Sebastian Vettel nahm am Freitag zum ersten Mal im neuen Red Bull RB6 Platz

Formel 1 2010

— 12.02.2010

Vettel: "Der Wagen ist ein Schritt nach vorne"

Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel in seiner Medienrunde über den neuen RB6, seine ersten Testrunden in Jerez und über das Kräfteverhältnis in der Formel 1

Pünktlich zur zweiten Hälfte der Testwoche in Jerez durfte auch Sebastian Vettel endlich wieder ins Lenkrad greifen. Der deutsche Rennfahrer übernahm den Red Bull RB6 am Freitag von Teamkollege Mark Webber, hatte aufgrund des erneut regnerischen Wetters nur kurz die Gelegenheit, sein neues Auto unter trockenen Bedingungen zu testen. Dennoch zeigt sich Vettel durchaus zufrieden mit dem Neuwagen. In seiner Medienrunde spricht der 22-Jährige über seine ersten Eindrücke vom RB6.

Frage: "Sebastian, am Freitag ging eine lange Wartezeit für dich zu Ende: Du bist erstmals im Red Bull RB6 unterwegs gewesen - wie hat sich das neue Auto angefühlt?"
Sebastian Vettel: "Zunächst einmal war es natürlich toll, dass man nach drei Monaten des Wartens endlich wieder im Auto sitzen durfte - und dass man es noch kann (lacht; Anm. d. Red.). Es geht alles noch. Es hat Spaß gemacht."

"Die ersten paar Runden am Morgen haben wir noch im trockenen absolviert. Es ging auf Anhieb recht gut. Dann kam der Regen und wir mussten recht lange warten. Alles in allem fühlt sich das Auto recht gut an und wir hatten keine größeren Probleme. Natürlich ist dieses Wetter nicht ideal, um einen normalen Test zu absolvieren."

"Ich habe aber ein gutes Bauchgefühl. Schauen wir einfach einmal. Aufgrund der neuen Regeln und der großen Tanks ist es im Augenblick ziemlich schwierig, weil viele eben mit anderen Benzinmengen unterwegs sind. Es ändert sich auch ständig. Um herauszulesen, wie schnell man wirklich ist, muss man schon etwas auf sich selbst vertrauen. Bis jetzt fühlt es sich jedenfalls ganz gut an."

Frage: "Heute war das Wetter recht bescheiden. War das Fahren im Nassen eine Herausforderung für dich?"
Vettel: "Es macht schon Spaß. Bei einem Rennen kann es ja durchaus auch einmal regnen, also muss man das auch üben. Wenn man die Chance dazu hat, dann ist das wichtig. Das muss man mitnehmen."

"Natürlich wäre es schöner - gerade jetzt, wo das Auto noch frisch ist - ein paar Runden im Trockenen zu haben, weil das einfach konstantere Bedingungen sind. Dem Wetter kann man allerdings nicht reinreden."

Ist der neue RB6 ein Regenspezialist?

Frage: "Wie ist es um die Balance des Autos bestellt? Bist du zufrieden damit?"
Vettel: "Das war okay. Wie gesagt: Ich saß nach drei Monaten erstmals wieder im Auto und wir wussten, dass es schon früh wieder regnen würde. Wir haben uns also nicht lange damit aufgehalten, das Fahrzeug lang und breit durchzuchecken."

"Wir sind gleich rausgefahren und haben ein paar Runden gedreht. Das war ein Kaltstart für mich, aber ich war glücklich damit. An den vergangenen drei Tagen hatten wir nicht allzu viel Zeit, um das Auto einzustellen. Es ging mehr darum, hier den Shakedown durchzuführen."

"Das Wetter war mal so mal so, also haben wir etwas Arbeit verrichtet, die in die richtige Richtung geht. Es ist aber noch einiges zu tun. Ich rechne damit, dass sich alle noch einmal schwer verbessern. Im Augenblick ist alles sehr eng beieinander. Das ist interessant."

Frage: "Was sagt dir dein Gefühl: Ist dieses Fahrzeug gut im Regen?"
Vettel: "Dafür ist es noch zu früh. Ob man gut oder schlecht ist, hängt natürlich von den anderen ab. Wir sind hier nicht einheitlich unterwegs gewesen und hatten auch nicht immer die gleichen Bedingungen."

"Wir waren nicht zur gleichen Zeit auf der Strecke oder mit der gleichen Benzinladung. Ich kenne die Antwort also nicht. Es fühlt sich gut an. Wir hatten keine Probleme und in Bezug auf die Balance fühlte sich das Fahrzeug so an wie im vergangenen Jahr."

Der Doppeldiffusor verleiht etwas mehr Grip

Frage: "Dieses Auto wurde auf den Doppeldiffusor ausgelegt. Kannst du diese Hilfe am Heck spüren?"
Vettel: "Ja und nein. Man könnte sich denken, dass man dadurch mehr Grip in den schnellen Kurven hat, aber andererseits hat das Auto mehr Gewicht. Das ist schwer zu sagen."

"Was die Balance angeht, bin ich zufrieden. Der Wagen ist ein Schritt nach vorne. Fairerweise muss man aber sagen, dass wir nicht viel Zeit im Trockenen hatten. Dabei findet man für gewöhnlich eine Richtung."

Frage: "Konntest du herausfinden, wie sich das Auto bei vollem Tank verhält?"
Vettel: "Wie alle anderen, so versucht man natürlich auch, ein Gefühl dafür zu bekommen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr fühlt es sich anders an und das zeigt sich auch bei den Rundenzeiten."

"Manchmal scheint man es einfach zu erkennen, wer mit vollem Tank fährt und wer nicht. Andererseits spielen die Leute sehr viel herum und das hilft natürlich nicht. Da kommt man sich schon etwas verloren vor, denn du könntest drei Sekunden hinten dran sein oder richtig schnell."

"In diesem Jahr könntest du am Freitag drei Sekunden hinter dem Feld liegen und trotzdem am schnellsten sein. Bis zur Qualifikation am Samstag wirst du das nicht wissen. Das sollte recht aufregend werden."

Vettel hat vier Teams auf der Rechnung

Frage: "Als Mark Webber am Donnerstag mit dem Auto unterwegs war, konnte man den Eindruck gewinnen: 'Das sieht richtig gut aus.' Teilst du diese Einschätzung?"
Vettel: "Das stimmt. Es ist mit Sicherheit eine schöne Lackierung (lacht; Anm. d. Red.). Aber Spaß beiseite: Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg. Es gibt noch viel zu tun."

"Wenn man schon nach nur zwei Tagen einordnen muss, wo man steht, dann würde ich sagen, dass es generell sehr, sehr eng ist an der Spitze. Es gibt dort vier Teams. Neben uns auch noch Ferrari, McLaren und auch Mercedes, die da vorne mitreden. Da ist im Moment nicht viel Luft. Mal hat der eine die Nase vorne, mal der andere. Es wird also gewiss spannend."

"Auf der anderen Seite ist noch viel zu erwarten. In den kommenden zwei, drei Wochen werden die Autos sicherlich noch einmal deutlich modifiziert und erhalten neue Teile - sowohl bei uns, als auch bei den anderen. Da wird man dann sehen, wer einen großen und wer einen kleineren Schritt macht. In Bahrain wird dann sowieso noch einmal gewürfelt, also lassen wir uns doch einfach einmal überraschen."

Frage: "Es hat den Anschein, als sei das Feld derzeit so ausgeglichen, wie lange nicht mehr. Es gibt keine wirklichen Ausreißer nach oben und abgesehen von Virgin auch keine Ausreißer nach unten. Was ist deine Meinung dazu?"
Vettel "Ja, es ist extrem eng. Schon das vergangene Jahr war sehr heiß umkämpft."

"Man hat immer wieder andere Farben an der Spitze gesehen. Ich denke, dass es auch in diesem Jahr rauf und runter gehen wird, wobei sich am Ende bestimmt wieder eine oder zwei Farben durchsetzen werden. Ich hoffe natürlich, dass wir eine davon sind. Es verspricht sehr spannend zu werden."

Der Autoname wird noch nicht verraten...

Frage: "Haben dich gewisse Autos überrascht?"
Vettel: "Da gibt es keine spezielle Überraschung, denn die größte Überraschung sind sämtliche Fahrzeuge. Wenn man sich die Autos ansieht, dann erkennt man lauter unterschiedliche Farben und Formen. Dahinter stecken verschiedene Philosophien. Sie befinden sich mehr oder weniger alle in einer Region, innerhalb von wenigen Zehnteln. Ferrari, McLaren, Mercedes und wir liegen eng beieinander."

Frage: "Hast du schon eine Idee, welchen Spitznamen dein neuer Rennwagen bekommen soll?"
Vettel: "Habe ich, ist aber noch geheim (lacht; Anm. d. Red.). Da müssen die Journalisten und die Medien noch ein bisschen warten."

Frage: "Hast du schon den Wetterbericht für Samstag gelesen? Wie lautet die Vorhersage?"
Vettel: "Ich hoffe, es gießt sich Freitagnacht richtig aus, damit nichts mehr für Samstag übrigbleibt. Es soll auch am Samstag wechselhaft sein, was natürlich nicht optimal ist. Dem Wetter können wir ja aber nicht reinreden."

"Zum Glück ist das noch so. Fast alles andere können wir beeinflussen. Lassen wir uns überraschen. Im Trockenen ist jedenfalls alles konstanter. Du kannst besser testen, mit dem Auto herumspielen und das passende Setup finden."

Fotoquelle: xpb.cc

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