Stefano Domenicali ist zumindest von der Zuverlässigkeit des F10 begeistert

Formel 1 2010

— 04.02.2010

Ferrari: Nur nicht euphorisch werden

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali tritt nach dem überzeugenden Test in Valencia kräftig auf die Euphoriebremse: "Testzeiten mit Vorsicht genießen"

Es war kurz nach der Präsentation des neuen Ferrari F10, als sich Stefano Domenicali mit seltsamen Aussagen zu Wort meldete. Aus dem Nichts heraus mahnte der Ferrari-Teamchef damals seine Mannschaft und die Öffentlichkeit zu Besonnenheit, falls es nicht gleich auf Anhieb gut laufe. Nach den drei Bestzeiten an den drei Tagen des Valencia-Tests sieht die Ferrari-Welt deutlich entspannter aus. Aber es herrscht dennoch gesunde Skepsis.

"In der Formel 1 gibt es keine Wunder", meint der Ferrari-Teamboss nach dem Test in Valencia. "Wenn du schnell sein willst, dann musst du über viele Monate hart schuften. Dann triffst du auf deine Gegner, die ähnliche Möglichkeiten haben und genauso motiviert sind wie du selbst." Man dürfe sich nicht von möglichen Eindrücken fehlleiten lassen. Klartext: Ferrari darf jetzt nicht lockerlassen.

"Wir können nicht so arbeiten wie im Fußball, wo zwei gute oder zwei schlechte Resultate sofort dazu führen, dass du entweder hochgelobt oder abgeschrieben wirst", mahnt Domenicali. "Wir wissen ganz genau, dass man Testzeiten immer mir Vorsicht genießen muss. Das gilt besonders ist diesem Jahr." Er bemühte einen erneuten Vergleich mit dem Fußball: Es sei vielleicht gerade einmal der erste Spieltag gelaufen.

"Wir dürfen nicht vergessen, wo wir am Ende der vergangenen Saison gestanden haben. Wir müssen eine Lücke schließen und es gibt nach wie vor Probleme zu lösen", füllt der Ferrari-Teamchef das Aufgabenheft für die kommenden Wochen. Man habe aufgrund unterschiedlicher Benzinladungen nicht einmal ansatzweise ein realistisches Bild von den Kräfteverhältnissen erhalten können. "Einige verstecken vielleicht etwas, andere werden ihre Autos erst noch bringen."

Da Red Bull zum Ende der vergangenen Saison das Maß der Dinge war, ist man bei Ferrari gewarnt: Da könnte noch was kommen. "Sehr zufrieden sind wir natürlich mit der Zuverlässigkeit. Mehr als 1.400 Kilometer sind ein guter Auftakt. Wir müssen nun dafür sorgen, dass die Verarbeitung der Erkenntnisse daraus auch Früchte trägt. Wir haben in Valencia erste Erfahrungen damit gemacht, wie sich die Reifen bei unterschiedlicher Benzinlast verhalten."

Alle gesammelten Daten des dreitägigen Tests müsse man ebenfalls mit Vorsicht genießen. "Die Strecke in Valencia ist für die Reifen nicht sonderlich anspruchsvoll. Außerdem lagen die Temperaturen weit von dem entfernt, was wir für die ersten drei Saisonrennen erwarten dürfen", sagt Domenicali und nutzt damit jede Möglichkeit, eventuell aufkeimende Euphorie oder Selbstzufriedenheit im Keim zu ersticken.

Auch Fernando Alonso hatte sich nach seiner Bestzeit am Mittwoch zurückhaltend geäußert. "Beide Piloten sind zufrieden, vor allem mit der Zuverlässigkeit", sagt der Ferrari Teamchef. "Sie sind extrem motiviert und sind heiß auf das Fahren. Es wäre schade gewesen, wenn wir Probleme gehabt hätten. Felipe und Fernando wissen, dass es noch viel Arbeit gibt. Beide haben uns bereits wichtige Hinweise für die weitere Entwicklung gegeben."

Fotoquelle: xpb.cc

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