Ron Dennis erwartet keinen Stallkrieg zwischen den McLaren-Weltmeistern

Formel 1 2010

— 12.02.2010

Dennis erwartet keinen McLaren-Stallkrieg

Er kennt es von Prost und Senna, aber zwischen Hamilton und Button erwartet Ex-Teamchef Ron Dennis keinen neuen McLaren-Stallkrieg

McLaren wird 2010 mit zwei Weltmeistern an den Start gehen - noch dazu mit zwei Briten und den Champions der vergangenen beiden Jahre. Zwei Titelträger im britischen Erfolgsteam, das hat es zuletzt 1988/89 mit Alain Prost und Ayrton Senna gegeben. Aus dem anfangs noch friedlichen Duell wurde damals sehr schnell ein erbarmungsloser Stallkrieg.

So eine Situation erwartet der frühere McLaren-Teamchef Ron Dennis zwischen Lewis Hamilton und Jenson Button nicht: "Senna und Prost hatten unterschiedliche kulturelle Hintergründe und die DNA ihrer Charaktere hätte unterschiedlicher nicht gestrickt sein können. Dann gab es Sprachprobleme, was zu Missverständnissen in der Kommunikation führte. Ein Fahrer war vor dem anderen da und der andere hatte das Gefühl, aufholen zu müssen", erinnert er sich im 'BBC'-Interview.

Hamilton und Button hingegen unterstellt er eine anglophile Herangehensweise, "daher erwarte ich keine Probleme, die man in irgendeiner Form mit der Vergangenheit vergleichen könnte. Die beiden ergänzen sich in ihren Fähigkeiten. Beide sind sehr talentiert. Ich glaube nicht, dass die Unterschiede zwischen ihnen dazu führen werden, dass einer einen Vorteil hat. Es wird eine umkämpfte Saison und ich bin mir sicher, dass es ihr gemeinsames Ziel ist, den Rest des Feldes zu schlagen", so Dennis.

"Sollten wir in die privilegierte Position kommen, dass die beiden direkt gegeneinander fahren und sich um die Politik sorgen müssen, die aus dieser Situation entstehen könnte - und ich bezweifle, dass das der Fall sein wird -, dann ist das doch eine tolle Ausgangslage für uns", gibt der 62-Jährige zu Protokoll. Zweifel an der Durchschlagskraft der McLaren-Fahrer hat er nicht: "Sie geben eine tolle Kombination ab und ich bin mir sicher, dass die Ergebnisse kommen werden."

Übrigens plant Dennis den Besuch "einiger" Rennen, nachdem er sich infolge der Lügenaffäre in Melbourne 2009, an der auch ihm eine Beteiligung unterstellt wurde, zuletzt rar gemacht hatte. Mit dem Formel-1-Team an sich hat er bekanntlich nichts mehr zu tun: Der Brite ist zwar weiterhin 25-Prozent-Teilhaber der McLaren-Gruppe, kümmert sich aber im Tagesgeschäft ausschließlich um das separat geführte McLaren-Sportwagenprojekt.

Fotoquelle: McLaren

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