Sebastian Vettel und Red Bull blasen 2010 zum Sturm auf den WM-Titel

Formel 1 2010

— 10.02.2010

Red Bull zieht nach: RB6 in Jerez enthüllt!

Evolution statt Revolution: Sebastian Vettels neuer "Bulle" ähnelt dem Vorjahresmodell und setzt auf eine bessere Integration des Diffusors (Update)

13 Tage nach Ferrari, zwölf Tage nach McLaren und neun Tage nach Mercedes hat nun mit Red Bull auch das vierte Team, das von den meisten Experten als potenzieller WM-Anwärter gehandelt wird, sein neues Auto vorgestellt. Im südspanischen Jerez de la Frontera enthüllten heute Morgen Sebastian Vettel und Mark Webber den RB6.

"Revolution ist es keine, aber das Gesamtpaket wird glaube ich sehr, sehr gut sein. Wir blicken optimistisch auf diese Saison", sagt Red-Bull-Konsulent Helmut Marko. Vettel unterschreibt diese Aussage: "Das neue Auto sieht besser aus und sollte schnell sein. Ob es dann wirklich so schnell ist, wird man erst auf der Strecke sehen, auch wenn der Computer alle möglichen Zahlen ausspuckt, die sich gut anhören. Aber ich denke, es wird schon passen."

Newey erstmals wieder ohne Willis

Stardesigner Adrian Newey, der im Entwicklungsprozess ohne seine langjährige "rechte Hand" Geoff Willis auskommen musste, ließ sich am Zeichenbrett und im Windkanal etwas mehr Zeit als seine Konkurrenten, um die Limits noch stärker ausloten zu können. Red Bull verzichtete daher auf den Testauftakt in Valencia und steigt erst heute in Jerez zu. Webber wird die ersten beiden Tage im Auto sitzen, Vettel übernimmt ab Freitag.

"Die drei Topteams haben eine ganz andere Zahl von Leuten und auch ein deutlich höheres Budget. Wir müssen mit unseren Mitteln cleverer sein", begründet Marko die etwas verspätete Premiere. "Solange auf dem Computer und im Windkanal die Daten nach oben zeigen und das Auto weiterhin schneller wird, war die Philosophie von Newey, die Entwicklung fortzusetzen und dafür die ersten drei Testtage zu opfern."

Herausragendes Merkmal des neuen Newey-Designs, das getrost als Evolution des RB5 bezeichnet werden kann, bleibt die extrem hohe Nase. Größter Unterschied zu 2009 ist wahrscheinlich die völlige Integration des mehrstöckigen Diffusors ins Gesamtkonzept, die schon bei der Frontpartie beginnt. Red Bull setzt in diesem Bereich auf eine extremere V-Lösung als bisher. Ansonsten fällt durchgängig Neweys Liebe zum Detail auf, zum Beispiel auch bei den Seitenkästen.

"Das Auto ist fast so lang wie eine Limousine, denn wegen des größeren Benzintanks mussten wir es länger machen", so Webber bei der Enthüllung. "Es sieht aber toll aus und ich bin schon gespannt darauf, was es kann." Das Auslassen der ersten Testwoche nimmt er gelassen: "Valencia ist sowieso nicht die beste Teststrecke. Ja, wir wären gerne dort gewesen, aber ich glaube nicht, dass wir dadurch allzu viel verloren haben."

Red Bulls vielleicht größter Vorteil im Vergleich zur Vergangenheit ist, dass das Team nun schon seit Jahren im Kern unverändert ist, es sich bei der im britischen Milton Keynes stationierten Mannschaft um eine homogene Truppe handelt. Webber geht bereits in seine vierte Saison für Red Bull, Vettel, der davor beim B-Team Toro Rosso geparkt war, in seine zweite. Sogar Motorenhersteller Renault ist schon seit 2007 an Bord.

Renault als Joker?

Der 2009 oftmals verteufelte V8-Motor aus Frankreich könnte sich in diesem Jahr als großer Joker herausstellen, schließlich wurde er von den Experten nie zu den PS-Wundern gezählt, aber umso mehr zu den verbrauchsarmen Aggregaten. Das wirkt sich nun mit der Einführung des Nachtankverbots doppelt aus, weil man besonders am Start weniger Gewicht mitschleppen muss - auch wenn die Konkurrenz in diesem Bereich sicher nicht geschlafen hat.

Der werksseitige Teilrückzug von Renault - das eigene Team wurde mehrheitlich an die Investmentfirma Genii Capital verkauft - sollte für den Motorenkunden Red Bull kein Handicap darstellen. Die Weiterentwicklung der Formel-1-Triebwerke ist vom Reglement her ohnehin eingefroren - und für die wenigen Bereiche, in denen man noch weiterentwickeln darf, dürfte das nötige Kleingeld unverändert vorhanden sein.

Mit Spannung erwartet wird das teaminterne Duell zwischen Routinier Webber (33) und Vettel (22). Webber wurde von seinem deutschen Stallkollegen 2009 vor allem auch im Qualifying, das früher als seine große Stärke galt, entzaubert. Allerdings geht der Australier diesmal ohne körperliche Handicaps in diese Saison. Dafür läuft sein Vertrag am Jahresende aus - für 2011 liebäugelt Red Bull ganz offen damit, Kimi Räikkönen aus der Rallye-WM zurückzuholen.

Rein sportlich kann es nach sechs Grand-Prix-Siegen und dem zweiten Platz in beiden WM-Wertungen nach 2009 nur noch eine Steigerung geben: den WM-Titel! Doch die Konkurrenz ist stark und Red Bull muss 2010 beweisen, dass die plötzliche Leistungsexplosion im Vorjahr keine Eintagsfliege war. Dass man neben Mercedes (Brawn) weitere ernstzunehmende Gegner haben wird, davon ist aber in jedem Fall auszugehen...

Fotoquelle: xpb.cc

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