Valencia-Test: Michael Schumacher blickt skeptisch auf die Datenmonitore

Formel 1 2010

— 04.02.2010

Wo steht Mercedes wirklich?

Michael Schumacher und Nico Rosberg äußern sich unterschiedlich optimistisch über den Mercedes MGP W01: Was hat Brawn in der Hinterhand?

Testfahrten vor Beginn einer Formel-1-Saison sind interessant zu beobachten, lassen die Herzen von Fans höher schlagen, bringen endlich wieder Action. Aber Achtung: Große Aussagekraft hatten solche Probefahrten zu Beginn eines Jahres noch nie. Das gilt 2010 sogar mehr denn je. Aufgrund des künftigen Nachtankverbots sind die Benzinmengen noch unterschiedlicher als in den vergangenen Jahren. Eine Analyse von Testzeiten grenzt an Kaffeesatzleserei.

Dennoch versucht natürlich jeder erste Hinweise auf die künftige Hackordnung zu bekommen. "Es ist schwer zu sagen, ob wir schon ein Siegerauto haben. Ich würde denken, dass wir etwas im Hintertreffen sind", sagt Michael Schumacher nach dem ersten Test in Valencia. Der Mercedes MGP W01 war in den Zeitentabellen im guten Mittelfeld, auf Longruns konnte man konstant solide Zeiten erzielen. Die Aussage des Rekordchampions könnte durchaus rein strategischer Natur gewesen sein, um die Erwartungen im Zaum zu halten.

Schumachers Testtag am Mittwoch in Valencia war aufgrund eines Hydraulikschadens frühzeitig beendet. Mercedes verlor dadurch gerade einmal 70 Minuten wertvoller Zeit auf der Strecke. Nicht viel. "Nichts Schlimmes", erklärt der Kerpener angesichts des Defekts. Man bewahrt Ruhe und vorsichtigen Optimismus. "Wichtig ist, dass wir von Anfang an gute Punkte holen. Übers Jahr müssen wir gewinnen, und das werden wir auch schaffen", meint Schumacher.

"Vom Speed sind wir noch steigerungsfähig, aber alles läuft in die richtige Richtung", meint Norbert Haug auf 'Bild.de'. Der Mercedes-Motorsportchef, der sich bald einer Schilddrüsen-Operation unterziehen muss, sieht lediglich kleine Kinderkrankheiten am neuen Fahrzeug. In den kommenden Wochen werde der Wagen noch deutlich verändert, die Designabteilung arbeite unter Hochdruck an neuen Teilen, die den MGP W01 püntklich zum Saisonstart in Bahrain schneller machen sollen.

Sind die Aussagen von Schumacher und Haug also Realismus oder Strategie? Tatsache ist, dass die Erwartungshaltung speziell in Deutschland enorm hoch ist. Man ist sich des Drucks bewusst und will ihn kontrollieren. Wenn ein Schumacher in einem Mercedes sitzt, dann müssen Siege her. Tatsache ist ebenso, dass Teamchef und Technikfuchs Ross Brawn schon immer gut im Pokern war. Der Brite hat mit größter Wahrscheinlichkeit noch einige spitze Pfeile im Köcher.

Die gesamte Teamleitung ist derzeit bemüht, die Erwartungshaltung in der Öffentlichkeit in Grenzen zu halten. Die Rundenzeiten von Valencia könnten ein Teil dieses Plans sein. Nur Nico Rosberg spielt das Spiel derzeit nicht ganz mit. "Nächste Woche in Jerez wird sich der Schleier weiter lüften und man bekommt ein präziseres Bild. Wir werden bestimmt an der Spitze sein", sagt der Weltmeistersohn auf 'formula1.com'. Er habe das eindeutige Gefühl, dass der MGP W01 gut gelungen sei.

Fotoquelle: Mercedes

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