Sébastien Buemi und Jaime Alguersuari haben mehr Erfahrung als im Vorjahr

Formel 1 2010

— 01.02.2010

Toro Rosso möchte in die Top 8

Franz Tost hofft, mit Toro Rosso in der Konstrukteurs-WM nach vorne zu kommen, während Giorgio Ascanelli einige technische Neuerungen erklärt

Für Toro Rosso beginnt erstmals seit der Übernahme von Minardi im Jahr 2005 eine neue Zeitrechnung: Das Team aus Faenza muss 2010 erstmals mit einem selbst konstruierten Chassis antreten, nachdem es bisher stets auf Designs von Red Bull zurückgreifen konnte. Der STR5, das erste Eigenbau-Fahrzeug, wurde heute in Valencia vorgestellt.

Trotz der veränderten Ausgangsposition ist Teamchef Franz Tost recht optimistisch für die kommende Saison: "Nach vier Jahren Zusammenarbeit mit Red Bull Technology ist der STR5 das erste Auto, das wir zu 100 Prozent selbst entwickelt haben", sagt der Österreicher und gibt ein vages Saisonziel vor: "Vorhersagen können zu einer gefährlichen Falle werden, aber ich würde sagen, dass wir versuchen sollten, die Konstrukteurs-WM in den Top 8 zu beenden."

Nabelschnur zu Red Bull durchgeschnitten

Das wird nicht einfach, denn selbst im Vorjahr, als Toro Rosso noch von Red Bull unterstützt wurde, landete die Truppe auf dem zehnten und letzten Rang. Andererseits sind die beiden Fahrer Sébastien Buemi und Jaime Alguersuari nun schon etwas routinierter. Buemi konnte schon im Vorjahr gelegentlich sein Talent aufblitzen lassen, man denke nur an seine Performance in Suzuka, während bei Alguersuari noch viel Potenzial ausgeschöpft werden kann.

"Wir erwarten von ihnen, dass sie so schnell wie möglich fahren", sagt Technikchef Giorgio Ascanelli. "Sébastien hat sich seit vergangenem Februar enorm weiterentwickelt. Er ist inzwischen schon sehr reif. Jaime wird noch keine 20 sein, wenn in Bahrain die Zielflagge fällt. Er hat erst acht Rennen bestritten und das hier ist sein erster Test." Bis Bahrain bleiben nur 15 Testtage, die Toro Rosso fair auf beide Piloten aufteilen wird.

Es sei "eine Riesenherausforderung" gewesen, 80 Leute anzustellen, die Fabrik auszubauen und den früheren Red-Bull-Windkanal in Bicester selbst in Betrieb zu nehmen, so der Italiener, der sich für die Saison 2010 nicht zu viel erwartet, denn: "Wir sind ein junges Team und ein neuer Konstrukteur. Junge Teams machen Fehler. Dafür war unsere Basis gut, denn es steht außer Frage, dass das Red-Bull-Design von 2009 verdammt gut war."

Weniger komplexe Bauteile

Als Vorteil für die kleinen Teams erachtet Ascanelli die Tatsache, dass das Energierückgewinnungssystem KERS 2010 nicht mehr zum Einsatz kommen wird: "Alle haben sich darauf geeinigt, auf KERS zu verzichten. Das Vorjahresauto war darauf ausgelegt, KERS unter gewissen Umständen integrieren zu können. Das ist jetzt nicht mehr der Fall und das macht es uns einfacher", berichtet der ehemalige Ferrari-Ingenieur.

Auch im Unterbodenbereich herrscht nun Klarheit: "Im Vorjahr wurde die Diffusorregel unterschiedlich interpretiert. Red Bull erachtete den Doppeldiffusor als illegal. Dieses Jahr sind die Regeln klar, also haben wir die Form des Getriebes angepasst, um den Diffusor besser zu integrieren", berichtet Ascanelli, räumt aber gleichzeitig ein, dass der STR5 über keine besonders innovative Lösung verfügt, sondern lediglich über einen modifizierten Diffusor aus dem Vorjahr.

Generell haben sich die Prioritäten in der Formel 1 ohne Firlefanz wie KERS verschoben. Nun zählen wieder "alte Werte", wenn man so will: "Der Hauptfokus liegt wieder auf der Aerodynamik", berichtet Ascanelli. "Daher haben wir den Windkanal in Bicester gekauft, der früher von Red Bull genutzt wurde. Wir mussten für den Windkanal auch Leute verpflichten, also Designer, Modellbauer und so weiter. Also haben wir nun ein kleines Büro in England."

Fotoquelle: Red Bull

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