Robert Kubica, Teamchef Eric Boullier und Vitaly Petrov mit dem Renault R29

Formel 1 2010

— 31.01.2010

Renault startet mit R30 in neue Ära

Mit traditionellen Farben und einem recht konventionellen Auto schlägt Renault ein neues Kapitel auf - Vitaly Petrov als zweiter Fahrer bestätigt

Jahrelang galt Erfolgsteamchef Flavio Briatore als Aushängeschild für Renault, doch diese Ära ist beendet. Der französisch-britische Rennstall schlug bei der heutigen Präsentation des neuen R30 (beziehungsweise dessen Lackierung) in Valencia ein neues Kapitel auf - und zwar nicht nur ohne Briatore, sondern auch ohne Fernando Alonso, Chefingenieur Pat Symonds und Hauptsponsor ING.

Der neue mächtige Mann in Enstone ist Gerard López, Eigentümer der Investmentfirma Genii Capital, die am 16. Dezember eine "strategische Partnerschaft" mit Renault eingegangen ist. Konkret übernahm er eine bisher nicht genau definierte Mehrheit der Teamanteile und setzte seinen langjährigen Vertrauten Eric Boullier (36), bisher bekannt als Leiter des GP2-Teams DAMS, als neuen Teamchef ein.

Kein Druck auf Boullier

Einen Zeitrahmen, in dem er den Rennstall wieder an die Spitze führen muss, gibt es offenbar nicht: "Davon war seitens meiner Auftraggeber nie die Rede", sagt Boullier. "Ich habe mir selbst trotzdem recht hohe Ziele gesteckt. Die Formel 1 ist der Traum eines jeden Ingenieurs und ich würde diese Gelegenheit nicht verpassen wollen. Es gibt aber keinen Druck, nur die Motivation, den Job, für den ich auserkoren worden bin, so gut wie möglich zu erfüllen."

Renault heißt zwar weiterhin Renault, aber sonst bleibt im Vergleich zum Vorjahr kein Stein auf dem anderen: Der heute vorgestellte R30 kommt in gelb-schwarzer Lackierung mit recht prominent positionierten Renault-Logos daher. Was in Valencia gezeigt wurde, war übrigens ein altes R29-Modell im alten Branding. Vom neuen R30 für die kommende Saison hat das Team allerdings schon Studioaufnahmen veröffentlicht.

Abgesehen von der veränderten Lackierung erinnert das Fahrzeug in Form und Aerodynamik stark an das Vorgängermodell, vor allem im Bereich der Nase, die entgegen des aktuellen Trends in der Formel 1 recht wuchtig ausgefallen ist. Adaptiert wurde dafür die besonders von McLaren extrem nach hinten verlängerte Motorhaube in Form einer "Haifischflosse", die den Luftstrom vor dem Heckflügel beruhigen soll. Auffällig auch die stark taillierten Seitenkästen.

Entwickelt wurde das Chassis wie schon in den vergangenen Jahren in der Fabrik in Enstone, den Motor liefert weiterhin Renault aus Viry-Châtillon. Komplett neu sind hingegen die Fahrer: Robert Kubica steht bereits seit Monaten als Nummer eins fest, erst heute bestätigt wurde Vitaly Petrov als zweiter Fahrer. Der Russe setzte sich damit gegen andere Kandidaten wie Nick Heidfeld, Christian Klien und Ho-Pin Tung durch.

Tung und D'Ambrosio neue Testfahrer

Letzterer erhält zwar genau wie Jérôme D'Ambrosio und Jan Charouz einen Testvertrag, wäre aber natürlich lieber der erste Grand-Prix-Chinese der Formel-1-Geschichte geworden. So ist Petrov der erste Russe im Starterfeld der Königsklasse des Motorsports. Das hat der 25-Jährige seinem zweiten Gesamtrang hinter Nico Hülkenberg in der GP2-Meisterschaft 2009 zu verdanken, aber auch seiner Sponsorenmitgift in Höhe von geschätzten 15 Millionen Euro.

Das war letztendlich ausschlaggebend für die Fahrerwahl, denn der Ausstieg von Hauptsponsor ING wirkt sich laut Branchenmonitor 'Formula Money' mit einem Minus von 35 Millionen Euro auf das Renault-Budget aus. Das Branding des Fahrzeugs trägt dem veränderten Sponsorenportfolio Rechnung und erinnert wieder stärker an die klassischen Renault-Lackierungen der 1970er-Jahre. Deutlich prominenter als bisher wird Mineralölpartner Total in Szene gesetzt.

Wie das Team den Umbruch sportlich verkraften wird, bleibt abzuwarten. Schon in den vergangenen beiden Jahren konnte Renault trotz der Achse Alonso/Briatore/Symonds nicht an die Erfolge der WM-Saisons 2005 und 2006 anknüpfen. So gesehen kommt der Schnitt zum richtigen Zeitpunkt. Doch wie stark sich die Franzosen 2010 präsentieren können, wird sich frühestens bei den morgen beginnenden Wintertestfahrten zeigen.

"Als ich meine Arbeit aufgenommen habe, wurde mir sehr schnell klar, dass die Moral nach der Saison 2009 stark beeinträchtigt war", sagt Teamchef Boullier. "Die vergangenen Wochen waren eine ziemliche Herausforderung für uns, aber jetzt ist das Team dank der neuen Philosophie, die Renault implementieren möchte, sehr motiviert. Jeder Mitarbeiter des Teams ist nun wieder in alter Frische bereit für neue Taten!"

Fotoquelle: xpb.cc

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