Briatore-Fall nicht ausgestanden: Der FIA könnte womöglich viel Ärger drohen

Formel 1 2010

— 07.02.2010

Gerät die FIA unter juristischen Druck?

Ein angesehener britischer Jurist geht fest davon aus, dass die FIA ihre Allmachtstellung bei der Urteilsfindung im Sport verlieren könnte

Der Rechtsstreit zwischen Flavio Briatore und der FIA ist noch nicht ausgestanden. Der Ex-Renault-Teamchef war zunächst vom Automobil-Weltverband nach der "Crashgate"-Affäre mit einem lebenslangen Bann bestraft worden, ein französisches Zivilgericht hob diese Sperre jedoch auf. Die FIA hatte daraufhin Berufung gegen den Richterspruch eingelegt.

Die Frage für die Zukunft lautet: Darf die FIA weiterhin Urteile treffen, die sich auf handelnde Personen auch außerhalb des sportlichen Geschäfts auswirken und wie müssen diese Urteile zustande kommen? Bei Briatore ist genau dies das Thema. Das Urteil aus Paris sollte verhindern, dass der Italiener weiterhin als Teamchef agieren darf - auch wenn Briatore nach eigener Aussage überhaupt keine Lust mehr darauf hat.

"Ich gehe fest davon aus, dass die Allmachtstellung der FIA bei der Findung von Urteilen nun bald ein Ende finden wird", sagt der angesehene britische Jurist Jonathan Lux. Er fügt hinzu: "Man darf davon ausgehen, dass wir demnächst interessante Auseinandersetzungen vor Gericht erleben werden. Einige der FIA-Entscheidungen sind angreifbar."

Das französische Gericht, das Briatore vom Bann der FIA freigesprochen hatte, war zu der Überzeugung gelangt, dass der damalige FIA-Präsident Max Mosley das Urteil nahezu im Alleingang fällen konnte. "Alle Entscheidungen des Weltrates waren illegal", meint Briatore mit allem Nachdruck. Er geht davon aus, dass es sich seitens Mosley um einen persönlichen Rachefeldzug gehandelt habe.

Interessant könnten die Folgen sein, falls der FIA wirklich nachträglich eine nicht dem Gesetz entsprechende Urteilsfindung nachgewiesen wird. Dann könnte ganz schnell auch die 100-Millionen-Dollar-Strafe für McLaren 2007 wieder auf die Tagesordnung kommen. Briatore geht fest davon aus, dass es für die Briten demnächst Chancen geben könnte, dieses Geld zurückzuerlangen.

Genau dies könnte die FIA vor arge Probleme stellen, denn ein Großteil des Geldes ist bereits in diverse Maßnahmen geflossen. Der Briatore-Fall könnte für die oberste Motorsportbehörde fatal enden. Noch will McLaren eine mögliche Rückforderung des Geldes nicht bestätigen. "Wir geben zu dem Briatore-Vorgang keinen Kommentar ab", heißt es von McLaren-PR-Chef Matt Bishop.

Fotoquelle: xpb.cc

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