Bestzeit für Nico Rosberg: Der Deutsche nutzte die Bedingungen am besten

Formel 1 2010

— 10.02.2010

Rosberg-Bestzeit im Regen von Jerez

Ein McLaren-Sensor stahl am ersten Tag in Jerez allen die Show - Red Bull, Virgin und Force India erstmals mit Konkurrenz unterwegs

Auftakt zur zweiten Testwoche dieses Winters: Zehn Teams versammelten sich heute im sdspanischen Jerez de la Frontera, um ihre Vorbereitungen auf die am 14. Mrz beginnende Formel-1-Saison vorzubereiten. Schlechtes Wetter war dabei ein Spielverderber, dennoch gab es wieder jede Menge interessanter Neuerungen zu beobachten.

Obwohl Red Bull und Force India am Rande des Geschehens ihre neuen Autos prsentierten, stahl McLaren allen die Show. Der MP4-25 von Neuzugang Jenson Button war mit zwei aerodynamischen Messgerten ausgestattet, die es so davor noch nie gegeben hat: Sofort ins Auge stach die seitliche Sensorenleiste, die von der Form her stark an einen Balkenmher erinnert, whrend ein vergleichbares Instrument hinter dem Frontflgel nur bei genauerem Hinsehen zu erkennen war.

Innovation bei McLaren

Der seitliche "Balkenmher" wurde von den Ingenieuren mit zahlreichen Aerosensoren versehen, die Luftverwirbelungen hinter den Vorderrdern genau protokollieren knnen. Der Clou dabei: Das Element ist hhenverstellbar und kann somit Messwerte von verschiedenen Ebenen aufzeichnen. Auf diese Weise erhlt McLaren erstmals hundertprozentig zuverlssige Praxisdaten, die mit den Erkenntnissen aus Simulation und Windkanal abgeglichen werden knnen.

Schneller wurde Button dadurch freilich nicht - der amtierende Weltmeister belegte mit 4,020 Sekunden Rckstand den sechsten Platz. Damit verlor McLaren das heutige Duell mit Ferrari deutlich, denn Fernando Alonso wurde Vierter. Der Spanier rckte zunchst noch mit Trockenreifen vom Valencia-Test aus, lie dann wegen des Regens geplante Arbeiten am Getriebe vorziehen, sah spter aber ein, dass die Bedingungen nicht mehr besser werden, und ging wieder auf die Strecke.

Eigentlich htte nicht ein "Balkenmher", sondern der neue Red-Bull-Renault RB6 der Star des Tages sein sollen, mit dem Mark Webber die Jungfernfahrt absolvierte. Doch nach den ersten 47 Runden wurde der Australier von der Technik im Regen stehen gelassen, als er wegen eines llecks ausrollte und zu Fu zurck an die Box kommen musste. Am Nachmittag absolvierte er drei weitere Umlufe, diesmal ohne Probleme. 5,575 Sekunden Rckstand bedeuteten unterm Strich den neunten Rang.

Permanent feuchte Bedingungen

Reprsentativ waren die Zeiten wegen des Wetters nicht, denn der Regen erreichte zwar nie weltuntergangsartige Strken, wie man das etwa aus Kuala Lumpur kennt, aber die Strecke war permanent feucht und lie am Nachmittag keine Verbesserungen mehr zu. Das kleine Zeitfenster, in dem mit Trockenreifen gefahren werden konnte, nutzte Nico Rosberg trotz eines Defekts in den Schlussminuten am besten: Der Mercedes-Pilot stellte in 1:20.927 Minuten die Tagesbestzeit auf.

Landsmann Timo Glock hatte beim zweiten Test mit dem Virgin-Cosworth VR-01, der wegen spt in der Nacht eingetroffener Teile erst am frhen Nachmittag beginnen konnte, weniger Wetterglck: Kurz nach 13:00 Uhr ging der ehemalige Toyota-Pilot bereits mit Regenreifen erstmals fr eine Installationsrunde auf die Strecke, ehe er spter ein richtiges Testprogramm aufnahm. Den letzten Platz konnte er nicht mehr abschtteln, immerhin brachte er es aber auf fnf Runden.

Premiere auch fr Force India

Der Schweizer Sbastien Buemi (Toro Rosso) belegte trotz eines Ausritts - er war damit in bester Gesellschaft, wie zum Beispiel auch Alonso gestehen muss - den zweiten Platz, unmittelbar gefolgt von Nico Hlkenberg im Williams mit Cosworth-Power. Hinter Alonso belegte Kamui Kobayashi im Sauber-Ferrari den fnften Platz. Doch Platzierungen und Zeitabstnde hatten heute noch weniger Bedeutung als zuletzt in Valencia.

Schon eher ging es um die Eindrcke der Fahrer, etwa jenen von Vitantonio Liuzzi: "Im Trockenen fhlte sich das Auto gut an, aber bei solchen Bedingungen ist es schwierig, das richtig zu beurteilen", so der Force-India-Pilot. "Wir haben zuerst ein paar Systemchecks absolviert und am Nachmittag arbeitete ich auch ein bisschen an der Balance." In Abwesenheit von Teamkollege Adrian Sutil wurde Liuzzi mit 4,041 Sekunden Rckstand Siebter.

Abgerundet wurde das heutige Klassement von Rookie Vitaly Petrov, der aufgrund der schwierigen Bedingungen von Renault nur wenig auf die Strecke gelassen wurde, Webber, der nach der Reparaturpause erst um 16:44 Uhr wieder aus der Box fahren konnte, und Glock. Nun hoffen die anwesenden Teams auf besseres Wetter. Die Prognose fr morgen ist besser, zum Wochenende hin knnte es aber wieder regnen.

Fotoquelle: xpb.cc

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