Neue Regeln, neues Auto: Der McLaren-Mercedes MP4-25

Formel 1 2010

— 29.01.2010

McLaren: Neue Regeln beeinflussen das gesamte Team

Mit den Regeländerungen für 2010 hat sich auch für die Teams eine Menge geändert - Verhalten der schmaleren Frontreifen schwer vorherzusehen

Das Nachtanken während des Rennens wurde verboten, KERS wurde fürs erste aus der Formel 1 verbannt, die Frontreifen werden schmaler. Diese drei Regeländerungen beeinflussten nicht nur die Konstruktion des neuen McLaren MP4-25, sondern auch die Herangehensweise des kompletten Teams. So ist es mit dem Einbau eines größeren Tanks nicht getan, schließlich verändern sich dadurch Größe und Gewicht des Autos, was wiederum Auswirkungen auf die Aerodynamik des Wagens hat.

"Die Regeländerungen beeinflussen das Team auf sämtlichen Ebenen", bestätigte McLarens Teammanager Jonathan Neale bei der Präsentation des Teams. "Das betrifft einerseits die Designer, die das Gesamtpaket des Autos anpassen müssen. Da ist beispielsweise der Benzintank, der nun etwa 160 Kilogramm Sprit fassen muss im Gegensatz zu etwa 80 wie bisher. Sobald man das getan hat, ändert man die Gewichtsverteilung, das Auto ist größer. Das ist wiederum eine große Herausforderung für die Aerodynamik-Abteilung, denn der Luftstrom ist ein ganz anderer."

Auch unter der neu gestalteten Außenhaut musste vieles beachtet werden. "Was viele vielleicht nicht wissen: Das Benzin wird sehr heiß, da die Hitze des Motors ständig in den Benzintank geleitet wird", klärt der Technische Direktor des Teams, Paddy Lowe, auf. "Das war bereits mit den alten Regeln eine Herausforderung, aber da hatte man bei jedem Tankstopp eine Art Neustart, da man immer eine weitere Ladung kalten Benzins ins Auto füllen konnte. Mit der neuen Regel werden wir bis zu zwei Stunden mit der selben Tankladung fahren, da kann der letzte Rest des Benzins schon sehr heiß werden, was wiederum gewisse Probleme erzeugt."

Im Laufe der Rennwochenenden kommen auf die Teams aufgrund des Nachtankverbots noch ganz andere Herausforderungen zu. Dies betreffe unter anderem die Mechaniker, "die bisher aufgrund des Nachtankens ein Zeitpolster von sieben bis acht Sekunden für die Reifenwechsel hatten. Jetzt hat man die Blitz-Reifenwechsel. Alle Crews werden versuchen, unter drei Sekunden zu bleiben", ist sich Neale sicher.

Stichwort Reifen: die Frontreifen sind im Vergleich zum Vorjahr schmaler geworden. "Keiner von uns hat die Reifen bisher gesehen oder kann sie vor Montag ausprobieren", so Lowe. "Das Verhalten der schmaleren Frontreifen ist nur sehr schwer vorherzusehen." Durch die stark begrenzte Anzahl an Testfahrten, "haben wir nur einen sehr kurzen Zeitraum, um auf ihr tatsächliches Verhalten richtig zu reagieren."

Doch bei McLaren begegnet man dieser Herausforderung nicht unvorbereitet. "Wir haben viel Zeit damit verbracht, nicht bloß herauszufinden, wie wir mit den Reifen durch die Qualifikation kommen, sondern auch durch die womöglich sehr langen Stints", so Lowe. "Ich denke, es ist wohl noch nicht klar, ob die Leute einmal oder manchmal zweimal stoppen werden. Wir müssen erst sehen, wie gut die Reifen halten."

Vorteil durch Simulator

"Zudem diskutieren wir momentan eine Regeländerung, wonach die für die Top 10 qualifizierten Fahrer das Rennen mit den Reifen aus dem Qualifying starten müssen. Das wäre noch eine weitere knifflige Aufgabe, die wir lösen müssten. Aber Dank unseres Simulators glauben wir, dass wir darauf besser vorbereitet sind als manch anderer", meint Lowe.

Der besagte Simulator dient aber nicht bloß den Techniker bei der Entwicklung des Autos, sondern auch den Fahrern bei der Umstellung ihrer Fahrstile. "Sie müssen jetzt zu Beginn des Rennens mit einer 160 Kilogramm schweren Tankladung zurechtkommen und mit den Reifen haushalten, bis die Benzinlast zurückgeht", so Neale.

Fotoquelle: xpb.cc

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