Von Felipe Massa hält Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sehr viel

Formel 1 2010

— 28.01.2010

Montezemolo: "Zum Glück ist 2009 vorbei!"

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo freut sich nach der verkorksten Saison 2009 auf 2010: "Müssen unsere Glaubwürdigkeit wiederherstellen"

Im Rahmen der heutigen Präsentation des neuen F10 in Maranello ließ es sich Luca di Montezemolo nicht nehmen, sich mit einer zwölfminütigen Ansprache an die geladenen Gäste zu wenden. Der Italiener sprach dabei mit der von ihm gewohnten Leidenschaft - und ließ keinen Zweifel daran, dass er nach einer schwierigen Saison nun wieder Erfolge verlangt.

"Zum Glück ist 2009 vorbei, zum Glück! So eine schlechte Saison, mit nur einem Sieg, hatten wir zuletzt 2005, als wir nur in Indianapolis gewinnen konnten", so der Ferrari-Präsident. "2009 war für uns ein delikates Jahr, daher ist wichtig, dass wir nun unsere Glaubwürdigkeit wiederherstellen. Nun schauen wir nach vorne." Zur Erinnerung: Die Scuderia hat im Vorjahr mit drei Nullnummern hintereinander den schlechtesten Saisonauftakt ihrer Geschichte abgeliefert.

Kein Sparkurs weit und breit

"Ich gebe zu, dass dies keine bescheidene Präsentation ist, aber das wollten wir auch nicht", schmunzelte Montezemolo. Denn während die Konkurrenz angesichts der Wirtschaftskrise sparen muss, ließ sich Ferrari heute nicht lumpen und bot eine imposante Präsentationsshow. Das geht auf die gesunde finanzielle Situation des Teams zurück - dank Partner wie Philip Morris (Marlboro), Shell und der spanischen Großbank Santander.

"Mit Philipp Morris arbeiten wir schon seit 1983 zusammen. Mit Shell haben wir sogar schon in den 1950ern und 1960ern gewonnen", erwähnte Montezemolo die wichtigsten drei Partner. "Dieses Auto ist rot, gelb und weiß. Gelb ist nicht nur die Farbe von Shell, sondern auch die der Stadt Modena. Weiß steht für Santander. Ich möchte mich bei allen Santander-Repräsentanten bedanken. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit."

Ferrari greift 2010 mit zwei etablierten Fahrern an: Felipe Massa, dem trotz seines schweren Unfalls im Qualifying zum Grand Prix von Ungarn das Vertrauen geschenkt wurde, während man Kimi Räikkönen vor die Tür gesetzt hat, und Neuzugang Fernando Alonso. Letzterer hätte eigentlich erst 2011 kommen sollen, doch Räikkönens zunehmende Lustlosigkeit und die Santander-Millionen halfen dabei, den Transfer vorzuziehen.

"Felipe ist nach seinem Unfall stärker als davor. Als ich ihn in Budapest im Krankenhaus besucht habe, habe ich gesagt, dass er jetzt ein noch besserer Rennfahrer wird. Ich lag richtig. Wir glauben an ihn", so Montezemolo. "Alonso ist ein zweifacher Weltmeister, der uns 2005 und 2006 geschlagen hat. Wir sind froh, dass wir ihn haben. Er befindet sich in einer Phase seiner Karriere, die sehr wichtig ist. Beide fahren für die Scuderia Ferrari, nicht für sich selbst. Wir erwarten sehr viel von ihnen."

Die Italiener am Ruder

Das gilt auch für die operative Leitung um Teamchef Stefano Domenicali: "Am meisten Freude bereitet es mir, wenn wir italienische Ingenieure im eigenen Haus ausbilden können. Es ist ein neues Team, aber auch eine Familie: Domenicali ist noch jung. Marmorini kehrt als Leiter der Motorenabteilung zurück. Auch Tombazis ist für mich ein halber Italiener! Costa ist der geistige Vater der Autos, die uns schon so viel Freude bereitet haben."

Zwei Latino-Fahrer, durchwegs Italiener in den Führungspositionen - für Montezemolo war die heutige Präsentation etwas ganz Besonderes: "Das sind sie ohnehin immer", sagte er und schwelgte in Erinnerungen: "Meine erste Präsentation war 1974, wie ich Piero Ferrari heute Morgen erzählt habe. Das ist auch schon lange her! Die Aufregung ist aber noch genau wie damals." Fahrer waren 1974 übrigens Niki Lauda und Clay Regazzoni.

Ferrari ist als einziges Team seit Beginn der Weltmeisterschaft im Jahr 1950 dabei. Montezemolo: "61 Jahre in der Formel 1, das ist eine lange Zeit. Es ist die wunderschöne und faszinierende Geschichte dieses außergewöhnlichen Teams. 61 Jahre! 1950 war der Anfang. 1951 feierte Ferrari mit einem Latino-Fahrer, Froilán González, in Silverstone den ersten Sieg. 2010 sind wir mit dem gleichen Gefühl und den gleichen Emotionen hier."

Fotoquelle: xpb.cc

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