Aldo Costa ist von den Qualitäten des neuen Ferrari F10 überzeugt

Formel 1 2010

— 28.01.2010

Costa zuversichtlich: "Ein großer Schritt"

Ferrari-Technikchef Aldo Costa über die Entwicklung des neuen F10 und die Chancen für die kommende Saison: "Es steckt Leidenschaft drin"

Als erstes Formel-1-Team hat Ferrari einen wirklichen Neuwagen für die kommende Saison vorgestellt. Der neue F10 ähnelt auf den ersten Blick an der Front dem erfolgreichen Red Bull RB5 des Vorjahres. Auch Ferrari hat die Fahrzeugfront mit seitlichen Erhebungen ausgestattet. Am Heck legte man größten Wert auf die optimale Nutzung des Doppeldiffusors.

Aufgrund des Wegfalls von KERS ist der Heckbereich schlanker gestaltet, neue Belüftungen für die hinteren Bremsen fallen ins Auge. Bei der Präsentation in Maranello zeigte Ferrari allerdings längst nicht alles. Vergleiche mit dem F60 in der Version der Dezember-Tests ergeben eindeutig, dass der F10 auf der hell erleuchtet Bühne mit den Flügeln des Vorjahres ausgestattet war. Erst in Bahrain wird man die neue "Rote Göttin" wohl im endgültigen Gewand sehen.

"Der F10 ist bereits das 56. Auto, das Ferrari für die Teilnahme an der Formel-1-Weltmeisterschaft gebaut hat", verweist Technikchef Aldo Costa auf die lange Tradition des Rennwagenaus in Maranello. "Der Wagen ist das Resultat der intensiven Bemühungen des gesamten Entwicklungsstabs seit dem Frühjahr 2009. Die Entwicklung ist seit dem Sommer immer weiter intensiviert worden. Wir konnten dabei auf die Erfahrungen aus dem Bau des Vorgängers aufbauen."

Alles auf den Doppeldiffusor

"Die Regeln haben sich für 2010 in einigen Bereichen verändert. Die Legalisierung des Doppeldiffusors hat für eine Revolutionierung im Design des Heckbereichs gesorgt. Wir haben diese Tatsache in den Vordergund gestellt, haben bei Null angefangen und unser Konzept auf den Doppeldiffusor zugeschnitten. Dieses war im Verlauf der vergangenen Saison in dieser Form nicht möglich", erklärt Costa. Man habe 2009 nicht entsprechend auf den neuen Trend reagieren können.

"Ab sofort ist auch das Nachtanken während der Rennen verboten, daher musste der Tank auf mehr als das doppelte Volumen vergörßert werden. Auch bezüglich KERS gibt es neue Voraussetzungen", sagt der italienische Technikchef. Per Reglement ist die Hybridtechnik zwar auch 2010 erlaubt, die Teams haben sich allerdings auf einen freiwilligen Verzicht der oft umstrittenen Technik geeinigt.

"Die Vorderreifen sind schmaler, das Minimalgewicht ist höher, aber ansonsten sind die grundsätzlichen Regeln nahezu gleich geblieben. Es gibt leichte Veränderungen an den Crashstrukturen und einige Materialien sind verboten. Außerdem sind auf aerodynamischer Seite nun die statischen Radkappen verboten. All diese Details zusammen ergeben doch eine gewaltige Veränderung - nicht ganz so stark wie im Vorjahr, aber ausreichend."

Bei der Entwicklung habe man vor allem in den vergangenen Wochen großen Wert auf Zuverlässigeit gelegt, erklärt Costa weiter: "Wir haben die Prüfstandsversuche intensiviert. Bis zum ersten Rennen in Bahrain können wir nur wenige Testkilometer zurücklegen. Es gibt nur vier Tests, also sehr wenige Tage. Wir werden diese Zeit nutzen, um die Detailarbeit voranzutreiben. Wir werden an der Mechanik arbeiten, aber auch vor allem am Umgang mit den Reifen."

Reifenwechsel müssen gut funktionieren

"Die Reifengröße ändert sich, es gibt andere Mischungen und unser Auto ist anders gebaut. Unter anderem aufgrund des höheren Gesamtgewichts musste Bridgestone die Reifen verändern", erklärt der Ferrari-Techniker weiter. Es seien außerdem während der Tests regelrechte Trainingsstunden nötig: "Wir müssen auch lernen, mit den neuen Boxenstopps zurechtzukommen. Die werden deutlich kürzer. Es wird auf perfekte Abläufe beim Reifenwechsel ankommen."

Teamchef Stefano Domenicali hatte es bereits angekündigt: Ferrari wird beim ersten Rennen in Bahrain in einer anderen Konfiguration auftreten als bei den Tests. "Das Auto wird während der Testfahrten entwickelt und beim Saisonstart deutlich anders aussehen", stimmt Costa zu. "Der Wagen wird sich im Verlauf der Saison weiterhin entwickeln. Wir führen Prozesse durch, die etwas länger dauern. Im Verlauf des Jahres werden erhebliche Upgrades am F10 vorgenommen, sowohl bei der Aerodynamik als auch bei der Mechanik."

Die notdürftige Anpassung eines Doppeldiffusors an den F60 des Vorjahres sei nicht von optimalen Ergebnissen gekrönt gewesen, gibt Costa offen zu. Umso mehr freue man sich nun, dass man bei der Entwicklung des neuen F10 bezüglich des wichtigen Doppeldiffusors strategisch an die Arbeit herangehen konnte. "Wir sind fest davon überzeugt, dass uns ein großer Schritt nach vorne gelungen ist", so der Italiener voller Optimismus.

"Wir wissen natürlich nicht, was die Konkurrenz macht. Das werden wir wirklich erst beim ersten Rennen feststellen können", sagt Costa mit Blick auf die Konkurrenzfähigkeit. "Aber eines ist sehr sicher: In diesem Auto steckt die gesamte Leidenschaft, die Entschlossenheit und das Wissen von sehr guten Leuten. Unsere Mitarbeiter sind fest entschlossen, die Ereignisse aus dem Vorjahr nicht noch einmal zu erleben. Wir alle wollen von Beginn an konkurrenzfähig sein!"

Fotoquelle: xpb.cc

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