegs unüblich - auch Mercedes wird zwischen Testpremiere und Bahrain eine Ausbaustufe einführen.

Domenicali weiß, dass unabhängig von der Erfolgsquote in den ersten Rennen keine Nervosität aufkommen darf: "Wir dürfen nicht ängstlich werden, falls es im ersten Rennen nicht sofort wie gewünscht klappt", mahnt er zur Besonnenheit. "Wenn wir gelassen und rational an die Sache herangehen, die Stärken von Ferrari und Fernando in Einklang bringen, dann haben wir ein für die Zukunft erfolgversprechendes Paket."

Wichtige Saison für Ferrari

"Diese Meisterschaft wird überaus wichtig für uns", gesteht der Italiener, der den Posten des Teamchefs Anfang 2007 vom heutigen FIA-Präsidenten Jean Todt übernommen hat. "Die vergangene WM war nicht so schön für uns, deswegen wollen wir in diesem Jahr unbedingt konkurrenzfähig sein. Das ist, was Ferrari verdient hat. Wir haben alle Zutaten, um erfolgreich zu sein. Diese Meisterschaft muss einen Wendepunkt darstellen."

Als Fahrer kehrt nach seinem schweren Unfall im Qualifying zum Grand Prix von Ungarn Felipe Massa zurück, während Fernando Alonso, der Doppelweltmeister von 2005/06, als Neuzugang verpflichtet wurde. Der Spanier gilt als großer Hoffnungsträger und hat sich in den vergangenen Wochen offenbar perfekt bei Ferrari eingefügt. Davon zeugen unter anderem seine Werksbesuche, bei denen er sich der Belegschaft vorgestellt hat.

Mit Alonso kommt auch der neue Sponsor Santander an Bord, der sich massiv für die vorgezogene Verpflichtung des 28-Jährigen, der eigentlich erst 2011 zu Ferrari gestoßen wäre, eingesetzt hat. Santander ist auf dem F10 mit prominenten Werbeflächen vertreten, was dazu führt, dass das Auto am Front- und Heckflügel weiße Flächen aufweist. Hauptsponsor bleibt aber Marlboro - wenn auch wegen des Tabakwerbeverbots nur mit Ersatzlogos.

Nicht reibungslos geklappt hat - erwartungsgemäß, wie die Formel-1-Teams nach jahrelanger Erfahrung in diesem Bereich eigentlich längst wissen sollten - die Live-Übertragung der Präsentation im Internet. Offenbar wegen Überlastung funktionierte der Stream entweder gar nicht oder nur bruchstückhaft, sodass viele Ferrari-Fans auf der ganzen Welt, die die Enthüllung des F10 live mitverfolgen wollten, bitter enttäuscht wurden.

Fotoquelle: Ferrari

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