Ferrari-Neuzugang Fernando Alonso mobilisierte in Valencia die Massen

Formel 1 2010

— 03.02.2010

36.400 Fans sehen Alonso-Bestzeit in Valencia

Riesenauflauf bei Fernando Alonsos gelungener Ferrari-Premiere - Mercedes und Michael Schumacher nach erster Testwoche skeptisch

Vier Kilometer Stau vor den Toren des Circuit Ricardo Tormo, 36.400 Fans auf den Tribünen, die für einen Tag Formel-1-Testaction zwischen 5 und 25 Euro bezahlten - Lokalmatador Fernando Alonso sorgte heute für einen ungewöhnlich gut besuchten Abschluss der ersten Testwoche dieses Winters. Obendrein beschenkte er seine Anhänger auch noch mit der Tagesbestzeit.

Nach dem riesigen Medienauflauf, den Michael Schumachers erste Runden im neuen Mercedes-Silberpfeil am Montag hervorgerufen hatten, fuhr der 41-jährige Kerpener heute Morgen um 10:11 Uhr vergleichsweise unbehelligt auf die Strecke. Alles konzentrierte sich auf Alonso, der unter frenetischem Jubel seiner Fans um 10:01 Uhr im F10 aus der Ferrari-Box rollte - und danach auf der Strecke die Dominanz seines Teamkollegen Felipe Massa nahtlos fortsetzte.

Alonso schneller als Massa

Alonso erzielte eine Bestzeit von 1:11.470 und blieb damit um 0,252 Sekunden unter der gestern aufgestellten Massa-Marke. Außerdem lief der Ferrari wieder zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk, sodass selbst Schumacher anerkennend zugeben musste: "Die scheinen stark zu sein!" Alonso unterhielt seine Fans indes am meisten, als er sich am Nachmittag kurz in den Windschatten von Jenson Buttons McLaren-Silberpfeil hängte und ein kleines Privatduell veranstaltete.

Button saß heute zum ersten Mal im neuen MP4-25, blieb aber deutlich über der gestern aufgestellten Zeit von Lewis Hamilton und belegte mit 1,481 Sekunden Rückstand den fünften Platz. Das Team hatte mit ihm eine etwas längere Checkliste abzuarbeiten als an den beiden Vortagen, weil es für den amtierenden Weltmeister der erste Tag im Cockpit war und dementsprechend viele Einstellungen vorgenommen werden mussten.

Für Mercedes verlief der Testabschluss zufriedenstellend, Euphorie kommt bei Teamchef Ross Brawn aber nicht auf: "Gestern sahen wir mit vollen Tanks nicht schlecht aus, aber wir sind ein bisschen von der Pace weg. Das Handling ist auch nicht ideal, aber das kriegen wir bis zum nächsten Test hin. Wir kennen das Problem. Wir sind nicht so schnell wie Ferrari und Lewis gestern, insofern scheint es, als hätten wir ein bisschen Arbeit vor uns."

Schumacher fehlte im MGP W01 knapp eine Sekunde auf Alonso. Die Rückkehr ins Formel-1-Cockpit sei ihm diese Woche "leichter als erwartet" gefallen, dennoch bleibt er skeptisch: "Ich glaube nicht, dass wir sofort Rennen gewinnen werden." Aber: "Ich bin sehr zufrieden damit, wie der Test diese Woche gelaufen ist. Am Montag hatte ich eine etwas kürzere Fahrzeit, heute dafür fast einen ganzen Tag, der dann durch ein Hydraulikproblem etwas früher als gedacht beendet wurde."

Schumachers Einstand ohne Probleme

"Unser Fokus war es, so viele Runden wie möglich zu absolvieren und zu sehen, wie zuverlässig das Auto ist. Um Rundenzeiten ging es dabei eher noch nicht", teilte er mit. "Das Ganze ist eine tolle Herausforderung und natürlich mit dem neuen Team eine neue Erfahrung, aber dass ich Ross so gut kenne und weiß wie er arbeitet, macht das alles sehr einfach. Ich fühle mich jetzt schon zugehörig zum Team. Ich bin frisch und motiviert und freue mich schon auf die Saison, die vor uns liegt."

"Ferrari ist die Norm", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, dessen eigenes Team noch an Feinheiten wie der optimalen Sicht aus dem Cockpit arbeitet. Unterdessen ist Haug froh darüber, was Schumacher ins Team einbringt: "Er ist positiv fordernd. Es gibt keine Frage, die er nicht stellt. Seine Erfahrung und Routine hilft uns sicher zusätzlich." Genau das sei im jetzigen Entwicklungsstadium erforderlich.

Eröffnet hatte den letzten Testtag pünktlich um 10:00 Uhr GP2-Champion Hülkenberg: "Ich darf nicht überreagieren oder zu aufgeregt sein. Ich will versuchen, meinen Job so gut wie möglich zu machen. Es ist wichtig, viel zu fahren - für das Team, aber auch für mich", so der 22-Jährige am Vorabend. Dieses Vorhaben setzte er dann auch um: Bis zum Ende der Session spulte er 126 Runden ab, allerdings hatte er als Letzter 2,199 Sekunden Rückstand.

Auch in den Aufreger des Tages war Hülkenberg involviert. Gleich am frühen Morgen kam es zu einer Karambolage mit Pedro de la Rosa, die den Sauber-Piloten für gut eine Stunde außer Gefecht setzte: "Es war wohl ein Missverständnis. Hülkenberg hatte mich ganz offenbar nicht gesehen." Unabhängig davon bestätigte er als Zweiter (+ 0,624) die Sauber-Frühform. Formel-1-Debütant Vitaly Petrov (Renault) wurde mit 2,112 Sekunden Rückstand Sechster.

Fotoquelle: xpb.cc

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